Es ist Ostersonntag 1994, und ich sitze hier mit Stift und Notizblock, so wie mir aufgetragen wurde. Ich warte auf Gott. Er hat versprochen, aufzutauchen, wie schon die letzten beiden Osterfeste, um ein weiteres Gespräch zu beginnen. Ein drittes und letztes - vorerst. Dieser Prozeß - diese außergewöhnliche Unterhaltung - begann 1992 und wird Ostern 1995 beendet werden. Drei Jahre, drei Bücher. Das erste Buch befaßte sich vor allem mit persönlichen Dingen - romantische Liebesbeziehungen, die richtige Arbeit finden, der Umgang mit den machtvollen Energien von Geld, Liebe, Sex und Gott - und deren Integration in unser Alltagsleben. Das zweite erweiterte diese Themen und ging zu größeren geopolitischen Betrachtungen über - das Wesen von Regierungen, das Schaffen einer Welt ohne Krieg, die Grundlage einer geeinten internationalen Gesellschaft. Dieser dritte und letzte Teil der Trilogie wird sich, so wurde mir gesagt, auf die großen Fragen der Menschheit konzentrieren. Es wird sich mit Vorstellungen aus anderen Bereichen, anderen Dimensionen befassen und es wird untersuchen, wie dieses ganze komplexe Gewebe zusammengefügt ist. So lautet die Reihenfolge:
1. Individuelle Wahrheiten
2. Globale Wahrheiten
3. Universelle Wahrheiten
Und wie schon bei den ersten beiden Manuskripten habe ich keine Ahnung, worauf es hinausläuft. Die Prozedur ist einfach. Ich nehme Notizblock und Stift zur Hand, stelle eine Frage - und warte ab, welche Gedanken mir kommen. Kommt nichts, werden mir keine Worte eingegeben, räume ich alles weg bis zum nächstenmal. Beim ersten Buch dauerte der ganze Prozeß ein fahr, beim zweiten Buch etwas länger - ich muß es noch abschließen, auch wenn ich jetzt schon mit dem dritten Band beginne. Ich glaube, daß dies hier das wichtigste Buch von allen wird. Seit ich mit ihm angefangen habe, fühle ich mich sehr befangen. Zwei Monate sind seit diesen ersten vier oder fünf Absätzen vergangen. Zwei Monate seit Ostern und nichts wurde mir eingegeben. Ich habe Wochen mit der Durchsicht und Korrektur der Fahnen des ersten Bandes verbracht - und in dieser Woche die endgültig korrigierte Fassung erhalten, nur um sie mit dreiundvierzig entdeckten Fehlern wieder zurückschicken zu müssen. Die Niederschrift des zweiten Bandes habe ich letzte Woche beendet - zwei Monate später als vorgesehen. Dieser dritte Teil hier, der trotz der Tatsache, daß der zweite noch nicht beendet war, am Ostersonntag begonnen wurde, hat seither in seinem Ordner herumgelegen und schreit jetzt nach Aufmerksamkeit. Doch zum erstenmal seit 1992, als alles anfing, scheine ich diesem Prozeß Widerstand entgegenzusetzen, ja ihn fast abzulehnen. Ich habe das Gefühl, durch die eingegangene Verpflichtung unter Zugzwang zu stehen, und ich mochte noch nie etwas tun, was ich tun muß. Dazu kommt, daß ich jetzt, nachdem ich ein paar Leuten die unkorrigierte Fassung des ersten Manuskripts zu lesen gegeben und ihre Reaktionen vernommen habe, davon überzeugt bin, daß alle drei Bände von vielen Menschen gelesen, gründlich überprüft, hinsichtlich ihrer theologischen Relevanz analysiert und leidenschaftliche Diskussionen auslösen werden. Das hat es mir sehr schwergemacht, bis zu dieser Seite zu kommen und diesen Stift als meinen Freund zu betrachten. Denn während ich weiß, daß ich es schaffen muß, die Worte zu empfangen, ist mir auch klar, daß ich mich verleumderischen Angriffen, dem Spott und vielleicht auch dem Haß vieler Menschen aussetze, weil ich es wage, diese Informationen zu veröffentlichen. Ganz zu schweigen davon, daß ich auch noch verkünde, sie direkt von Gott zu bekommen. Doch ich glaube, meine größte Angst ist die, daß ich mich in Anbetracht der scheinbar unendlich vielen Fehler, die mein Leben und mein Verhalten prägten, als ungeeignetes Sprachrohr Gottes erweise. Alle, die mich aus meiner Vergangenheit kennen - meine früheren Ehefrauen und meine Kinder eingeschlossen -, hätten jedes Recht vorzutreten und mit Blick auf mein erbärmliches Benehmen als menschliches Wesen an diesen Texten Kritik zu üben. Ich habe nicht nur als Ehemann und Vater elend versagt, sondern auch in anderen Bereichen meines Lebens, die mit Freundschaft und Integrität, Arbeitseifer und Verantwortungsbewußtsein zu tun haben. Ich bin mir zutiefst bewußt, daß ich es nicht wert bin, als ein Mann Gottes oder ein Bote der Wahrheit aufzutreten. Ich sollte der letzte Mensch sein, der eine solche Rolle übernimmt oder sie auch nur in Betracht zieht. Ich tue der Wahrheit Unrecht, wenn ich mir anmaße, sie zu verkünden, wo doch mein ganzes Leben nur von meinen Schwächen zeugt. Aus diesen Gründen bitte ich dich, Gott, mich von meinen Pflichten als dein Schreiber zu entbinden und jemanden zu finden, der sich einer solchen Ehre als würdig erweist. Ich würde gerne beenden, was wir angefangen haben - obwohl du nicht dazu verpflichtet bist. Du hast überhaupt keine Pflichten, weder mir noch irgendeinem anderen gegenüber, doch ich sehe, daß du Schuldgefühle hast, weil du dich verpflichtet fühlst. Ich habe Menschen, darunter auch meine eigenen Kinder, im Stich gelassen. Alles, was in deinem Leben passiert ist, geschah in einer für dich - und auch für alle daran beteiligten Seelen - perfekten Ordnung, damit du genauso wachsen konntest, wie du es brauchtest und wolltest. Diese perfekte Ausrede basteln sich alle New-Age-Anhänger zurecht, die sich der Verantwortung für ihr Handeln entziehen und unangenehmen Folgen ausweichen wollen. Ich habe das Gefühl, den Großteil meines Lebens egoistisch gewesen zu sein - unglaublich egoistisch - und nur getan zu haben, was mir gefiel, ohne Rücksicht darauf, wie sich das auf andere auswirkt. Es ist nichts falsch daran, wenn du tust, was dir gefällt... Aber es sind so viele Menschen verletzt, im Stich gelassen worden... Es fragt sich nur, was dir am besten gefällt. Du sagst doch, dir gefällt jetzt ein Verhalten am besten, das anderen möglichst wenig oder gar keinen Schaden zufügt. Das ist milde ausgedrückt. Absichtlich. Du musst lernen, sanft mit dir umzugehen. Und aufhören, dich selbst zu richten. Das ist schwer - vor allem, wenn andere mich so bereitwillig verurteilen. Ich habe das Gefühl, daß ich dir und der Wahrheit Schande machen werde; daß ich, wenn ich auf der Vollendung und Veröffentlichung dieser Trilogie bestehe, ein so armseliger Übermittler deiner Botschaft sein werde, daß sie diskreditiert wird. Du kannst die Wahrheit nicht diskreditieren. Wahrheit ist Wahrheit, und sie kann weder bewiesen noch widerlegt werden. Sie existiert einfach. Das Wunder und die Schönheit meiner Botschaft kann und wird nicht von dem, was die Leute von dir denken, beeinträchtigt werden. Tatsächlich bist du einer der besten Botschafter, gerade weil du ein Leben gelebt hast, das nicht unbedingt vollkommen war. Die Menschen können sich mit dir identifizieren - auch wenn sie ein Urteil über dich fällen. Und wenn sie sehen, daß du wirklich aufrichtig bist, werden sie dir auch deine Vergangenheit verzeihen können. Doch ich sage dir: Solange du dir darüber Sorgen machst, was andere von dir denken, gehörst du ihnen. Nur wenn du keine Zustimmung von außen brauchst, kannst du dir selbst gehören. Mir lag mehr an der Botschaft als an mir. Ich hatte Sorge, daß sie besudelt werden könnte. Wenn dir an der Botschaft liegt, dann übermittle sie. Mach dir keine Sorgen, daß sie besudelt werden könnte. Sie spricht für sich selbst. Denk daran, was ich dich gelehrt habe: Es ist bei weitem wichtiger, wie gut eine Botschaft gesendet wird, als wie gut sie aufgenommen wird. Und vergiß nicht: Du lehrst das, was du lernen mußt. Du mußt nicht vollkommen sein, um von Vollkommenheit sprechen zu können. Du mußt kein Meister sein, um von Meisterschaft sprechen zu können. Du mußt nicht die höchste Evolutionsebene erreicht haben, um von der höchsten Evolutionsebene sprechen zu können. Bemühe dich nur um Authentizität. Sei bestrebt, ehrlich zu sein. Wenn du all den »Schaden«, den du deiner Vorstellung nach angerichtet hast, wiedergutmachen möchtest, dann demonstriere das durch dein Handeln. Tu, was du tun kannst. Und laß es dann auf sich beruhen. Das ist leichter gesagt als getan. Manchmal fühle ich mich so schuldig. Schuldgefühle und Angst sind die Feinde des Menschen. Schuldgefühle sind wichtig. Sie sagen uns, wann wir ein Unrecht begangen, etwas falsch gemacht haben. Es gibt nichts »Falsches«. Es gibt nur das, was dir nicht dienlich ist; was nicht dem entspricht, der du bist und wofür du dich entschieden hast. Schuldgefühle lassen dich in dem steckenbleiben, was du nicht bist. Aber Schuldgefühle machen uns zumindest darauf aufmerksam, daß wir einen Fehler gemacht haben. Du sprichst von Bewußtsein, nicht von Schuldgefühlen. Ich sage dir: Schuldgefühle liegen wie ein Giftschleier auf dem Land - sie sind das Gift, das die Pflanze tötet. Schuldgefühle lassen dich nicht wachsen, sondern schrumpfen und sterben. Du strebst nach Gewahrsein, nach Bewußtsein. Doch das ist nicht Schuldgefühl, und Liebe ist nicht Angst. Angst und Schuldgefühle, ich sage es noch einmal, sind eure einzigen Feinde. Liebe und Bewußtheit sind eure wahren Freunde. Verwechselt aber nicht das eine mit dem anderen, denn das eine tötet euch, das andere gibt euch Leben. Dann sollte ich mich niemals schuldig fühlen ? Niemals. Wozu soll das gut sein ? Es gestattet dir nur, dich nicht selbst zu lieben - und das zerstört jede Chance, jemand anderen lieben zu können. Und ich sollte nichts fürchten ? Furcht und Vorsicht sind zwei verschiedene Dinge. Sei vorsichtig - sei bewußt -, aber sei nicht furchtsam. Denn Furcht lähmt nur, wohingegen Bewußtheit mobilisiert. Sei beweglich, nicht starr. Mir wurde beigebracht, Gott zu fürchten. Ich weiss. Und seither warst du in deiner Beziehung zu mir erstarrt. Erst als du aufhörtest, mich zu fürchten, konntest du eine bedeutungsvolle Beziehung zu mir aufbauen. Wenn ich dir etwas geben, irgendeine besondere Gnade erweisen könnte, die dir erlaubte, mich zu finden, dann wäre es die der Furchtlosigkeit. Gesegnet seien die Furchtlosen, denn sie werden Gott schauen. Das heißt, du mußt furchtlos genug sein, um alles zu vergessen, was du über Gott zu wissen glaubst. Du mußt furchtlos genug sein, um von dem Abstand zu nehmen, was andere dir über Gott erzählt haben. Du mußt so furchtlos sein, daß du es wagen kannst, in deine eigene Erfahrung von Gott einzutreten. Und dann darfst du dich nicht schuldig fühlen. Widerspricht diese Erfahrung dem, was du über Gott zu wissen glaubtest und was dir alle anderen über ihn sagten, dann darfst du dich nicht schuldig fühlen. Angst und Schuldgefühle sind die einzigen Feinde des Menschen. Und doch gibt es welche, die sagen, daß man mit dem Teufel paktiert, wenn man tut, was du da vorschlägst; daß nur der Teufel einem so etwas einflüstern kann. Es gibt keinen Teufel. Auch das würde der Teufel sagen. Der Teufel würde alles sagen, was Gott sagt, meinst du das ? Nur noch etwas gewitzter. Der Teufel ist gewitzter als Gott ? Sagen wir, listiger. Also schmiedet der Teufel ein Komplott, indem er sagt, was Gott sagen würde ? Er verdreht die Dinge nur ein ganz klein wenig, nur gerade so, daß er einen vom Weg abbringt, in die Irre führt. Ich glaube, wir müssen mal eine kleine Unterhaltung über den »Teufel« führen. Über den haben wir eine Menge in Band 1 gesprochen. Offensichtlich nicht genug. Abgesehen davon mag es einige geben, die Band 1 - und auch Band 2 - nicht gelesen haben. Ich denke, es wäre ein guter Anfang, einige der in diesen Bänden gefundenen Wahrheiten zusammenzufassen. Das bereitet die Bühne für die umfassenden universellen Wahrheiten in diesem dritten Band vor. Und damit kommen wir auch schon früh auf den Teufel zu sprechen. Ich möchte dir erzählen, wie und warum eine solche Wesenheit erfunden wurde. Okay. In Ordnung. Wie du meinst. Ich bin schon wieder mitten im Dialog, also scheint sich das Gespräch doch fortzusetzen. Aber eines möchte ich die Leser vorab wissen lassen: Seit ich die ersten hier präsentierten Sätze niedergeschrieben habe, ist ein halbes fahr vergangen. Heute ist der 25. November 1994, ein Tag nach Thanksgiving. Es dauerte fünfundzwanzig Wochen, um bis hierher zu gelangen; fünfundzwanzig Wochen seit deinen letzten Worten. In dieser Zeit ist zwar eine Menge passiert, aber nichts, was dieses Buch auch nur einen Zentimeter weiterbrachte. Warum dauert das so lange ? Siehst du, wie du dich selbst blockieren kannst ? Siehst du, wie du dich selbst sabotieren kannst ? Siehst du, wie du dich selbst sofort zum Stoppen bringen kannst, wenn du an etwas Gutem dran bist ? Das hast du dein ganzes Leben lang gemacht. He, warte mal einen Moment ! Nicht ich verzögere dieses Projekt. Ich kann gar nichts tun - nicht ein einziges Wort schreiben -, wenn ich mich nicht dazu gedrängt fühle, wenn ich mich nicht dazu... ich hasse das Wort, muß es aber wohl gebrauchen ... inspiriert fühle, mir diesen Notizblock vorzunehmen und weiterzumachen. Und Inspiration ist deine Abteilung, nicht meine ! Ich verstehe. Du glaubst also, ich habe es hinausgezögert, nicht du. Ja, so ähnlich. Mein wunderbarer Freund, das sieht dir - und anderen Menschen - ja so ähnlich ! Da sitzt du ein halbes Jahr herum und unternimmst nichts zu deinem höchsten Wohl, ja schiebst es sogar von dir weg, und dann gibst du irgend jemandem oder etwas außerhalb von dir die Schuld dafür, daß du nicht vorankommst. Erkennst du da nicht ein Muster ? Nun... Ich sage dir: Es gibt keinen Zeitpunkt, wo ich nicht bei dir bin, keinen Moment, in dem ich nicht bereit bin. Habe ich dir das nicht schon früher gesagt ? Ja schon, aber... Ich bin immer bei dir, bis ans Ende aller Zeit. Doch ich werde dir nicht meinen Willen aufzwingen - niemals. Ich wähle für dich dein höchstes Wohl, aber darüber hinaus wähle ich für dich deinen Willen. Und das ist das sicherste Zeichen für Liebe. Wenn ich für dich will, was du für dich willst, dann liebe ich dich wirklich. Wenn ich für dich will, was ich für dich will, dann liebe ich mich durch dich. An demselben Maßstab kannst du ablesen, ob andere dich lieben und ob du andere wirklich liebst. Denn Liebe wählt nicht für sich selbst, sondern macht die Wahl möglich, die die geliebte Person getroffen hat. Das scheint dem, was du in Band 1 gesagt hast, direkt zu widersprechen, nämlich daß sich Liebe überhaupt nicht darum kümmert, was der andere ist, tut und hat, sondern nur darum, was das Selbst ist, tut und hat. Und es wirft auch andere Fragen auf wie... was ist mit der Mutter, die ihrem Kind zuruft, von der Straße wegzugehen ? Oder noch besser mit der Mutter, die sich unter Lebensgefahr in den Verkehrsstrom stürzt und das Kind da herausholt ? Was ist mit ihr ? Liebt sie ihr Kind nicht ? Und doch hat sie ihm ihren Willen aufgezwungen. Das Kind war schließlich auf der Straße, weil es das so wollte. Wie erklärst du diese Widersprüche ? Da ist kein Widerspruch. Doch du kannst die Harmonie darin nicht erkennen. Und du verstehst diese göttliche Doktrin, diesen Grundsatz von der Liebe so lange nicht, wie du nicht begreifst, daß meine Wahl im höchsten Sinn für mich dieselbe ist wie deine Wahl im höchsten Sinn für dich. Und das deshalb, weil du und ich eins sind. Schau, dieser göttliche Grundsatz ist auch eine göttliche Dichotomie, weil das Leben selbst eine Dichotomie ist - eine Erfahrung, innerhalb der zwei augenscheinlich widersprüchliche Wahrheiten im gleichen Raum zur gleichen Zeit existieren können. In diesem Fall besagen die vermeintlich widersprüchlichen Wahrheiten, daß du und ich getrennt voneinander existieren und daß du und ich eins sind. Ich stehe zu dem, was ich in Band 1 sagte: Der größte Fehler, den Menschen in ihren Beziehungen machen, ist der, daß sie sich darum sorgen, was der andere will, ist, tut oder hat. Sorgt euch nur um das Selbst. Was ist, tut oder hat das Selbst ? Was will, braucht, wählt das Selbst ? Worin besteht die im höchsten Sinn getroffene Wahl für das Selbst ? Ich stehe auch zu einer anderen Aussage in jenem Band: Die im höchsten Sinn getroffene Wahl für das Selbst wird auch zur Wahl im höchsten Sinn für den anderen, wenn das Selbst erkennt, daß da kein anderer ist. Das Problem ist also nicht, daß du das Beste für dich wählst, sondern daß du nicht weißt, was das Beste für dich ist. Das kommt daher, daß du nicht weißt, wer du wirklich bist, und noch weniger, wer du sein möchtest. Ich verstehe nicht. Nun, lass mich dir ein Beispiel geben. Wenn du das Autorennen in Indianapolis gewinnen willst, ist es vielleicht das Beste für dich, wenn du zweihundertdreißig Stundenkilometer fährst. Wenn du aber nur sicher zum Supermarkt kommen willst, ist das wohl nicht das Beste. Du sagst, alles steht in einem Zusammenhang, hängt von den Umständen ab. Ja. Alles im Leben. Was das Beste ist, hängt davon ab, wer du bist und zu sein bestrebt bist. Du kannst nicht auf intelligente Weise das Beste für dich wählen, solange du nicht auf intelligente Weise entschieden hast, wer und was du bist Ich als Gott weiß, was zu sein ich bestrebt bin. Deshalb weiß ich, was das Beste für mich ist. Und was ist das ? Sag mir, was ist das Beste für Gott ? Das zu erfahren wäre interessant... Das Beste für mich ist, dir das zu geben, was deiner Entscheidung nach das Beste für dich ist. Denn ich versuche der Ausdruck meines Selbst zu sein. Und dies bin ich durch dich. Kannst du dem folgen ? Ja tatsächlich, ob du es glaubst oder nicht. Gut. Nun werde ich etwas sagen, das du vielleicht nur schwer glauben kannst. Ich gebe dir immer das, was das Beste für dich ist... obwohl ich zugebe, daß du das vielleicht nicht immer erkennst. Dieses Rätsel mag sich nunmehr ein wenig lösen, da du zu verstehen beginnst, worauf ich aus bin. Ich bin Gott. Ich bin die Göttin. Ich bin das höchste Wesen. Das alles von allem. Der Anfang und das Ende. Alpha und Omega. Ich bin die Summe und die Substanz. Die Frage und die Antwort. Deren Auf und Ab. Das Linke und das Rechte, das Hier und Jetzt, das Davor und das Danach. Ich bin das Licht, und ich bin die Dunkelheit, die das Licht erschafft und es möglich macht. Ich bin das Gutsein ohne Ende und die Schlechtigkeit, die das Gutsein gut macht. Ich bin alle diese Dinge - das Alles von Allem -, und ich kann keinen Teil meines Selbst erfahren, ohne alles von meinem Selbst zu erfahren. Und das ist es, was du in bezug auf mich nicht verstehst. Du willst mich zu dem einen machen, aber nicht zum anderen. Zum Hohen und nicht zum Niedrigen. Zum Guten und nicht zum Schlechten. Doch indem du die Hälfte von mir leugnest, leugnest du die Hälfte deines Selbst. Und wenn du das tust, kannst du nie sein, wer du wirklich bist. Ich bin das großartige Alles und Jedes - und ich trachte danach, mich selbst in der Erfahrung zu erkennen. Ich tue das durch dich und alles andere Existierende. Und ich erfahre mein Selbst als großartig und herrlich durch die Wahl, die ich treffe. Denn jede Wahl ist selbstschöpferisch. Jede Wahl ist entscheidend. Jede Wahl repräsentiert mich - das heißt, sie repräsentiert, schenkt mich mir wieder - als den, der ich in diesem Moment zu sein wähle. Doch ich kann nicht die Wahl treffen, großartig zu sein, wenn es nichts zum Auswählen gibt. Ein Teil von mir muß weniger großartig sein, damit ich den Teil von mir wählen kann, der großartig ist. Und dasselbe gilt für dich. Ich bin Gott im Akt des Erschaffens meines Selbst. Und das bist du auch. Das ist es, wonach sich deine Seele und dein Geist sehnen. Wenn ich dich daran hinderte, das zu haben, was du für dich wählst, würde ich mein Selbst daran hindern, das zu haben, was ich wähle. Denn mein größtes Verlangen ist es, mich in meinem Selbst als das zu erfahren, was ich bin. Und wie ich so sorgfaltig und gewissenhaft in Band 1 erklärte, kann ich das nur im Raum dessen tun, was ich nicht bin Also habe ich sorgsam geschaffen, was ich nicht bin, um erfahren zu können, was ich bin. Und doch bin ich alles und jedes, was ich erschaffe - deshalb bin ich, m gewissem Sinn, was ich nicht bin. Wie kann jemand sein, was er nicht ist ? Ganz leicht. Du machst das die ganze Zeit. Beobachte nur dein Verhalten. Versuche das zu verstehen. Es gibt nichts, was ich nicht bin. Deshalb bin ich, was ich bin, und bin ich, was ich nicht bin. DIES IST DIE GÖTTLICHE DICHOTOMIE. Dies ist das göttliche Mysterium, das bisher nur die überragendsten Geister verstehen konnten. Ich habe es dir hier so offenbart, daß es auch andere begreifen können. Dies war die Botschaft von Band 1, und diese Grundwahrheit mußt du verstehen - in ihrer Tiefe erfassen -, wenn du die hier in Band 3 folgenden noch erhabeneren Wahrheiten verstehen und erfassen willst. Doch laß mich jetzt zu einer dieser Wahrheiten kommen, denn in ihr ist die Antwort auf den zweiten Teil deiner Frage enthalten. Ich hoffte, du würdest auf diesen Teil meiner Frage zurückkommen. In welcher Weise lieben Eltern ihr Kind, wenn sie sagen oder tun, was das Beste für es ist, auch wenn sie sich dabei über seinen Willen hinwegsetzen müssen ? Oder demonstrieren sie die wahrste Liebe, wenn sie es mitten im Verkehr spielen lassen ? Das ist eine wunderbare Frage. Und es ist die Frage, die sich alle Eltern in der einen oder andern Form stellen, seit es Elternschaft gibt. Die Antwort ist die gleiche für dich als Elternteil wie für mich als Gott. Was ist also die Antwort ? Geduld, mein Sohn, Geduld. »Gut Ding will Weile haben.« - Du kennst doch diesen Spruch. Ja, mein Vater sagte das immer, und ich konnte das nicht ausstehen. Das verstehe ich. Aber hab Geduld mit deinem Selbst, vor allem, wenn deine Wahl dir nicht bringt, was du deiner Meinung nach haben willst. Zum Beispiel die Antwort auf den zweiten Teil deiner Frage. Du sagst, du willst die Antwort, aber du wählst sie nicht. Du weißt, daß du sie nicht wählst, weil du nicht die Erfahrung machst, sie zu haben. In Wahrheit hast du die Antwort und hattest sie schon die ganze Zeit. Du wählst sie nur einfach nicht. Du triffst die Wahl zu glauben, daß du die Antwort nicht weißt - also weißt du sie auch nicht. Ja, auch darauf bist du in Band 1 eingegangen. Ich habe alles, was ich in diesem Moment zu haben wähle - einschließlich eines vollständigen Verständnisses von Gott -, aber ich erfahre nicht, daß ich es habe, bis ich weiß, daß ich es habe. Genau ! Das hast du perfekt ausgedrückt. Aber wie kann ich wissen, daß es so ist, solange ich nicht erlebe oder erfahre, daß es so ist ? Wie kann ich etwas wissen oder kennen, das ich nicht erfahren habe ? Hat nicht ein großer Geist gesagt: »Alles Wissen ist Erfahrung?« Er irrte sich. Wissen folgt nicht der Erfahrung - es geht ihr voraus. In dieser Sache zäumt die halbe Welt das Pferd von hinten auf. Du meinst also, ich kenne die Antwort auf den zweiten Teil meiner Frage und weiß nur nicht, daß ich sie weiß ? Genau. Aber wenn ich nicht weiß, daß ich sie weiß, dann weiß ich sie nicht. Das ist das Paradoxon, ja. Ich kapier's nicht... außer ich kapier's. So ist es. Wie kann ich also zu diesem Ort des »Wissens, daß ich etwas weiß«, gelangen, wenn ich nicht weiß, daß ich weiß ? Um zu wissen, daß du weißt, handle so, als ob du wüßtest. Dazu hast du auch irgend etwas in Band 1 gesagt. Ja. Wir sollten hier kurz die vorangegangenen Lehren rekapitulieren. Gut, daß du »zufällig« gerade die richtigen Fragen stellst, die mir gestatten, zu Beginn dieses Buches zusammenzufassen, was wir andernorts detailliert besprochen haben. In Band 1 sprachen wir über das Paradigma von Sein-Tun-Haben und darüber, daß die meisten Menschen hier umgekehrt verfahren. Die Leute glauben, daß sie, wenn sie ein Ding (mehr Zeit, Geld, Liebe - was auch immer) haben, endlich etwas tun können (ein Buch schreiben, einem Hobby nachgehen, Urlaub machen, ein Haus kaufen, eine Beziehung eingehen), was ihnen dann erlaubt, etwas zu sein (glücklich, friedlich, zufrieden oder verliebt). In Wahrheit drehen sie dieses Paradigma vom Sein-Tun-Haben um. Im wirklichen Universum (nicht in dem eurer Vorstellung) produziert Haben nicht Sein, sondern gerade umgekehrt. Erst bist du ein Ding, das man ».glücklich« (oder »wissend« oder »weise« oder »mitfühlend«) nennt, dann fängst du an, von diesem Seinsort aus Dinge zu tun - und entdeckst bald darauf, daß dieses Tun dir schließlich die Dinge bringt, die du immer haben wolltest. Wenn du diesen schöpferischen Prozeß - und darum handelt es sich - in Gang setzen willst, mußt du dir erst anschauen, was du haben willst, und dich fragen, was du deiner Ansicht nach sein würdest, wenn du es hättest, und dich dann direkt auf dieses Sein verlegen. Auf diese Weise dreht ihr eure übliche Anwendung des Paradigmas vom Sein-TunHaben um - wendet es richtig an - und arbeitet mit der schöpferischen Kraft des Universums statt gegen sie. Zusammengefaßt läßt sich das Prinzip folgendermaßen ausdrücken: Im Leben braucht ihr nicht irgend etwas zu tun. Es ist alles eine Frage dessen, was ihr seid. Das ist eine der drei Botschaften, auf die ich am Ende unseres Dialogs - und dieses Buches - zurückkommen werde. Stell dir nun mal eine Person vor, die weiß, daß sie, wenn sie nur ein bißchen mehr Zeit, ein bißchen mehr Geld oder ein bißchen mehr Liebe hätte, wirklich glücklich wäre. Sie begreift nicht den Zusammenhang, der zwischen ihrem Gefühl, nicht sehr glücklich zu sein, und der Tatsache, nicht die Zeit, das Geld oder die Liebe zu haben, die sie sich wünscht, besteht. Richtig. Dagegen scheint die Person, die glücklich ist, die Zeit zu haben, um alles wirklich Wichtige tun zu können, alles nötige Geld zu haben und genügend Liebe, daß es für ein ganzes Leben reicht. Sie stellt fest, daß sie alles Nötige hat, um glücklich zu sein... indem sie von Anfang an glücklich ist ! Genau. Die im voraus getroffene Entscheidung, was zu sein du wählst, erzeugt eben dies in deiner Erfahrungswelt. »Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage.« Ganz recht. Glück ist ein Geisteszustand und reproduziert sich wie alle Geisteszustände in physischer Form. Hier ist ein Spruch für einen Aufkleber: »Alle Geisteszustände reproduzieren sich.« Aber wie kannst du von Anfang an glücklich oder irgend etwas, das du sein möchtest, sein - wohlhabender oder mehr geliebt, zum Beispiel -, wenn du nicht hast, was du deiner Meinung nach brauchst, um es zu sein ? Handle so, als wärest du es, und du wirst es anziehen. Du wirst das, was du durch dein Handeln, als ob du es seist, zum Ausdruck bringst. Mit anderen Worten: Täusche es vor, bis es Wirklichkeit wird. Ja, so ähnlich. Nur kannst du dieses Sein nicht wirklich »vor-täuschen«. Du mußt in deinem Handeln lauter und ehrlich sein. Alles, was du tust, muß der Lauterkeit und Ehrlichkeit entspringen, oder die Früchte deines Handelns gehen verloren. Das ist nicht deshalb so, weil ich dich nicht »belohnen« würde. Gott »belohnt« und »bestraft« nicht, wie du weißt. Aber das Naturgesetz erfordert, daß Körper, Geist und Seele in Gedanken, Wort und Tat geeint sein müssen, wenn der Schöpfungsprozeß funktionieren soll. Du kannst deinen Geist nicht übertölpeln. Er weiß es, wenn du unaufrichtig bist, und das war's dann. Damit hast du jede Chance vertan, daß er dir bei diesem schöpferischen Prozeß helfen kann. Du kannst natürlich auch ohne deinen Geist etwas erschaffen - es ist nur erheblich schwieriger. Du kannst deinen Körper bitten, etwas zu tun, woran dein Geist nicht glaubt, und wenn dein Körper das lange genug macht, wird dein Geist allmählich seinen vormaligen Gedanken in dieser Sache aufgeben und einen neuen Gedanken erschaffen. Mit diesem neuen Gedanken bist du schon auf dem Weg, etwas als einen permanenten Aspekt deines Seins zu erschaffen, statt nur etwas aus-zuagieren. Das ist die harte Tour, aber auch in solchen Fällen muß dein Handeln ehrlich sein. Im Gegensatz zu Menschen läßt sich das Universum nicht manipulieren. Wir haben es hier also mit einem sehr empfindlichen Gleichgewicht zu tun. Der Körper tut etwas, woran der Geist nicht glaubt, doch der Geist muß dem Handeln des Körpers das Element der Ehrlichkeit hinzufügen, wenn es funktionieren soll. Wie kann der Geist Ehrlichkeit hinzufügen, wenn er nicht an das glaubt, was der Körper tut ? Indem er das selbstsüchtige Element des persönlichen Gewinns ausräumt. Wie ? Der Geist ist vielleicht nicht imstande, ehrlich zu glauben, daß die Handlungen des Körpers dir bringen können, was du wählst, aber er scheint sich doch sehr klar darüber zu sein, daß Gott durch dich einem anderen Gutes bringt. Gib deshalb das, was du für dich selbst wählst, einem anderen. himmels-engel.de Würdest du das bitte wiederholen ? Natürlich: Gib das, was du für dich selbst wählst, einem anderen. Wenn du die Wahl triffst, glücklich zu sein, laß einen anderen glücklich sein. Wenn du die Wahl triffst, erfolgreich zu sein, laß einen anderen erfolgreich sein. Wenn du die Wahl triffst, mehr Liebe in deinem Leben zu haben, laß einen anderen mehr Liebe in seinem Leben haben. Handle aufrichtig - nicht, weil du den persönlichen Gewinn anstrebst, sondern weil du wirklich willst, daß der andere dies hat - und alle Dinge, die du weggibst, werden dir zukommen. Warum ist das so ? Wie funktioniert das ? Dein Akt des Weggebens bewirkt in dir die Erfahrung, daß du es hast, um es weggeben zu können. Da du einem anderen nicht etwas geben kannst, das du nicht hast, kommt dein Geist zu einer neuen Schlußfolgerung, faßt er einen neuen Gedanken - nämlich, daß du es haben mußt, denn sonst könntest du es nicht weggeben. Dieser neue Gedanke wird dann deine Erfahrung. Du fängst an, es zu sein. Und wenn du erst einmal anfängst, etwas zu sein, hast du die machtvollste Erschaffungsmaschinerie des Universums in Gang gesetzt - dein göttliches Selbst. Was immer du bist, das erschaffst du. Der Kreis schließt sich, und du wirst mehr und mehr davon in deinem Leben erschaffen. Es wird sich in deiner physischen Erfahrungswelt manifestieren. Das ist das größte Geheimnis des Lebens. Um dir das zu sagen, wurden Band 1 und 2 geschrieben. Dort steht alles, nur sehr viel detaillierter. Erkläre mir bitte, warum Ehrlichkeit so wichtig ist, wenn wir einem anderen etwas geben, das wir für uns selbst wählen. Wenn du einem anderen etwas mit Hintergedanken gibst, weil du manipulieren und eigentlich dir etwas zukommen lassen möchtest, weiß dein Geist das. Damit signalisierst du ihm nur, daß du das jetzt nicht hast. Und da das Universum nichts weiter als eine riesige Kopiermaschine ist, die deine Gedanken in physischer Form reproduziert, wird dies deine Erfahrung werden. Das heißt, du wirst weiterhin erleben, daß du es nicht hast -ganz gleich, was du machst. Weiterhin wird es auch die Erfahrung der Person sein, der du es zu geben versuchst. Sie wird merken, daß du nur danach trachtest, etwas zu bekommen, daß du im Grunde gar nichts anzubieten hast. Dein Geben wird eine leere Geste sein und in ihrer ganzen egoistischen Oberflächlichkeit erkannt werden. Genau das, was du anzuziehen bestrebt warst, wirst du so von dir wegstoßen. Doch wenn du einem anderen etwas mit reinem Herzen gibst, weil du siehst, daß er oder sie es möchte, braucht oder haben sollte, dann wirst du entdecken, daß du es hast, um es geben zu können. Und das ist eine großartige Entdeckung. Das ist wahr ! So funktioniert es tatsächlich. Ich kann mich erinnern, daß ich einmal, als die Dinge in meinem Leben nicht sehr gut liefen, ganz verzweifelt dachte, daß ich kein Geld und nur noch sehr wenig zu essen hatte. Ich wußte nicht, wann ich wieder zu einer ordentlichen Mahlzeit kommen würde oder wie ich meine Miete bezahlen sollte. An diesem Abend stieß ich an der Busstation auf ein junges Paar. Da saßen diese Kinder zusammengekauert auf einer Bank und deckten sich mit ihren Mänteln zu. Ihr Anblick rührte mein Herz. Ich erinnerte mich an meine eigene Jugend, wie es war, als wir von der Hand in den Mund lebten und auch so unterwegs waren. Ich ging auf sie zu und fragte sie, ob sie zu mir nach Hause kommen, am Feuer sitzen, ein bißchen heiße Schokolade trinken und vielleicht auf meiner Couch übernachten wollten. Sie sahen mich mit großen Augen an wie Kinder am Weihnachtsabend. Wir gingen dann zu mir nach Hause und ich kochte etwas für sie. An diesem Abend aßen wir alle so gut wie schon lange nicht mehr. Die Nahrungsmittel waren immer dagewesen. Der Kühlschrank war voll, ich mußte nur nach hinten langen, wo ich das ganze Zeug hingeschoben hatte. Ich fabrizierte einen Eintopf aus allem, was sich im Kühlschrank fand, und er war köstlich ! Ich entsinne mich, daß ich mich fragte, wo das ganze Essen herkam. Am nächsten Morgen machte ich den beiden sogar noch Frühstück, bevor ich sie auf den Weg brachte. An der Busstation gab ich ihnen noch einen Zwanzigdollarschein, der sich in meiner Hosentasche fand. »Das wird euch vielleicht eine Hilfe sein«, sagte ich und umarmte sie zum Abschied. Den ganzen Tag über fühlte ich mich, was meine eigene Situation anging, viel besser. Was sage ich, die ganze Woche über. Und dieses Erlebnis, das ich nie vergessen habe, hat meine Ansichten und mein Verständnis vom Leben grundlegend verändert. Von da an wurden die Dinge besser, und als ich mich heute morgen im Spiegel betrachtete, bemerkte ich etwas sehr Wichtiges. Ich bin immer noch hier. Das ist eine schöne Geschichte. Und du hast recht. Genauso funktioniert es. Wenn du also etwas möchtest, dann gib es weg. Es wird dir dann nicht mehr fehlen. Du wirst sofort erfahren, daß du es hast. Von da an ist es nur noch eine Sache des Maßes. Psychologisch gesehen wirst du feststellen, daß es sehr viel leichter ist, hinzuzufügen, als etwas aus dem Nichts zu erschaffen. Ich habe das Gefühl, hier gerade etwas sehr Tiefgründiges gehört zu haben. Kannst du das nun zum zweiten Teil meiner Frage in Beziehung setzen ? Gibt es da eine Verbindung ? Schau, ich möchte dir nahebringen, daß du die Antwort auf diese Frage bereits hast. Im Moment lebst du den Gedanken aus, daß du die Antwort nicht hast; daß du Weisheit besäßest, wenn du die Antwort hättest. Also wendest du dich an mich, um Weisheit zu erlangen. Doch ich sage dir, sei Weisheit, und du wirst sie haben. Und wie kommt man am schnellsten dazu, Weisheit zu sein ? Laß einen anderen weise sein. Möchtest du die Antwort auf diese Frage haben ? Gib einem anderen die Antwort. Also stelle ich jetzt dir die Frage. Ich tue so, als ob ich es nicht wüßte, und du gibst mir die Antwort. Wie können eine Mutter oder ein Vater, die ihr Kind von der Straße holen, es wirklich lieben, wenn Liebe bedeutet, daß du für den anderen willst, was dieser für sich selbst will ? Ich weiß es nicht. Ich weiss. Aber was würdest du antworten, wenn du dächtest, du wüßtest es ? Nun, ich würde sagen, daß die Mutter oder der Vater für das Kind wirklich wollen, was dieses wollte - nämlich am Leben bleiben. Ich würde sagen, daß das Kind nicht sterben wollte, aber einfach nicht wußte, daß es im Straßenverkehr umkommen könnte. Die Eltern haben also dem Kind nicht seinen Willen genommen, sondern kamen einfach in Kontakt mit der wahren Wahl des Kindes, mit seinem tiefsten Wunsch. Das wäre eine sehr gute Antwort. Wenn das stimmt, dann solltest du, Gott, nichts anderes tun, als uns davon abhalten, daß wir uns Schaden zufügen, denn das kann nicht unser tiefster Wunsch sein. Und doch schädigen wir uns die ganze Zeit, und du sitzt nur herum und schaust zu. Ich bin immer mit eurem tiefsten Wunsch in Berührung und gebe ihm immer statt. Auch wenn ihr etwas tut, das euren Tod verursacht - wenn das euer tiefster Wunsch ist, dann bekommt ihr das auch: die Erfahrung des Sterbens. Ich behindere euch nie in eurem tiefsten Verlangen. Willst du damit sagen, daß wir, wenn wir uns Schaden zufügen, es deshalb tun, weil es unser Wunsch war ? Unser tiefstes Verlangen ? Ihr könnt euch keinen Schaden zufügen. Ihr seid nicht imstande, beschädigt zu werden. »Schaden« ist eine subjektive Reaktion, kein objektives Phänomen. Ihr könnt die Wahl treffen, als Resultat irgendeiner Begegnung oder eines Phänomens die Erfahrung zu machen, daß euch Schaden zugefügt wird, aber das ist ganz und gar eure Entscheidung. Angesichts dieser Wahrheit lautet die Antwort auf deine Frage: Ja, wenn ihr euch selbst Schaden zugefügt habt, dann war dies euer Wunsch. Doch ich spreche hier auf einer sehr hohen esoterischen Ebene, die im Grunde nicht die Ebene deiner Frage ist. Im Sinne, wie du es meinst, nämlich als Sache der bewußten Wahl, würde ich sagen: Jedesmal, wenn ihr etwas tut, womit ihr euch schadet, dann tut ihr es nicht, weil ihr es so wollt. Das Kind, das von einem Auto angefahren wird, weil es auf die Straße lief, wollte das nicht - wünschte es nicht, strebte es nicht an, wählte es nicht bewußt. Der Mann, der immer wieder dieselbe Art von Frau in unterschiedlicher Verpackung heiratet, die die falsche für ihn ist, will nicht ständig schlechte Ehen - wünscht sie nicht, strebt sie nicht an, wählt sie nicht bewußt. Man kann nicht sagen, daß die Person, die sich mit dem Hammer auf den Daumen haut, diese Erfahrung wollte. Sie war nicht gewünscht, angestrebt, bewußt gewählt. Doch alle objektiven Phänomene werden von dir unterbewußt angezogen; alle Ereignisse werden von dir unbewußt erschaffen; jede Person, jeder Ort oder jedes Ding in deinem Leben wurde von dir zu dir herangezogen - vom Selbst erschaffen, wenn du so willst -, um dir die perfekten Bedingungen, die perfekte Gelegenheit zu liefern, mit deren Hilfe du erfahren kannst, was du in deinem Entwicklungsprozeß als nächstes zu erfahren wünschst. Es kann in deinem Leben nichts, aber auch gar nichts geschehen, was dir nicht die absolut perfekte Gelegenheit bietet, etwas zu heilen, zu erschaffen oder zu erfahren, das du heilen, erschaffen oder erfahren möchtest, um zu sein, wer du wirklich bist. Und wer bin ich wirklich ? Wer immer zu sein du wählst. Jeder Aspekt der Göttlichkeit, der du zu sein wünschst, ist, wer du bist. Das kann sich ständig ändern und ändert sich auch oft von Moment zu Moment. Wenn dein Leben ruhiger werden, wenn es dir nicht mehr eine so große Vielfalt an Erfahrungen bescheren soll, dann kannst du das folgendermaßen bewerkstelligen: Hör einfach auf, deine Meinung über wer du bist und wer du sein willst so oft zu ändern. Das ist leichter gesagt als getan ! Ich beobachte, dass ihr alle diese Entscheidungen auf vielen verschiedenen Ebenen trefft. Das Kind, das beschließt, auf die Straße zu gehen und mitten im Verkehr zu spielen, trifft nicht die Wahl zu sterben. Es trifft vielleicht eine ganze Reihe von Entscheidungen, aber das Sterben gehört nicht dazu. Die Mutter weiß das. Das Problem ist hier, daß das Kind sich für Dinge entschieden hat, die zu mehr als einem Resultat führen könnten, sein Sterben eingeschlossen. Diese Tatsache ist ihm nicht klar, ist ihm nicht bekannt. Es ist die fehlende Information, die das Kind daran hindert, eine klare Wahl, eine bessere Wahl zu treffen. Du siehst also, du hast es perfekt analysiert. Nun, ich als Gott werde nie in eure Entscheidungen eingreifen - aber ich werde immer wissen, was ihr gewählt habt. Von daher kannst du davon ausgehen, daß alles, was dir passiert, so auch perfekt ist - denn nichts entkommt der Vollkommenheit in Gottes Welt. Der Plan deines Lebens und die Menschen, Orte und Ereignisse darin sind alle perfekt vom vollkommenen Schöpfer der Vollkommenheit selbst erschaffen worden: von dir. Und von mir... in dir, als du und durch dich. Nun können wir in diesem gemeinsamen schöpferischen Prozeß bewußt oder unbewußt zusammenarbeiten. Du kannst dich bewußt oder unbewußt durchs Leben bewegen. Du kannst deinen Weg schlafend oder wach gehen. Du hast die Wahl. Warte, kommen wir auf diese Bemerkung von dir zurück, daß wir alle unsere Entscheidungen auf vielen verschiedenen Ebenen treffen. Kannst du das ausführlicher erklären ? Was bedeutet das ? Wenn du dir nichts weiter wünschtest als das, wonach deine Seele verlangt, dann wäre alles sehr einfach. Wenn du auf den Teil in dir hörtest, der nur Seele ist, fielen dir alle deine Entscheidungen leicht und wären alle Resultate von Freude begleitet. Denn die Entscheidungen der reinen Seele sind immer eine Wahl im höchsten und besten Sinn. Diese Entscheidungen müssen nicht weiter kritisch betrachtet, nicht analysiert oder bewertet werden. Sie brauchen nur befolgt, nur gelebt zu werden. Aber ihr seid nicht nur Seele. Ihr seid ein dreieiniges Wesen, das aus Körper, Geist und Seele besteht. Das macht eure Herrlichkeit aus und auch das Wunder. Denn oft trefft ihr auf allen drei Ebenen zugleich Entscheidungen - die keinesfalls immer in Einklang miteinander stehen. Es ist nicht ungewöhnlich, daß euer Körper das eine will, euer Geist etwas anderes und eure Seele ein drittes. Das trifft vor allem auf Kinder zu, die oft noch nicht reif genug sind, um unterscheiden zu können zwischen dem, was für den Körper nach »Vergnügen« klingt und was für den Geist Sinn macht - ganz zu schweigen von dem, was die Saiten der Seele zum Erklingen bringt. Also wandert das Kind auf die Straße. Nun, als Gott bin ich mir all eurer Entscheidungen bewußt - auch jener, die ihr unterbewußt trefft. Ich werde mich nie in sie einmischen, ganz im Gegenteil. Es ist meine Aufgabe, sicherzustellen, daß ihnen entsprochen wird. (In Wahrheit gewährt ihr das eurem Selbst. Ich habe nur ein System eingerichtet, das euch das ermöglicht. Dieses System nennt man Schöpfungsprozeß und wird in Band 1 im Detail erklärt.) Wenn eure Entscheidungen miteinander in Konflikt stehen -wenn Körper, Geist und Seele nicht einheitlich agieren -, arbeitet der Schöpfungsprozeß auf allen Ebenen und führt gemischte Resultate herbei. Wenn sich dagegen dein Sein in Harmonie befindet und deine Entscheidungen einheitlicher Natur sind, können sich erstaunliche Dinge ereignen. »Alle beisammenhaben« ist eine gängige Redewendung unter euren jungen Leuten, mit der sich dieser geeinte Seinszustand ganz gut beschreiben läßt. Innerhalb der Ebenen eurer Entscheidungsprozesse existieren noch weitere Ebenen, was vor allem für den Geist gilt. Euer Geist kann auf einer von mindestens drei inneren Ebenen eine Wahl treffen und tut es auch: nämlich auf der Ebene der Logik, der Intuition und der Emotion. Manchmal gründet er sich auf alle drei, was das Potential für noch mehr innere Konflikte in sich birgt. Und innerhalb einer dieser Ebenen, der Emotion, gibt es noch weitere fünf Ebenen. Das sind die fünf natürlichen Emotionen: Kummer, Ärger, Neid, Angst und Liebe. Innerhalb dieser existieren zwei endgültige Ebenen: Liebe und Angst. Die fünf natürlichen Emotionen schließen Liebe und Angst mit ein, doch diese beiden bilden das Fundament aller Emotionen. Die anderen drei natürlichen Emotionen gehen aus der Liebe und Angst hervor. Letztlich speisen sich alle Gedanken aus der Liebe oder der Angst. Das ist die große Polarität. Das ist die Urdualität. Alles läßt sich auf eines von beiden zurückführen. Auf eines von beiden gründen sich alle Gedanken, Ideen, Vorstellungen, Einsichten, Entscheidungen und Handlungen. Und am Ende gibt es dann wirklich nur noch eines. Liebe. In Wahrheit ist Liebe alles, was es gibt. Auch die Angst ist eine Nebenerscheinung der Liebe und bringt, wenn sie effektiv eingesetzt wird, Liebe zum Ausdruck. Angst drückt Liebe aus ? In ihrer höchsten Form - ja. Alles drückt Liebe aus, sofern es sich um einen Ausdruck in seiner höchsten Form handelt. Drückt die Mutter, die das Kind davor bewahrt, vom Auto überfahren zu werden, Angst oder Liebe aus ? Nun, beides, nehme ich an. Angst um das Leben des Kindes und Liebe - genug, um zur Rettung des Kindes das eigene Leben zu riskieren. Genau. Und hier sehen wir, daß Angst in ihrer höchsten Form zur Liebe wird... sie ist Liebe... als Angst ausgedrückt. Ähnlich sind auch die anderen natürlichen Emotionen, Kummer, Ärger und Neid, eine Ausdrucksform von Angst, die wiederum letztlich eine Form von Liebe darstellt. Eines führt zum anderen. Verstehst du ? Problematisch wird es, wenn eine der fünf natürlichen Emotionen verzerrt wird. Dann werden sie zu etwas Groteskem und sind nicht mehr als eine natürliche Folge der Liebe zu erkennen, geschweige denn als ein Ausdruck Gottes, der die absolute Liebe ist. Ich habe durch meine wunderbare Verbindung mit Dr. Elisabeth Kübler-Ross schon von diesen fünf natürlichen Emotionen gehört. Sie hat mich darüber belehrt. Richtig. Und ich war es, der sie dazu inspirierte. Das heißt also, wenn ich Entscheidungen treffe, hängt viel davon ab, »woher ich komme«, und dies kann wiederum mehrere Schichten haben. Ja, so verhält es sich. Bitte, sag mir noch mal alles über die fünf natürlichen Emotionen. Ich möchte es gerne noch einmal hören, weil ich viel von dem, was mir Elisabeth beigebracht hat, vergessen habe. Kummer (Leid, Schmerz) ist eine natürliche Emotion. Er ist der Teil von dir, der dir Abschied zu nehmen erlaubt, wenn du es gar nicht möchtest; es läßt dich die innere Traurigkeit über die Erfahrung irgendeines Verlustes zum Ausdruck bringen, herausdrängen, herausstoßen. Dabei kann es sich um den Verlust einer geliebten Person oder auch einer Kontaktlinse handeln. Wenn du deinen Kummer zum Ausdruck bringen darfst, wirst du ihn los. Kinder, die traurig sein dürfen, wenn sie traurig sind, haben als Erwachsene ein gesundes Verhältnis zur Traurigkeit und durchlaufen deshalb im allgemeinen ihre Kummerphasen sehr rasch. Kinder, die ermahnt werden, nicht zu weinen, tun sich als Erwachsene mit dem Weinen schwer. Schließlich wurde ihnen ihr ganzes Leben lang gesagt, daß sie das nicht tun sollen, sie unterdrücken daher ihren Kummer. Ständig unterdrückter Kummer wird zur chronischen Depression, eine sehr unnatürliche Emotion. Menschen haben wegen chronischer Depression getötet, Kriege wurden begonnen, Nationen gingen unter. Ärger ist eine natürliche Emotion. Er erlaubt dir »nein danke« zu sagen. Man muß dabei nicht ausfallend werden und braucht auch nie einem anderen Schaden zuzufügen. Wenn Kinder ihrem Ärger Luft machen dürfen, haben sie als Erwachsene ein sehr gesundes Verhältnis dazu und durchlaufen daher im allgemeinen Phasen des Ärgers sehr rasch. Kinder, denen das Gefühl vermittelt wird, daß Ärger etwas Negatives ist - daß es falsch ist, ihm Ausdruck zu geben, ja daß sie ihn nicht einmal verspüren sollten -, werden als Erwachsene nur schwer mit ihrem Ärger auf angemessene Weise umgehen können. Aus ständig unterdrücktem Ärger wird rasende Wut, eine sehr unnatürliche Emotion. Menschen haben in rasender Wut getötet, Kriege wurden begonnen, Nationen gingen unter. Neid ist eine natürliche Emotion. Sie läßt den Fünfjährigen wünschen, die Türklinke so erreichen zu können wie seine Schwester - oder dieses Fahrrad zu fahren. Neid ist eine natürliche Emotion, die in dir den Wunsch entstehen läßt, es noch mal zu probieren, dich mehr anzustrengen, nicht nachzulassen, bis du Erfolg hast. Neidisch zu sein ist sehr gesund und natürlich. Wenn Kinder ihren Neid zum Ausdruck bringen dürfen, haben sie als Erwachsene eine sehr gesunde Einstellung dazu und durchlaufen deshalb im allgemeinen ihre Neidphasen sehr rasch. Kinder, denen das Gefühl vermittelt wurde, daß Neid nicht in Ordnung ist - daß es falsch ist, ihm Ausdruck zu geben, ja ihn überhaupt zu verspüren -, werden als Erwachsene nur schwer mit ihrem Neid auf angemessene Weise umgehen können. Aus ständig unterdrücktem Neid wird Eifersucht, eine sehr unnatürliche Emotion. Menschen haben aus Eifersucht getötet, Kriege wurden begonnen, Nationen gingen unter. Angst ist eine natürliche Emotion. Alle Babys kommen mit nur zwei Ängsten auf die Welt: mit der Angst vor dem Fallen und der Angst vor lauten Geräuschen. Alle anderen Ängste sind erlernte Reaktionen, die dem Kind durch seine Umwelt und Eltern beigebracht werden. Der Sinn und Zweck der natürlichen Angst ist die Anleitung zu einer gewissen Vorsicht. Vorsicht hilft den Körper am Leben zu erhalten. Sie ist eine natürliche Folge der Liebe, der Selbst-Liebe. Kinder, denen das Gefühl vermittelt wird, daß Angst etwas Schlechtes ist - daß es falsch ist, sie zu zeigen, ja daß sie nicht einmal verspürt werden sollte -, werden es als Erwachsene schwer haben, mit ihrer Angst auf angemessene Weise umzugehen. Aus ständig unterdrückter Angst wird Panik, eine sehr unnatürliche Emotion. Menschen haben aus der Panik heraus getötet, Kriege wurden begonnen, Nationen gingen unter. Liebe ist eine natürliche Emotion. Wenn sie von einem Kind normal und natürlich, ohne Einschränkung oder Vorbedingung, Scham oder Verlegenheit zum Ausdruck gebracht und empfangen werden darf, braucht es nichts weiter. Denn eine solche Liebe ist sich selbst genug. Doch Liebe, die an Bedingungen geknüpft ist, die eingeschränkt, durch Regeln und Vorschriften, Rituale und Restriktionen verbogen, die kontrolliert, manipuliert und zurückgehalten wird, wird unnatürlich. Kinder, denen das Gefühl vermittelt wird, daß ihre natürliche Liebe nicht in Ordnung ist - daß es falsch ist, sie zum Ausdruck zu bringen, ja sie überhaupt zu verspüren -, werden sich als Erwachsene schwertun, mit der Liebe auf angemessene Weise umzugehen. Aus ständig unterdrückter Liebe wird Besitzanspruch und Besitzgier. Menschen haben aus Besitzgier getötet, Kriege wurden begonnen, Nationen gingen unter. Und so kommt es, daß die natürlichen Emotionen, wenn sie unterdrückt werden, unnatürliche Reaktionen bewirken. Und in den meisten Menschen sind die natürlichen Emotionen unterdrückt. Doch sie sind eure Freunde. Sie sind eure Gaben. Sie sind eure göttlichen Werkzeuge, mit deren Hilfe ihr eure Erfahrungen gestaltet. Euch werden diese Werkzeuge mit eurer Geburt an die Hand gegeben. Sie sollen euch beim Umgang mit dem Leben helfen. Warum sind diese Emotionen bei den meisten Menschen unterdrückt ? Man hat ihnen beigebracht, sie zu unterdrücken. Man hat sie dazu ermahnt. Wer hat das getan ? Die Eltern. Die, die sie erzogen haben. Waram ? Warum sollten sie das tun ? Weil sie es so von ihren Eltern gelernt haben, und diese haben es von ihren Eltern. Ja, ja. Aber warum ? Was passiert da ? Was passiert, ist, daß die falschen Leute die Aufgaben der Eltern übernehmen. Was meinst du damit ? Wer sind die »falschen Leute« ? Die Mutter und der Vater. Die Mutter und der Vater sind die falschen Leute für die Kindererziehung ? Wenn die Eltern jung sind - ja. In den meisten Fällen - ja. Tatsächlich ist es ein Wunder, daß so viele von ihnen dabei noch so gute Arbeit leisten. Niemand ist schlechter für die Kindererziehung ausgerüstet als junge Eltern. Und das weiß übrigens niemand besser als die jungen Eltern. Die meisten Eltern übernehmen ihre Aufgabe, wenn sie selbst noch sehr wenig Lebenserfahrung haben. Sie sind ja noch kaum der Obhut ihrer eigenen Eltern entwachsen. Sie suchen immer noch nach Antworten, nach Hinweisen. Sie haben sich noch nicht einmal selbst entdeckt und versuchen nun andere, die noch verletzlicher sind als sie selbst, zur Entdeckung anzuleiten und zu ermuntern. Sie sind noch nicht einmal zu einer Selbstdefinition gelangt und sollen nun andere definieren. Sie versuchen immer noch, mit der grauenhaft falschen Definition, die sie von ihren Eltern gelernt haben, fertig zu werden. Sie haben noch nicht einmal entdeckt, wer sie sind, und versuchen anderen zu sagen, wer diese sind. Sie stehen unter gewaltigem Druck, es richtig zu machen, und haben doch noch nicht einmal ihr eigenes Leben wirklich im Griff. Also machen sie alles verkehrt - in ihrem eigenen Leben und bei dem ihrer Kinder. Wenn sie Glück haben, richten sie bei ihren Sprößlingen nicht allzu großen Schaden an. Ihre Nachkommenschaft wird darüber hinwegkommen - aber wahrscheinlich erst, nachdem sie schon einiges an ihre Kinder weitergegeben hat. Die meisten Menschen erwerben sich die Weisheit, die Geduld, das Verständnis und die Liebe, die es braucht, um wunderbare Eltern sein zu können, erst nach den fahren ihres aktiven Elterndaseins. Warum ist das so ? Ich verstehe das nicht. Ich sehe, daß deine Beobachtungen auf viele Fälle zutreffen, aber warum ist das so ? Weil es nie so gedacht war, daß die, die in jungen Jahren Kinder bekommen, auch die sind, die die Kinder aufziehen. Die Jahre dieser Aktivität sollten eigentlich erst beginnen, wenn sie bei euch derzeit schon vorbei sind. Ich verstehe immer noch nicht ganz. Menschen sind biologisch imstande, Kinder auf die Welt zu bringen, wenn sie selbst noch Kinder sind, und das sind sie - wie die meisten von euch überrascht vernehmen werden -vierzig oder fünfzig Jahre lang. Menschen sind selbst vierzig oder fünfzig fahre lang »Kinder«' ! Unter einem bestimmten Gesichtspunkt - ja. Ich weiß, das ist eine für euch schwer verdauliche Wahrheit, aber schau dich um. Vielleicht kann dir das Verhalten deiner Spezies als Beweis dafür dienen. Die Schwierigkeit ist die, daß ihr in eurer Gesellschaft mit einundzwanzig als ..erwachsen« und auf die Welt vorbereitet geltet. Bedenkt man zudem, daß viele von euch von Müttern und Vätern aufgezogen wurden, die anfangs auch nicht viel älter als einundzwanzig waren, kannst du allmählich das Problem erkennen. Wenn die, die die Kinder bekommen, auch dazu bestimmt wären, die Kinder aufzuziehen, dann setzte das zeugungs- und gebärfähige Alter erst mit fünfzig ein ! Es war so gedacht, daß die Jungen, die einen starken und gutentwickelten Körper haben, die Kinder bekommen. Das Aufziehen der Kinder sollte hingegen den Älteren obliegen, deren Geist stark und gut entwickelt ist. In eurer Gesellschaft habt ihr darauf bestanden, die, die die Kinder bekommen, auch für deren Erziehung verantwortlich zu machen. Das hat zur Folge, daß das Elterndasein sehr schwierig geworden ist, und die mit der Sexualität verbundenen Energien mit allerlei Komplikationen befrachtet sind. Äh... könntest du das erklären ? Ja. Es haben schon viele die Beobachtung gemacht, daß die meisten Menschen nicht wirklich imstande sind, die Kinder dann, wenn sie fähig sind, sie zu bekommen, auch aufzuziehen. Doch nachdem die Menschheit dies entdeckt hatte, hat sie die genau falsche Lösung eingeführt. Statt den jüngeren Menschen zu erlauben, ihre Sexualität zu genießen und, falls Kinder daraus hervorgehen, die Älteren sie aufziehen zu lassen, ermahnt ihr die jungen Menschen dazu, sich so lange nicht auf Sex einzulassen, bis sie nicht bereit sind, auch die Verantwortung für das Aufziehen der Kinder zu übernehmen. Ihr habt es zu einem »Unrecht« erklärt, wenn sie vor dieser Zeit sexuelle Erfahrungen machen, und auf diese Weise etwas mit einem Tabu belegt, das eigentlich ein wunderbarer Anlaß zum Feiern sein sollte. Natürlich ist dies ein Tabu, um das sich die Nachkommenschaft wenig kümmert, und das aus gutem Grund: Es ist völlig unnatürlich, sich daran zu halten. Menschen haben das Verlangen, sich zusammenzutun und zu paaren, sobald ihnen ein inneres Signal sagt, daß sie bereit dazu sind. Das ist die menschliche Natur. Doch ihre Gedanken über ihre eigene Wesensnatur haben mehr mit dem zu tun, was ihre Eltern ihnen gesagt haben, als mit dem, was sie in ihrem Innern fühlen. Eure Kinder blicken auf euch, damit ihr ihnen sagt, worum es im Leben geht. Wenn sie also ihre ersten Impulse verspüren, sich heimlich anzugucken, unschuldig miteinander herumzuspielen, die Unterschiede zu erforschen, dann erwarten sie von euch deutliche Signale. Ist dieser Aspekt ihrer menschlichen Natur »gut« ? Ist er »schlecht« ? Wird er gebilligt ? Muß er unterdrückt werden ? Zurückgehalten ? Gehemmt ? Was die Eltern ihren Kindern über diesen Aspekt ihrer menschlichen Natur erzählen, entspringt allem möglichen: dem, was man ihnen erzählt hat, was ihre Religion sagt, was ihre Gesellschaft denkt - allem außer der natürlichen Ordnung der Dinge. In der natürlichen Ordnung euer Spezies blüht die Sexualität irgendwann im Alter zwischen neun und vierzehn auf. Ab fünfzehn Jahren ist sie in den meisten Menschen sehr präsent und macht sich stark bemerkbar. Dann beginnt der Wettlauf: Die Kinder machen sich auf, um ihre freudvolle sexuelle Energie auszuleben, und die Eltern gehen dagegen an und wollen sie stoppen. Die Eltern brauchten in diesem Kampf schon immer allen Beistand, den sie ausfindig machen konnten, weil sie, wie bereits erwähnt, von ihren Sprößlingen forderten, etwas nicht zu tun, das ganz und gar zu ihrer Natur gehört. Also erfanden die Eltern zur Rechtfertigung ihrer unnatürlichen Forderungen alle möglichen Arten von familiären, kulturellen, religiösen, sozialen und wirtschaftlichen Druckmitteln, Restriktionen und Einschränkungen. Die Kinder akzeptierten schließlich, daß ihre Sexualität etwas Unnatürliches ist. Wie kann etwas so Natürliches derart mit Schande besetzt, ständig gestoppt, so kontrolliert, in Schach gehalten, unterdrückt, gezügelt und verleugnet werden ? Nun, ich glaube, du übertreibst hier ein bißchen. Meinst du nicht, daß du übertreibst ? Tatsächlich ? Wie wirkt es sich deiner Meinung nach auf ein vier- oder fünfjähriges Kind aus, wenn die Eltern gewisse Körperteile noch nicht einmal korrekt benennen ? Was erzählst du dem Kind darüber, wie behaglich dir bei dieser Sache ist, und wie behaglich sollte seiner Meinung nach ihm dabei sein ? Äh... Ja... »äh...« Nun, »wir gebrauchen diese Worte nun mal nicht«, wie meine Großmutter zu sagen pflegte. Es ist einfach nur so, daß »Pipi« und »Popo« netter klingen. Es ist einfach nur so, daß ihr die tatsächlichen Bezeichnungen dieser Körperteile mit so viel negativem Ballast beladen habt, daß ihr diese Worte bei einer völlig normalen Unterhaltung kaum benutzen könnt. Wenn die Kinder noch ganz klein sind, wissen sie natürlich nicht, warum ihre Eltern so empfinden, und werden nur mit dem Eindruck, dem oft unauslöschlichen Eindruck, zurückgelassen, daß bestimmte Körperteile »nicht okay« sind, und daß alles, was mit ihnen zu tun hat, peinlich, wenn nicht gar »Unrecht« ist. Wenn die Kinder dann älter werden und ins Teenageralter kommen, merken sie vielleicht, daß das so nicht stimmt, aber sie werden deutlich über den Zusammenhang von Sexualität und Schwangerschaft aufgeklärt und darüber, daß sie die Kinder, die sie bekommen, auch aufziehen müssen. Nun haben sie einen neuen Grund für ihr Gefühl, daß das Ausleben von Sexualität »Unrecht« ist - und der Kreis schließt sich. Das hat in eurer Gesellschaft zu Verwirrung und einer ganzen Menge Chaos geführt - was immer die Folge ist, wenn man der Natur ins Handwerk pfuscht. Ihr habt sexuelle Verstörtheit, Unterdrückung und Scham geschaffen - was zu sexueller Hemmung, Störung und Gewalt geführt hat. Ihr werdet immer in Dingen gehemmt sein, die euch peinlich sind und in Verlegenheit bringen; ihr werdet immer da verhaltensgestört sein, wo ihr etwas unterdrückt; und ihr werdet immer mit aggressiven Handlungen dagegen protestieren, daß ihr bei etwas Scham empfinden sollt, bei dem ihr, wie ihr in eurem Herzen wißt, nie Scham empfinden solltet. Dann war Freud auf der richtigen Spur, als er sagte, daß sehr viel von dem Ärger und der Wut, die Menschen empfinden, mit der Sexualität zu tun haben könnten. Tief sitzende Wut darüber, daß man grundlegende und natürliche physische Instinkte, Interessen und Triebe unterdrücken muß. Mehr als einer eurer Psychiater hat sich dahingehend geäußert. Der Mensch ist wütend, weil er weiß, daß er sich nicht einer Sache schämen sollte, die sich so gut anfühlt - und doch empfindet er Scham und Schuldgefühle. Erst wird der Mensch wütend auf das Selbst, weil er sich so gut bei etwas fühlt, das ganz offensichtlich »schlecht« sein soll. Dann, wenn er endlich merkt, daß er getäuscht wurde - daß die Sexualität ein wunderbarer, ehrenhafter und glorioser Bestandteil der menschlichen Erfahrung sein sollte -, wird er wütend auf andere: auf die Eltern, weil sie ihn unterdrückt haben; auf die Religion, weil sie ihn Scham empfinden ließ; auf die Angehörigen des anderen Geschlechts, weil sie ihn herausforderten; auf die ganze Gesellschaft, weil sie Kontrolle über ihn ausgeübt hat. Schließlich wird er wütend auf sich selbst, weil er sich von all dem hat hemmen lassen. Viel von dieser unterdrückten Wut floß in der Gesellschaft, in der du jetzt lebst, in den Aufbau von verzerrten moralischen Wertvorstellungen. Es ist eine Gesellschaft, die mit Monumenten, Statuen, Gedenkbriefmarken, Filmen, Bildern und TV-Programmen einige der häßlichsten Gewaltakte der Welt glorifiziert und ehrt, aber einige der schönsten Liebesakte der Welt verbirgt - oder schlimmer noch, herabwürdigt. Und all das - alles das - entstand durch einen einzigen Gedanken: Die, die die Kinder bekommen, sollen auch allein die Verantwortung dafür tragen, daß sie aufgezogen werden. Aber wenn die Leute, die die Kinder haben, nicht für deren Erziehung verantwortlich sind, wer ist es dann ? Die ganze Gemeinschaft. Wobei den Älteren eine besondere Bedeutung zukommt. Den Älteren ? Bei den fortgeschrittensten Völkern und Gesellschaften ziehen die Älteren die Nachkommenschaft auf, ernähren sie, bilden sie aus und geben ihre Weisheit, Lehren und Traditionen an sie weiter. Ich werde später, wenn wir über einige dieser fortgeschrittenen Zivilisationen sprechen, noch einmal darauf zurückkommen. In den Gesellschaften, in denen es nicht als »Unrecht« angesehen wird, wenn man in jungen Jahren Kinder bekommt -weil die Stammesältesten sie aufziehen und somit nicht das Gefühl von überwältigender Bürde und Verantwortung entsteht -, kennt man keine sexuelle Unterdrückung und auch keine Vergewaltigungen, Perversionen und soziosexuelle Störungen. Gibt es solche Gesellschaften auf unserem Planeten ? Ja, obwohl sie mehr oder weniger verschwunden sind. Ihr wart bestrebt, sie auszurotten, sie zu integrieren, weil ihr sie für ungesittet und unzivilisiert gehalten habt. In euren sogenannten zivilisierten Gesellschaften werden Kinder (wie auch Ehefrauen und Ehemänner) als Eigentum, als persönlicher Besitz betrachtet, und deshalb müssen die, die die Kinder bekommen, sie auch aufziehen, weil sie sich um ihr »Eigentum« zu kümmern haben. Dieser Grundgedanke, daß Ehegatten und Kinder ein persönlicher Besitz sind, liegt vielen Problemen eurer Gesellschaft zugrunde. Wir werden dieses Besitzdenken später untersuchen, wenn wir über die Lebensführung hochentwickelter Wesen sprechen. Doch zurück zu der Erziehung von Kindern. Welche Menschen sind dann, wenn sie körperlich in der Lage sind, Kinder zur Welt zu bringen, auch emotional wirklich so weit entwickelt, daß sie sie aufziehen können ? In Wahrheit sind die meisten Menschen noch nicht einmal in ihren Dreißigern und Vierzigern dazu ausgerüstet - und es sollte auch nicht von ihnen erwartet werden. Sie sind noch nicht lange genug erwachsen, um tiefe Weisheit an ihre Kinder weitergeben zu können. Ich habe diesen Gedanken schon früher einmal gehört. Mark Twain soll einmal gesagt haben: »Als ich neunzehn war, wußte mein Vater nichts. Aber als ich fünfunddreißig war, war ich erstaunt, wieviel der alte Mann gelernt hatte.« Das hat er perfekt ausgedrückt. Eure jüngeren Jahre waren nie für das Lehren, sondern vielmehr für das Sammeln von Wahrheiten gedacht. Wie könnt ihr eure Kinder eine Wahrheit lehren, die ihr nicht gefunden habt ? Das könnt ihr natürlich nicht. Also bringt ihr ihnen die einzige euch bekannte Wahrheit bei - die Wahrheit der anderen. Die eures Vaters, eurer Mutter, eurer Kultur, eurer Religion. Alles und jedes außer eurer eigenen Wahrheit. Nach der sucht ihr immer noch. Und ihr werdet suchen und experimentieren und finden und scheitern und eure Wahrheit, eure Vorstellung von euch selbst gestalten und umgestalten, bis ihr ungefähr ein halbes Jahrhundert auf diesem Planeten verbracht habt. Dann fangt ihr vielleicht allmählich an, beständig zu werden, euch mit eurer Wahrheit einzurichten. Und die größte Wahrheit, auf die ihr euch wahrscheinlich alle einigen könnt, ist die, daß es gar keine konstante Wahrheit gibt, daß die Wahrheit, wie das Leben selbst, ein wandelbares, ein wachsendes, ein sich entwickelndes Ding ist - und daß gerade, wenn ihr denkt, daß dieser Prozeß sein Ende gefunden hat, es nicht so ist, sondern daß er im Grunde erst anfängt. Ja, darauf bin ich auch schon gekommen. Ich bin über fünfzig und an diesem Punkt angelangt. Gut. Du bist nun ein weiserer Mann. Einer der »Stammesälteren«. Jetzt solltest du Kinder aufziehen. Oder in zehn Jahren, das wäre noch besser. Die Älteren sind es, die die Nachkommenschaft aufziehen sollten - und auch dazu bestimmt waren. Die Älteren sind es, die etwas über die Wahrheit und das Leben wissen. Darüber, was wichtig und was unwichtig ist. Was mit Begriffen wie Integrität, Ehrlichkeit, Loyalität, Freundschaft und Liebe wirklich gemeint ist. Ich verstehe, worauf es dir hier ankommt. Es ist schwer zu akzeptieren, aber es ist tatsächlich so, daß viele von uns noch kaum dem Kindesalter entwachsen und »Schüler« geworden sind, wenn wir schon eigene Kinder haben und nun glauben, daß wir sie belehren müssen. Also denken wir, na gut, ich bring' ihnen bei, was meine Eltern mich gelehrt haben. So übertragen sich die Sünden des Vaters auf den Sohn bis ins siebte Glied. Wie können wir das ändern ! Wie können wir diesem Kreislauf ein Ende setzen ? Legt das Aufziehen der Kinder in die Hände eurer respektierten und geachteten Ältesten. Die Eltern sehen ihre Kinder, wann immer sie wollen, leben mit ihnen, wenn sie das möchten, aber sie sind nicht allein dafür verantwortlich, daß sie gut versorgt und aufgezogen werden. Die ganze Gemeinschaft kümmert sich um die physischen, sozialen und spirituellen Bedürfnisse der Kinder, wobei die Älteren, was Erziehung und Wertvorstellungen angeht, ihren Beitrag leisten. Wenn wir später über jene anderen Kulturen im Universum sprechen, werden wir uns auch einige neue Lebensmodelle anschauen. Doch diese Modelle funktionieren nicht im Rahmen eurer gegenwärtigen Lebensstrukturen. Was meinst du damit ? Ich meine, dass sich nicht nur euer Wesen der Elternschaft auf ein uneffektives Modell gründet, sondern eure ganze Lebensweise. Noch mal, was meinst du damit ? Ihr habt euch voneinander entfernt. Ihr habt eure Familien auseinandergerissen, eure kleineren Gemeinden zugunsten riesiger Städte aufgelöst. In diesen großen Städten leben mehr Menschen, aber weniger Stämme, Gruppen oder Klans, deren Angehörige ihre Verantwortlichkeit auch als Verantwortlichkeit für das Gesamtwesen begreifen. So habt ihr im Grunde keine »Ältesten«, jedenfalls nicht in Reichweite. Und nicht nur, daß ihr euch von euren Ältesten abgesetzt habt, schlimmer noch, ihr habt sie abgeschoben. Sie zur Randgruppe gemacht, sie ausgegrenzt. Ihnen ihre Kraft genommen. Und ihr hegt sogar Groll gegen sie. Ja, einige Mitglieder eurer Gesellschaft hegen einen Groll gegen eure Senioren und behaupten, daß sie Schmarotzer sind und Zuwendungen fordern, für die die Jungen bezahlen müssen. Das ist wahr. Manche Soziologen prophezeien den Ausbruch eines Generationenkriegs. Den älteren Menschen wird vorgeworfen, daß sie mehr und mehr fordern, während sie immer weniger beitragen. Jetzt, da die Generation der vierziger und fünfziger Jahre ins Seniorenalter kommt und die Leute zudem im allgemeinen länger leben, haben wir bei uns auch sehr viel mehr ältere Bürger. Wenn eure Älteren nichts beitragen, dann deshalb, weil ihr sie nicht laßt. Ihr verlangt von ihnen, daß sie gerade dann ihren Arbeitsplatz aufgeben und in Rente gehen, wenn sie der Firma etwas wirklich Gutes zukommen lassen könnten. Sie sollen sich dann aus dem aktiven Leben zurückziehen, wenn sie durch ihre Teilnahme etwas Sinn und Verstand in das allgemeine Geschehen bringen könnten. Nicht nur im Bereich der Elternschaft, sondern auch in der Politik, der Wirtschaft und sogar der Religion, wo die Älteren Fuß fassen konnten, seid ihr zu einer Gesellschaft des Jugendwahns geworden, die die älteren Menschen zum Alteisen wirft. Ihr seid zu einer singularen statt pluralen Gesellschaft geworden, das heißt zu einer Gesellschaft, die sich aus Einzelwesen statt aus Gruppen zusammensetzt. Und weil ihr eure Gesellschaft auf das Einzelwesen und die Jugendlichkeit abgestellt habt, habt ihr viel von ihrem Reichtum und ihren Ressourcen verloren. Nun habt ihr beides nicht mehr, und viele von euch leben in emotionaler und psychischer Verarmung und Erschöpfung. Ich frage dich noch einmal: Gibt es irgendeinen Weg, wie wir diesen Kreislauf beenden können ? Als erstes müsst ihr erkennen und euch eingestehen, daß es sich tatsächlich so verhält. Viele von euch leben in der Verleugnung und Verdrängung. Viele von euch tun so, als wäre nichts. Ihr belügt euch selbst, wollt die Wahrheit nicht hören und noch weniger aussprechen. Auch darüber werden wir später reden, wenn wir einen Blick auf die Zivilisationen höher entwickelter Wesen werfen, weil diese Verweigerung, dieses Nichtbeachten und Nichtzugeben der herrschenden Zustände, keine belanglose Angelegenheit ist. Und wenn ihr die Dinge wirklich ändern wollt, dann hoffe ich, daß ihr euch einfach gestattet, mich zu hören. Die Zeit ist gekommen, die Wahrheit zu sagen, schlicht und einfach. Bist du bereit ? Bin ich. Deshalb habe ich mich an dich gewandt. So hat dieses ganze Gespräch begonnen. Die Wahrheit ist oft unbequem. Sie ist nur für die tröstlich, die sie Kapitel 3nicht ignorieren möchten. Doch dann ist sie nicht nur tröstlich, sie inspiriert auch. Für mich ist dieses ganze Gespräch inspirierend. Bitte fahr fort. Es gibt gute Gründe, optimistisch zu sein. Ich beobachte, daß sich die Dinge allmählich verändern. Innerhalb eurer Spezies wird nun mehr als früher Wert darauf gelegt, Gemeinschaften zu schaffen, Familien aufzubauen. Und mehr und mehr ehrt ihr eure Älteren, gebt ihrem Leben einen Sinn und Wert und bezieht auch Sinn und Wert daraus. Das ist ein großer Schritt in eine sehr nützliche Richtung. Es zeichnet sich also eine Wende ab. Eure Kultur scheint diesen Schritt getan zu haben. Nun gilt es, von da aus weiterzumachen. Ihr könnt diese Veränderungen nicht an einem Tag bewerkstelligen. Ihr könnt zum Beispiel nicht euer System der Elternschaft, der Ausgangspunkt dieses Gedankengangs, in einem Satz völlig umkrempeln. Doch ihr könnt eure Zukunft verändern, Schritt für Schritt. Die Lektüre dieses Buches ist einer dieser Schritte. Wir werden im Verlauf unseres Gesprächs immer wieder auf viele wichtige Punkte zurückkommen. Diese Wiederholung ist kein Zufall, sondern dient der Nachdrücklichkeit. Nun hast du um Ideen für den Aufbau eurer Zukunft gebeten. Laß uns damit beginnen, daß wir uns eure Vergangenheit anschauen.
(2) Kapitel 2
Was hat die Vergangenheit mit der Zukunft zu tun ? Wenn du über die Vergangenheit Bescheid weißt, kennst du auch alle eure Zukunftsmöglichkeiten. Du hast dich mit der Frage an mich gewandt, wie ihr es schaffen könnt, daß euer Leben besser funktioniert. Zu wissen, wie ihr da, wo ihr euch heute befindet, hingelangt seid, wird euch dabei nützlich sein. Ich werde zu dir über Macht und Stärke und den Unterschied zwischen beidem sprechen. Und ich werde mich mit dir darüber unterhalten, wie und warum ihr diese Satansgestalt erfunden habt und wie ihr zur Entscheidung gelangt seid, daß Gott ein »Er« und keine »Sie« ist. Ich werde darüber sprechen, wer ich wirklich bin, im Gegensatz zu den Behauptungen, die ihr in euren Mythologien über mich aufgestellt habt. Ich werde dir mein Seinswesen so beschreiben, daß ihr die Mythologie freudig durch die Kosmologie ersetzen werdet. Ich werde auf diese wahre Kosmologie des Universums und ihre Beziehung zu mir eingehen. Ich will dich etwas über das Leben wissen lassen, wie und warum es in dieser Weise funktioniert. Um all diese Dinge geht es in diesem Kapitel. Wenn ihr diese Dinge wißt, könnt ihr entscheiden, was ihr von all dem, was eure menschliche Rasse erschaffen hat, aufgeben wollt. Denn in diesem dritten Teil unseres Gesprächs, in diesem dritten Band, geht es um den Aufbau einer neuen Welt, um die Erschaffung einer neuen Realität. Ihr habt zu lange in einem selbstgeschaffenen Gefängnis gelebt, meine Kinder. Es ist an der Zeit, daß ihr euch daraus befreit. Ihr habt eure fünf natürlichen Emotionen eingesperrt, sie unterdrückt und in sehr unnatürliche Emotionen verwandelt, die Unglück, Tod und Zerstörung in eure Welt gebracht haben. Jahrhundertelang forderte das Verhaltensmodell auf eurem Planeten: Gib deinen Emotionen nicht nach ! Wenn du Kummer empfindest, komm darüber hinweg; wenn du Ärger empfindest, schluck ihn runter; wenn du Neid empfindest, schäm dich dafür, wenn du Angst empfindest, erhebe dich darüber; wenn du Liebe empfindest, halte sie unter Kontrolle, beschränke sie, warte ab, lauf vor ihr davon - tu, was immer du tun mußt, um dich davon abzuhalten, sie gleich hier und jetzt voll und ganz zum Ausdruck zu bringen. Es ist Zeit, daß ihr euch befreit. In Wahrheit habt ihr euer heiliges Selbst eingesperrt. Und es ist Zeit, daß ihr euer Selbst freilaßt. Ich werde allmählich ganz aufgeregt. Wie fangen wir an ? Wo beginnen wir ? Lass uns bei unserer kurzen Untersuchung, wie es zu all dem kam, in die Zeit zurückgehen, in der sich eure Gesellschaft umorganisierte. Das heißt, als die Männer die dominante Spezies wurden und dann entschieden, daß es unangemessen sei, Emotionen zu zeigen - oder sie in manchen Fällen überhaupt zu haben. Was meinst du mit „in der sich die Gesellschaft umorganisierte« ? Worüber sprechen wir hier ? Zu einem früheren Zeitpunkt eurer Geschichte auf diesem Planeten lebtet ihr innerhalb einer matriarchalen Gesellschaftsstruktur. Dann kam es zu einer Veränderung, das Patriarchat tauchte auf. Als ihr diesen Wechsel vornahmt, entferntet ihr euch vom Ausdruck eurer Emotionen, der von euch nun als »Schwäche« bezeichnet wurde. Zu dieser Zeit erfanden die Männer auch den Teufel und den männlichen Gott. Die Männer haben den Teufel erfunden ? Ja. Der Satan war im wesentlichen eine männliche Erfindung. Letztendlich hat sich die ganze Gesellschaft darauf eingelassen, aber die Abkehr von den Emotionen und die Erfindung des »Leibhaftigen Bösen« waren Bestandteil der Rebellion der Männer gegen das Matriarchat, jener Zeitepoche, in der die Frauen auf der Grundlage ihrer Emotionen alles beherrschten. Sie hatten alle Regierungsämter, alle religiösen Machtpositionen, alle einflußreichen Posten im Handel, in den Wissenschaften, im Heilwesen inne. Welche Macht hatten die Männer ? Keine. Männer mussten ihre Existenz rechtfertigen, denn abgesehen von ihrer Fähigkeit, das weibliche Ei zu befruchten und schwere Gegenstände zu bewegen, kam ihnen wenig Bedeutung zu. Das war nicht viel anders als bei den Arbeiterameisen und -bienen. Sie verrichteten die schwere körperliche Arbeit und stellten sicher, daß Kinder gezeugt und beschützt wurden. Die Männer brauchten Hunderte von Jahren, um für sich innerhalb des Gesellschaftssystems einen größeren Raum zu finden und zu schaffen. Jahrhunderte vergingen, bis sie sich an den Angelegenheiten ihres Klans beteiligen durften, bis ihnen ein Mitspracherecht bei den die Gemeinschaft betreffenden Entscheidungen eingeräumt wurde. Die Frauen hielten sie nicht für intelligent genug, um solche Dinge verstehen zu können. Junge, man kann sich nur schwer vorstellen, daß irgendeine Gesellschaft tatsächlich einer ganzen Klasse von Menschen nur aufgrund ihres Geschlechts das Wahlrecht verweigert. Ich mag deinen Sinn für Humor in dieser Sache. Ja wirklich. Soll ich fortfahren ? Bitte. Es vergingen weitere Jahrhunderte, bevor die Männer auch nur daran denken konnten, tatsächlich einige der Führungspositionen einzunehmen, für die sie nun ihre Stimme abgeben durften. Andere einflußreiche Machtposten innerhalb ihrer Kultur waren ihnen nach wie vor verwehrt. Man muß es den Männern hoch anrechnen, daß sie, als sie schließlich in ihrer Gesellschaft in Machtpositionen gelangten, sich endlich über ihren niedrigen Rang als Kindererzeuger und körperliche Sklaven erhoben hatten, es den Frauen nicht heimzahlten und ihnen immer den Respekt, die Macht und den Einfluß zukommen ließen, die allen Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht zustehen. Wieder dein Humor. Oh, tut mir leid. Habe ich den falschen Planeten erwischt ? Lass uns auf unsere Geschichte zurückkommen. Sprechen wir aber, bevor wir auf die Erfindung des Teufels eingehen, ein bißchen über Macht. Denn darum ging es dabei natürlich. Du willst jetzt darauf hinaus, daß die Männer heutzutage alle gesellschaftliche Macht haben, richtig ? Laß mich dir vorgreifen und erzählen, warum das meiner Meinung nach passierte. Du sagtest, daß die Männer in der matriarchalen Epoche mehr oder weniger mit den Arbeiterbienen zu vergleichen waren, die der Bienenkönigin dienen. Du sagtest, daß sie die schwere körperliche Arbeit verrichteten und sicherstellten, daß die Kinder gezeugt und beschützt wurden. An dieser Stelle wollte ich schon sagen: »Und was hat sich geändert ? Das ist genau das, was sie auch heute tun!« Und ich wette, daß mir viele Männer beipflichten und auch sagen würden, daß sich nicht viel geändert hat - außer daß die Männer für die Beibehaltung ihrer undankbaren Rolle einen Preis verlangt haben. Sie haben mehr Macht. Sie haben fast alle Macht. Okay, fast alle Macht. Doch ironischerweise denken beide Geschlechter, daß sie die undankbaren Aufgaben übernommen haben, während die anderen das ganze Vergnügen für sich in Anspruch nehmen. Männer ärgern sich über Frauen, die versuchen, sich ein wenig von ihrer Macht zurückzuholen. Denn sie wollen verdammt sein, so sagen sie sich, wenn sie alles für die Gesellschaft tun, was sie tun, und nicht wenigstens die dafür notwendige Macht besitzen. Frauen ärgern sich über Männer, die alle Macht für sich behalten. Denn sie wollen verdammt sein, so sagen sie sich, wenn sie weiterhin für die Gesellschaft tun, was sie tun, ohne irgendwelche Macht zu haben. Das hast du richtig analysiert. Und sowohl Männer wie Frauen sind dazu verdammt, ihre eigenen Fehler in einem endlosen Kreislauf selbstauferlegten Elends zu wiederholen, bis die eine oder andere Seite kapiert, daß es im Leben nicht um Macht, sondern um Stärke geht. Und bis beide einsehen, dass es nicht um Trennung, sondern um Einheit geht. Denn innere Stärke existiert in der Einheit. Sie versickert in der Trennung und läßt euch mit dem Gefühl von Schwäche und Ohnmacht zurück - deshalb das Gerangel und der Kampf um Macht. Ich sage dir: Heilt diesen Riß zwischen euch, beendet die Illusion von Trennung, und ihr werdet wieder zur Quelle eurer inneren Stärke gelangen. Dort werdet ihr wahre Macht finden. Die Macht, alles zu tun. Die Macht, alles zu sein. Die Macht, alles zu haben. Denn die Macht, etwas zu erschaffen, leitet sich aus der inneren Stärke ab, die durch Einheit erzeugt wird. Das gilt für die Beziehung zwischen euch und eurem Gott - wie es auch für die Beziehung zwischen euch und euren Mitmenschen gilt. Wenn ihr aufhört zu denken, daß ihr voneinander getrennt seid, wird die wahre Macht, die aus der inneren Stärke der Einheit kommt, euch gehören - also globaler Gesellschaft wie auch als einzelnem Teil des Ganzen. Dann könnt ihr sie so ausüben, wie ihr es wünscht. Doch denk daran: Macht entspringt der inneren Stärke. Aber innere Stärke entspringt nicht roher Macht. Genau das sieht fast alle Welt genau umgekehrt. Macht ohne innere Stärke ist eine Illusion. Innere Stärke ohne Einheit ist eine Lüge. Eine Lüge, die dem Menschengeschlecht nicht dienlich war, sich aber doch tief in euer kollektives Bewußtsein eingegraben hat. Denn ihr denkt, daß innere Stärke der Individualität und dem Getrenntsein entspringt, und das stimmt einfach nicht. Die Trennung von Gott und voneinander ist die Ursache von all euren Störungen und eurem Leid. Und doch maskiert sich die Trennung weiterhin als Stärke, und eure Politik, Wirtschaft und auch eure Religionen haben diese Lüge fortbestehen lassen. Diese Lüge ist der Ursprung aller Kriege und aller Klassenkampfe, die zum Krieg führen; aller Feindseligkeiten zwischen den Rassen und Geschlechtern; aller persönlicher Prüfungen und Sorgen und aller inneren Kämpfe, die zu Kummer führen. Und doch haltet ihr zäh an dieser Lüge fest, ganz gleich, wohin sie euch führt - obschon ihr gesehen habt, daß ihr euch damit selbst zerstört. Und nun sage ich dir: Erkennt die Wahrheit, und die Wahrheit wird euch befreien. Es gibt keine Trennung. Nicht voneinander, nicht von Gott, nicht von irgend etwas, das existiert. Diese Wahrheit werde ich auf diesen Seiten immer und immer wieder wiederholen. Diese Beobachtung werde ich immer und immer wieder machen. Handelt, als wäret ihr von nichts und niemandem getrennt, und ihr werdet morgen eure Welt heilen. Das ist das größte Geheimnis aller Zeiten. Das ist die Antwort, nach der der Mensch Jahrtausende gesucht hat. Das ist die Lösung, für die er gearbeitet, die Offenbarung, für die er gebetet hat. Handelt, als wäret ihr von nichts getrennt, und ihr heilt die Welt. Begreift, daß es um die »Macht um zu«, nicht um die »Macht über« geht. Ich danke dir. Das habe ich kapiert. - Um noch mal auf den Punkt von vorhin zurückzukommen, es waren also erst die Frauen, die die Macht über die Männer hatten, und jetzt verhält es sich umgekehrt. Und die Männer erfanden den Teufel, um den Stammes- oder Klanführerinnen die Macht zu entreißen ? Ja. Sie benutzten die Angst, weil sie das einzige Werkzeug war, das ihnen zur Verfügung stand. Auch hier muß ich sagen, daß sich nicht viel geändert hat. Das machen die Männer bis auf den heutigen Tag. Sie benutzen die Angst, manchmal noch bevor sie es mit Appellen an die Vernunft versucht haben. Das gilt vor allem für die größeren Männer; die stärkeren Männer. (Oder die größeren oder stärkeren Nationen.) Manchmal hat es den Anschein, als sei das bei ihnen genetisch bedingt. Gewalt geht vor Recht. Stärke ist Macht. Ja. So ist es seit dem Sturz des Matriarchats gewesen. Wie ist es dazu gekommen ? Darum geht es in diesem kurzen historischen Abriß. Dann fahre bitte fort. Die Männer mussten, um in diesem matriarchalen System mehr Kontrolle zu bekommen, nicht die Frauen davon überzeugen, daß den Männern mehr Macht über ihr eigenes Leben gegeben werden sollte, sondern die anderen Männer. Schließlich verlief das Dasein ziemlich glatt, und es gibt Schlimmeres, als den Tag mit ein bißchen körperlicher Arbeit zuzubringen, um sich anschließend dem Sex zu widmen. Es war also keine leichte Sache für diese machtlosen Männer, andere machtlose Männr davon zu überzeugen, daß sie die Macht anstreben sollten. Bis sie die Angst entdeckten. Angst war das einzige, womit die Frauen nicht gerechnet hatten. Diese Angst nahm ihren Anfang mit der Saat des Zweifels, die die Männer ausstreuten, die am meisten verärgert waren. Das waren im allgemeinen die am wenigsten Begehrenswerten, die mit schwachen Muskeln, die Unansehnlichen, die, denen die Frauen am wenigsten Aufmerksamkeit schenkten. Und ich wette, daß man deshalb ihre Klagen als wütendes Aufbegehren aus sexuellem Frust abgetan hat. Stimmt. Doch diese verärgerten Männer mußten ihr einziges Werkzeug nur richtig einsetzen. Also versuchten sie, aus dieser Saat des Zweifels Angst wachsen zu lassen. »Was, wenn die Frauen sich irrten?« so fragten sie. »Was, wenn ihre Art, die Welt in Gang zu halten, nicht die beste war ? Was, wenn sie die ganze Gesellschaft - das ganze Menschengeschlecht -in den sicheren Untergang führten?« Das konnten sich allerdings viele Männer wiederum nicht vorstellen. War es denn nicht so, daß die Frauen einen direkten Draht zur Göttin hatten ? Waren sie nicht tatsächlich das genaue körperliche Abbild der Göttin ? Und die Göttin war doch gut, oder ? Diese Lehre war so machtvoll, so überzeugend, daß die Männer keine andere Wahl hatten: Sie mußten den Teufel, einen Satan, erfinden, um der Vorstellung von der grenzenlosen Güte der von den Menschen im Matriarchat angebeteten und verehrten großen Mutter etwas entgegensetzen zu können. Wie schafften sie es, auch nur irgend jemanden davon zu überzeugen, daß so etwas wie der »Leibhaftige Böse« existierte ? Es gab etwas, das alle verstanden, nämlich die Theorie vom »verdorbenen Apfel«. Auch die Frauen sahen und wußten aus Erfahrung, daß, ganz egal, was sie unternahmen, sich manche Kinder einfach als »verdorben« erwiesen. Das waren, wie jedermann wußte, vor allem männliche Kinder, die einfach nicht unter Kontrolle zu halten waren. So wurde ein Mythos geschaffen. Eines Tages, so der Mythos, gebar die große Mutter, die Göttin aller Göttinnen, ein Kind, das sich als nicht gut erwies. Egal, was die große Mutter ausprobierte, das Kind wollte sich nicht zum Guten entwickeln. Schließlich kämpfte es sogar mit der großen Mutter um den Thron. Das war selbst für eine liebende und verzeihende Mutter zuviel. Der Junge wurde für alle Zeiten verbannt - tauchte aber immer wieder in cleveren Verkleidungen und Kostümen auf und gab sich sogar manchmal als die große Mutter persönlich aus. Dieser Mythos bildete die Grundlage für die Frage der Männer: »Wie wissen wir, ob die Göttin, die wir anbeten, überhaupt eine Göttin ist ? Es könnte das böse Kind sein, das nun erwachsen ist und uns alle zum Narren halten will.« Mit diesem Kunstgriff brachten sie andere Männer dazu, sich zunächst Sorgen zu machen und dann wütend zu werden, weil die Frauen ihre Sorgen nicht ernst nahmen, und schließlich zu rebellieren. So wurde das Wesen, das ihr jetzt Satan nennt, erschaffen. Es war nicht schwierig, einen Mythos vom »bösen Kind« zu kreieren, und auch nicht schwer, sogar die Frauen des Klans von der möglichen Existenz einer solchen Kreatur zu überzeugen. Daß alle glaubten, dieses böse Kind sei männlich, war nur konsequent: Waren Männer denn nicht das geringere, das untergeordnete Geschlecht ? Und damit wurde ein mythologisches Problem aufgeworfen. Wer, wenn das böse Kind männlich war, war da, um es zu überwältigen ? Sicher nicht eine Gottheit weiblichen Geschlechts. Denn, so sagten die Männer schlau, wenn es um Weisheit und Einsicht, um Klarheit und Mitgefühl, ums Planen und Denken ging, zweifelte niemand an der weiblichen Überlegenheit. Doch war, wenn brutale Stärke gefragt war, nicht ein Mann vonnöten ? In der Göttinmythologie waren Männer vormals nur »Prinzgemahle« - Begleiter der Frauen, die als Diener agierten und die Herrlichkeit der Göttin lustvoll feierten. Doch nun wurde ein Mann gebraucht, der mehr vermochte; ein Mann, der die Göttin auch beschützen und den Feind besiegen konnte. Dieser Wandel ereignete sich nicht über Nacht, sondern im Laufe vieler, vieler Jahre. Allmählich, ganz allmählich, begannen die Gesellschaften in ihren spirituellen Mythologien den männlichen Begleiter auch als den männlichen Beschützer anzusehen. Denn jetzt, wo es jemanden gab, vor dem die Göttin beschützt werden mußte, wurde ein solcher Beschützer eindeutig gebraucht. Vom Mann als Beschützer zum Mann als gleichrangigem Partner, der nun an der Seite der Göttin stand, war es kein großer Sprung. So wurde der männliche Gott erschaffen, und eine Zeitlang herrschten in der Mythologie Götter und Göttinnen gemeinsam. Dann wurden, wiederum ganz allmählich, den Göttern größere Rollen zugewiesen. Das Bedürfnis nach Schutz, nach Stärke, begann das Bedürfnis nach Weisheit und Liebe zu ersetzen. Es wurde eine neue Art von Liebe in diesen Mythologien geboren. Eine Liebe, die mit brutaler Gewalt beschützt. Und auch eine Liebe, die begehrt, was sie beschützt; die auf ihre Göttinnen eifersüchtig war die nicht nur deren weiblichen Lüsten diente, sondern auch für sie kämpfte und starb. Es tauchten allmählich Mythen von Göttern mit enormer Macht auf, von Göttern, die um und für Göttinnen von unaussprechlicher Schönheit kämpften. Und so wurde der eifersüchtige Gott geboren. Das ist faszinierend. Warte. Wir kommen zum Ende, aber da ist noch ein bißchen mehr. Es dauerte nicht lange, bis sich die Eifersucht der Götter nicht nur auf die Göttinnen, sondern auch auf alle anderen Bereiche der Schöpfung erstreckte. Wir sollten nur Ihn und keinen anderen Gott lieben, so forderten diese eifersüchtigen Götter -sonst... ! Da die Spezies der Männer die meiste Macht hatte und die Götter die machtvollsten Männer waren, schien man dieser neuen Mythologie nur wenig entgegensetzen zu können. Es tauchten Geschichten über jene auf, die es versuchten und scheiterten. Der Gott des Zorns war geboren. Bald war die ganze Vorstellung von der Gottheit zerrüttet. Statt die Quelle aller Liebe zu sein, wurde sie nun zur Quelle aller Angst. Die weitgehend weibliche Modellvorstellung von Liebe - die unendlich tolerante Liebe einer Mutter für ihr Kind, und ja, auch die einer Frau für ihren nicht allzu intelligenten, aber letztlich doch auch nützlichen Mann, wurde durch die eifersüchtige, zornige Liebe eines fordernden, intoleranten Gottes ersetzt, der keine Einmischung duldete, keine Unbekümmertheit gestattete, keine Beleidigung ignorierte. Das Lächeln der belustigten Göttin, die Erfahrung von grenzenloser Liebe und die sanfte Unterwerfung unter die Gesetze der Natur wurden durch die finstere Miene des weniger belustigten Gottes ersetzt, der verkündete, Macht über die Naturgesetze zu haben, und der die Liebe für alle Zeiten der Beschränkung unterwarf. Das ist der Gott, den ihr heute verehrt und anbetet, und so seid ihr dahin gekommen, wo ihr heute seid. Erstaunlich ! Interessant und erstaunlich. Aber warum erzählst du mir das alles ? Es ist wichtig, daß ihr wißt, daß ihr das alles ersonnen habt. Der Gedanke »Gewalt geht vor Recht« oder »Macht ist Stärke« entsprang euren von Männern geschaffenen theologischen Mythen. Der Gott des Zorns, der Eifersucht und des Ärgers war eine Einbildung. Doch ihr habt euch das so lange eingebildet, daß es Realität wurde. Manche von euch halten dies auch heute noch für Realität. Doch mit der Wahrheit oder mit dem, was wirklich abläuft, hat es nichts zu tun. Und was läuft ab ? Was abläuft, ist, daß eure Seele sich nach der höchsten Erfahrung ihrer selbst sehnt, die sie sich vorstellen kann. Aus diesem Grund kam sie hierher - um sich in ihrer Erfahrung zu verwirklichen, das heißt sich selbst in die Wirklichkeit zu bringen. Dann entdeckte sie die Freuden des Fleisches - nicht nur Sex, sondern alle möglichen Arten von Freuden -, und während sie sich diesen hingab, vergaß sie allmählich die Freuden des spirituellen Geistes. Auch das sind Freuden - größere Freuden, als der Körper euch je schenken kann. Aber die Seele hat das vergessen. Okay, damit kommen wir von dieser ganzen geschichtlichen Entwicklung weg und auf etwas zurück, das du schon vorhin angesprochen hast. Könntest du noch mal darauf eingehen ? Nun, eigentlich kommen wir nicht von der Geschichte weg. Wir verknüpfen alles miteinander. Schau, es ist im Grunde ganz einfach. Die Absicht deiner Seele - der Grund, warum sie sich im Körper inkarniert - ist, zu sein und auszudrücken, wer du wirklich bist. Danach sehnt sie sich, und sie möchte sich selbst kennenlernen und die Erfahrung ihrer selbst machen. Diese Sehnsucht nach Erkennen und Erfahren ist das Leben, das nach Sein strebt. Das ist Gott, der die Wahl trifft, sich auszudrücken. Der Gott eurer Geschichten ist nicht der Gott, der wirklich ist. Das ist der Punkt. Eure Seele ist das Instrument, durch das ich mich ausdrücke und erfahre. Begrenzt das deine Erfahrung nicht ganz erheblich ? So ist es, es sei denn, es ist nicht so. Das liegt an euch. Ihr werdet zum Ausdruck und zur Erfahrung von mir auf jeder Ebene, die ihr wählt. Da gab es die, die sich für einen großartigen Ausdruck entschieden. Niemand gelangte zu größerer Höhe als Jesus Christus - aber es gab andere, die die gleiche Höhe erreichten. Christus ist nicht das höchste Vorbild ? Er ist nicht menschgewordener Gott ? Christus ist das höchste Vorbild. Er ist nur ganz einfach nicht der einzige, der diesen höchsten Zustand erlangte. Christus ist menschgewordener Gott. Er ist nur ganz einfach nicht der einzige menschgewordene Gott. Jeder Mensch ist »menschgewordener Gott«. Du bist ich in der Ausdrucksform deiner gegenwärtigen Gestalt. Und doch machst du dir keine Sorgen darum, daß du mich begrenzen könntest oder wie begrenzt mich das macht. Denn ich bin nicht begrenzt und war es nie. Denkst du, daß du die einzige Ausdrucksform bist, die ich gewählt habe ? Denkst du, ihr seid die einzigen Geschöpfe, die ich mit meiner Essenz erfüllt habe ? Ich sage dir, ich bin in jeder Blume, in jedem Regenbogen, in jedem Stern am Himmel, ich bin alles in und auf jedem um jeglichen Stern kreisenden Planeten. Ich bin das Wispern des Windes, die Wärme eurer Sonne, die unglaubliche Einzigartigkeit und außergewöhnliche Vollkommenheit jeder Schneeflocke. Ich bin die Majestät im Flug des Adlers und die Unschuld des Rehs auf dem Feld, der Mut des Löwen und die Weisheit der Alten. Und ich bin nicht auf die euch bekannten Ausdrucksformen beschränkt. Ihr wißt nicht, wer ich bin, ihr glaubt nur, es zu wissen. Doch denkt nicht, daß, wer ich bin, auf euch beschränkt ist oder daß meine göttliche Essenz - dieser heiligste Geist -nur euch und sonst niemandem gegeben wurde. Das wäre eine arrogante Vorstellung und eine irrige dazu. Mein Seinswesen ist in allem, ist alles. Das »Allessein« ist mein Ausdruck. Die Ganzheit ist meine Natur. Es gibt nichts, was ich nicht bin, und etwas, was ich nicht bin, kann nicht sein. Ich erschuf euch, meine gesegneten Geschöpfe, in der Absicht, die Erfahrung meiner selbst als Schöpfer meiner eigenen Erfahrung zu machen. Manche Leute verstehen das nicht. Hilf uns allen zu verstehen. Jener eine Aspekt Gottes, den nur ein ganz besonderes Geschöpf erschaffen konnte, war der Aspekt meiner selbst als der Schöpfer. Ich bin nicht der Gott eurer Mythologien und ich bin auch nicht die Göttin. Ich bin der Schöpfer - das, was erschafft. Doch ich treffe die Wahl, mich selbst in meiner eigenen Erfahrung zu erkennen. So, wie ich meine vollkommene Struktur durch eine Schneeflocke erkenne, meine ehrfurchtgebietende Schönheit durch eine Rose, erkenne ich auch meine schöpferische Macht -durch euch. Euch habe ich die Fähigkeit zur bewußten Erschaffung eurer Erfahrung gegeben, die Fähigkeit, die mir zu eigen ist. Durch euch kann ich jeden Aspekt von mir kennenlernen. Die Vollkommenheit der Schneeflocke, die Schönheit der Rose, den Mut des Löwen, die Majestät des Adlers, alles das wohnt euch inne. In euch habe ich alle diese Dinge hineingelegt - und noch eines mehr: das Bewußtsein, um sich all dessen gewahr werden zu können. So seid ihr selbstbewußt geworden. Und das ist das größte Geschenk, denn ihr seid euch eures Selbst bewußt, indem ihr ihr selbst seid - was genau das ist, was ich bin. Ich bin ich selbst. Ich bin mir meiner selbst bewußt, indem ich ich selbst bin. Das ist mit dem Spruch gemeint: Ich bin, was ich bin. Ihr seid der Teil von mir, der die erfahrene Bewußtheit ist. Was ihr erfahrt (und was ich durch euch erfahre), das bin ich mich erschaffend. Ich erschaffe mich ständig selbst. Heißt das, daß Gott keine Konstante ist ? Heißt das, daß du nicht weißt, was du im nächsten Moment sein wirst ? Wie kann ich das wissen ? Du hast ja noch nicht entschieden ! Laß mich das klarstellen. Ich entscheide das alles ? Ja. Du bist ich, die Wahl treffend, ich zu sein. Du bist ich, die Wahl treffend, zu sein, was ich bin - und die Wahl treffend, was ich sein werde. Ihr alle gemeinsam erschafft das. Ihr macht das auf individueller Ebene, indem jede und jeder von euch entscheidet und erfährt, wer ihr seid, und ihr macht das kollektiv, indem das mitschöpferische Kollektiv das ist, was ihr seid. Ich bin die kollektive Erfahrung von euch allen ! Und du weißt wirklich nicht, wer du im nächsten Moment sein wirst ? Das habe ich vorhin im Übermut gesagt. Natürlich weiß ich es. Ich kenne bereits alle eure Entscheidungen, weiß also auch, wer ich bin, wer ich immer war und wer ich immer sein werde. Wie kannst du wissen, was ich im nächsten Moment zu sein, zu tun und zu haben beschließe, ganz zu schweigen davon, welche Entscheidung die ganze menschliche Rasse treffen wird ? Ganz einfach. Ihr habt die Wahl schon getroffen. Alles, was ihr je sein, tun oder haben werdet, habt ihr bereits getan. Ihr tut es in diesem Augenblick ! Verstehst du ? So etwas wie die Zeit gibt es nicht. Auch darüber haben wir schon einmal gesprochen. Es lohnt sich, sich das noch einmal vor Augen zu führen. Ja. Sag mir noch einmal, wie das funktioniert. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind konstruierte Konzeptionen, Realitäten, die ihr erfunden habt, um einen Kontext zu schaffen, der als Rahmen für eure gegenwärtige Erfahrung dient. Denn sonst würden sich alle eure (unsere) Erfahrungen überlappen. In Wirklichkeit überlappen sie sich tatsächlich - das heißt, sie ereignen sich zur gleichen »Zeit« -, nur wißt ihr das nicht. Ihr habt euch in eine Wahrnehmungskapsel versetzt, die die totale Wirklichkeit ausblendet. Ich habe das in Band 2 im Detail erklärt, und es täte dir vielleicht gut, das Material noch mal durchzulesen, damit du das hier Gesagte in den richtigen Kontext bringen kannst. Es geht hier um den Punkt, daß alles zugleich geschieht. Alles. Und deshalb weiß ich, was ich sein werde, was ich bin und was ich war. Ich weiß das immer und in jeder Hinsicht. Und deshalb gibt es auch keine Möglichkeit, mich zu überraschen. Eure Geschichte - das ganze weltliche Drama - wurde geschaffen, damit ihr in eigener Erfahrung erkennen könnt, wer ihr seid. Und sie sollte euch auch helfen, zu vergessen, wer ihr seid, damit ihr euch wieder daran erinnern und erschaffen könnt, wer ihr seid. Denn ich kann nicht erschaffen, wer ich bin, wenn ich bereits erfahre, wer ich bin. Ich kann für mich nicht eine Körpergröße von ein Meter achtzig erschaffen, wenn ich bereits ein Meter achtzig bin. Ich müßte kleiner als ein Meter achtzig sein - oder zumindest denken, daß ich es bin. Genau. Du hast es perfekt verstanden. Und da es der größte Wunsch der Seele (Gott) ist, sich selbst als den Schöpfer zu erfahren, und da alles schon erschaffen ist, hatten wir keine andere Wahl, als einen Weg zu finden, wie wir unsere ganze Schöpfung wieder vergessen können. Ich bin erstaunt, daß wir einen Weg gefunden haben. Der Versuch zu vergessen, daß wir alle eins sind und daß dieses Eins sein Gott ist, muß sich so ausnehmen wie der Versuch zu vergessen, daß sich ein rosafarbener Elefant im Zimmer aufhält. Wie konnten wir derart hypnotisiert werden ? Nun, du bist da gerade auf den geheimen Grund für alles physische Leben gestoßen. Es ist das Leben im Physischen, das euch so hypnotisiert und fasziniert - und das zu Recht, denn schließlich ist es ein außergewöhnliches Abenteuer ! Um uns beim Vergessen zu helfen, setzten wir etwas ein, das ihr das Lustprinzip nennen würdet. Das höchste Wesen aller Lust ist das, was euch dazu bringt, im Hier und Jetzt innerhalb eurer Erfahrung die oder den zu erschaffen, der du wirklich bist, und dieses Wer-du-bist auf der nächst höheren Ebene der Großartigkeit immer und immer und immer wiederzuerschaffen. Das ist die höchste Lust Gottes. Das niedrigere Wesen aller Lust ist das, was euch dazu bringt, zu vergessen, wer du wirklich bist. Verurteilt dieses niedrigere Lust-Wesen nicht, denn ohne es könntet ihr das höhere nicht erfahren. Es ist fast so, als ob die Freuden des Fleisches uns erst vergessen ließen, wer wir sind, um dann genau zu dem Weg zu werden, über den wir uns wieder erinnern ! Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Und auf diesem Weg des körperlichen Vergnügens erinnert ihr euch schließlich, wer ihr seid, indem ihr die Grundenergie allen Lebens im Innern des Körpers aufsteigen laßt. Das ist die Energie, die ihr manchmal »sexuelle Energie« nennt. Sie wird entlang des inneren Kanals eures Wesens nach oben geleitet, bis sie in einen Bereich gelangt, den ihr als das Dritte Auge bezeichnet. Das ist die Stelle hinter der Stirn, zwischen und etwas über den Augen gelegen. Wenn ihr die Energie aufsteigen laßt, bewirkt ihr, daß sie durch den ganzen Körper zirkuliert. Das ist so wie ein innerer Orgasmus. Wie bringt man das zuwege ? Wie macht man das ? Du »denkst sie dir hinauf«. Ich meine das so, wie ich gerade gesagt habe. Du »denkst« sie buchstäblich den inneren Pfad eurer sogenannten Chakras hinauf. Wenn die Lebensenergie immer wieder nach oben gebracht wird, findet man Geschmack an dieser Erfahrung, so wie man Appetit auf Sex entwickelt. Diese energetische Erfahrung ist sehr erhaben und man möchte sie immer wieder haben. Doch du verlierst nie ganz deinen Appetit auf das Absenken der Energie - auf die elementaren Leidenschaften - und solltest es auch gar nicht versuchen. Denn wie ich schon oftmals darlegte, kann in deiner Erfahrung das Höhere ohne das Niedrigere nicht existieren. Wenn du zum Höheren gelangst, mußt du zurück zum Niedrigeren, um wieder die Erfahrung des Aufsteigens machen zu können. Das ist der heilige Rhythmus allen Lebens. Du machst das nicht nur, indem du die Energie im Körperinnern kreisen läßt. Du machst das auch, indem du die größere Energie im Körper Gottes zirkulieren läßt. Ihr inkarniert euch als niedrigere Bewußtseinsformen und entwickelt euch dann in höhere Bewußtseinsstadien hinein. Ihr hebt ganz einfach die Energie im Körper Gottes. Ihr seid diese Energie. Und wenn ihr beim höchsten Zustand anlangt, erfahrt ihr ihn voll und ganz und entscheidet dann, was ihr als nächstes erfahren und wohin ihr euch dazu im Reich der Relativität begeben wollt. Ihr mögt den Wunsch haben, euch selbst wieder im Werden eures Selbst zu erfahren - in der Tat eine großartige Erfahrung - und auf dem kosmischen Rad wieder von vorne anzufangen. Ist das dasselbe wie das »karmische Rad« ? Nein. So etwas wie das »karmische Rad« gibt es nicht. Nicht so, wie ihr euch das vorgestellt habt. Viele von euch glauben, daß ihr euch nicht auf einem Rad, sondern in einer Tretmühle befindet, in der ihr die aus der Vergangenheit herrührenden Schulden abarbeitet und heldenhaft versucht, keine neuen zu machen. Das haben einige von euch das »karmische Rad« genannt. Es unterscheidet sich nicht so sehr von manchen eurer westlichen Theologien, denn in beiden Vorstellungen seid ihr unwürdige Sünder, die nach Reinheit streben, um zur nächsten spirituellen Ebene gelangen zu können. Die Erfahrung hingegen, die ich hier beschrieben habe, nenne ich das kosmische Rad, weil es hier keinerlei Unwürdigkeit, Rückzahlung von Schulden, Bestrafung oder Reinigung gibt. Das kosmische Rad beschreibt einfach die letzte Wirklichkeit oder das, was ihr als Kosmologie des Universums bezeichnen könntet. Es ist der Zyklus des Lebens oder Der Prozeß, wie ich zuweilen auch sage. Es ist ein bildhafter Ausdruck, der die Ohne-Anf ang-und-ohne-Ende-Natur der Dinge beschreibt; der kontinuierlich verknüpfte Pfad zum und vom Allen von Allem, auf dem die Seele freudig durch die Ewigkeit reist. Es ist der heilige Rhythmus allen Lebens, mittels dessen ihr die Energie Gottes bewegt. Wow, mir hat noch nie jemand das alles so einfach erklärt ! Ich glaube nicht, daß ich das schon einmal so klar verstanden habe. Nun, der Wunsch nach der Erfahrung von Klarheit hat dich hierhergebracht. Das war der Zweck dieses Dialogs. Ich freue mich, daß du sie erlangst. In Wahrheit gibt es kein »niedriger« oder »höher« auf dem kosmischen Rad. Wie denn auch ? Es ist ein Rad, keine Leiter. Das ist hervorragend. Das ist eine ausgezeichnete Metapher und eine wunderbare Einsicht. Verdammt also nicht das, was ihr die niedrigeren, elementaren, animalischen Instinkte des Menschen nennt, sondern segnet sie, ehrt sie als den Pfad, über den und durch den ihr euren Rückweg nach Hause findet. Das würde eine Menge Leute von ihren Schuldgefühlen im Zusammenhang mit Sex erlösen. Deshalb habe ich gesagt, spielt, spielt, spielt mit Sex - und mit allem, was zum Leben gehört ! Vermischt das, was ihr das Heilige nennt, mit dem Blas-phemischen, denn solange ihr nicht in euren Altären den eigentlichen Ort für die Liebe und in euren Schlafzimmern den eigentlichen Ort für die Anbetung seht, seht ihr gar nichts. Denkst du, Sex ist etwas von Gott Getrenntes ? Ich sage dir: Ich halte mich jede Nacht in deinem Schlafzimmer auf ! Also macht euch auf ! Vermischt das Profane, wie ihr es nennt, mit dem Profunden - damit ihr erkennt, daß da kein Unterschied besteht, und erlebt alles als eins. Wenn ihr euch dann stetig weiterentwickelt, werdet ihr erleben, daß ihr nicht vom Sex laßt, sondern ihn einfach auf einer höheren Ebene genießt. Denn das Leben an sich ist S.E.X. - Synergistic Energy eXchange: synergetischer Energieaustausch. Und wenn ihr das in bezug auf Sex versteht, versteht ihr es auch in bezug auf alles andere im Leben. Auch was das Ende des Lebens angeht - das ihr den »Tod« nennt. Im Augenblick eures Todes werdet ihr erleben, daß ihr euch nicht vom Leben verabschiedet, sondern es einfach auf höherer Ebene genießt. Wenn ihr schließlich erkennt, daß es in Gottes Welt keine Trennung gibt - das heißt, daß es nichts gibt, was nicht Gott ist -, dann werdet ihr endlich diese von euch als Satan bezeichnete menschliche Erfindung aufgeben. Wenn Satan existiert, dann als jeder Gedanke an Trennung von mir, den ihr jemals hattet. Ihr könnt nicht von mir getrennt sein, denn ich bin alles, was ist. Die Männer erfanden den Teufel, um den Leuten Angst einzujagen und sie unter der Androhung einer Trennung von Gott dazu zu bringen, zu tun, was sie wollten. Verdammnis und ewiges Höllenfeuer, das war ihre ultimative Taktik zur Verbreitung von Angst und Schrecken. Doch nun müßt ihr euch nicht mehr fürchten, denn nichts kann und wird euch je von mir trennen. Wir sind eins, ihr und ich. Wir können nichts anderes sein, denn ich bin, was ich bin: das Alles-was-Ist. Warum sollte ich mich selbst verdammen ? Und wie sollte ich das tun ? Wie könnte ich mich von mir selbst trennen, wenn mein Selbst alles ist, was da ist, und es nichts anderes gibt ? Mein Ziel ist die Entwicklung, nicht die Verdammung; das Wachstum, nicht das Absterben; die Erfahrung, nicht das Fehlen von Erfahrung. Mein Ziel ist das Sein, nicht das Aufhören von Sein. Ich habe keine Möglichkeit, mich von euch - oder irgend etwas anderem - zu trennen. »Hölle« bedeutet einfach, dies nicht zu wissen. »Heil, Rettung, Erlösung« bedeutet, dies zu wissen und vollkommen zu verstehen. Ihr seid schon jetzt gerettet. Ihr braucht euch keine Sorgen mehr darüber zu machen, was »nach dem Tod« mit euch geschehen wird.
(3) Kapitel 3
Können wir für einen Moment über die Sache mit dem Tod sprechen ? Du sagtest, daß es in diesem dritten Band um die höheren Wahrheiten ginge, um die universellen Wahrheiten. Bislang haben wir im Verlauf unserer Unterhaltung noch nicht viel über den Tod - und was danach geschieht - gesprochen. Laß uns das jetzt tun. Kommen wir auf dieses Thema. Gut. Was möchtest du wissen ? Was passiert, wenn man stirbt ? Was soll deiner Wahl nach passieren ? Du meinst, es passiert das, was unserer Wahl entsprechend passieren soll ? Meinst du, dass du, nur weil du gestorben bist, aufhörst zu erschaffen ? Ich weiß es nicht. Deshalb frage ich dich ja. Das ist nur recht und billig. (Du weißt es übrigens, aber ich sehe, daß du es vergessen hast - und das ist großartig. Alles läuft nach Plan.) Wenn du stirbst, hörst du mit dem Erschaffen nicht auf. Ist das für dich eindeutig genug ? Gut. Nun, du hörst mit dem Erschaffen nicht auf, wenn du stirbst, weil du nie stirbst. Du kannst nicht sterben, denn du bist das Leben selbst. Und das Leben kann nicht nicht Leben sein. Deshalb kannst du nicht sterben. Es passiert also im Augenblick deines Todes, daß... du weiterlebst. Deshalb können es auch so viele Leute, die »gestorben« sind, nicht glauben - sie machen nicht die Erfahrung, daß sie tot sind. Im Gegenteil, sie haben das Gefühl, sehr lebendig zu sein - weil sie es sind. Von daher die Verwirrung. Das Selbst sieht vielleicht den Körper da liegen, ganz zerknittert und reglos, doch es selbst bewegt sich plötzlich überall hin. Es macht oft buchstäblich die Erfahrung, daß es oben an der Zimmerdecke herumschwebt - und erlebt dann, daß es sich überall im Raum zugleich befindet. Es stellt fest, daß es, wenn es einen bestimmten Blickwinkel einnehmen möchte, augenblicklich diese Erfahrung macht. Wenn sich die Seele (wie wir das Selbst jetzt nennen wollen) fragt: »Warum bewegt sich mein Körper denn gar nicht?«, wird sie sofort direkt über dem Körper schweben und neugierig dessen Reglosigkeit beobachten. Wenn jemand den Raum betritt und sie bei sich denkt: »Wer ist denn das?«, findet sie sich augenblicklich vor oder neben dieser Person wieder. So lernt die Seele in kurzer Zeit, daß sie überall hingelangen kann - in Gedankenschnelle. Es überkommt sie ein Gefühl von unglaublicher Freiheit und Leichtigkeit, und die Wesenheit braucht gewöhnlich eine kleine Weile, bis sie sich an dieses mit jedem Gedanken verknüpfte Herumgehüpfe »gewöhnt« hat. Wenn diese Person Kinder hatte und an sie denken sollte, befindet sich die Seele augenblicklich in deren Gegenwart, ganz gleich, wo diese sich aufhalten mögen. So lernt sie, daß sie nicht nur in Gedankenschnelle überall sein kann, wo sie sein möchte, sondern daß es ihr auch möglich ist, an zwei oder drei oder fünf Orten zugleich zu sein. Sie kann, problemlos und ohne in Verwirrung zu geraten, an diesen Orten simultan existieren, Beobachtungen anstellen und aktiv sein. Danach kann sie sich wieder »versammeln« und einfach durch den Gedanken daran an einen Ort zurückkehren. Die Seele erinnert sich in jenem Leben an etwas, woran sie sich eigentlich in diesem Leben hätte erinnern sollen -nämlich, daß jegliche Auswirkung durch den Gedanken erschaffen wird und daß Manifestierung eine Folge der Absicht ist. Das, worauf ich meine Absicht konzentriere, wird meine Realität. Genau. Der einzige Unterschied besteht in der Geschwindigkeit, mit der du das Resultat erfährst. Im physischen Leben kann eine Zeitspanne zwischen Gedanke und Erfahrung verstreichen. Im Reich des Geistes gibt es das nicht; die Resultate treten augenblicklich ein. Seelen, die eben erst abgereist sind, lernen deshalb, ihre Gedanken sehr sorgfältig zu überwachen, weil sie alles, woran sie denken, auch erfahren. Der Ausdruck »lernen« ist hier eher frei gebraucht, mehr im metaphorischen als im konkret beschreibenden Sinn. Der Begriff »erinnern« trifft es genauer. Wenn im Körper inkarnierte Seelen lernten, ihre Gedanken so rasch und effizient zu kontrollieren wie vergeistigte Seelen, würde sich ihr ganzes Leben ändern. Bei der Erschaffung der individuellen Realität bedeutet die Kontrolle über die eigenen Gedanken - was manche Gebet nennen - alles. Gebet ? Die Kontrolle über die eigenen Gedanken ist die höchste Form von Gebet. Denk deshalb rechtschaffen und nur an gute Dinge. Verweile nicht in Negativität und Dunkelheit. Und sieh auch in den Momenten, in denen dir die Dinge düster erscheinen - ja gerade in solchen Momenten -, nur Vollkommenheit, gib deiner Dankbarkeit Ausdruck und stell dir dann vor, welche Manifestation der Vollkommenheit du dir als nächstes wählst. Wenn du dieses Rezept anwendest, findest du Stille und Gelassenheit. Durch diesen Prozeß findest du Frieden. In dieser Bewußtheit findest du Freude. Das ist eine außergewöhnliche Information. Ich danke dir dafür, daß du sie mir hast zuteil werden lassen. Ich danke dir dafür, daß du offen dafür warst. Du bist zu manchen Zeiten »reiner« als zu anderen. In manchen Augenblicken bist du offener - wie ein gerade gespültes Sieb. Es ist durchlässiger, es hat mehr offene Löcher. Gut ausgedrückt. Ich tu' mein Bestes. Um es also zusammenzufassen: Aus dem Körper entlassene Seelen erinnern sich rasch daran, wie sie ihre Gedanken sehr sorgfältig überwachen und kontrollieren können, denn sie erschaffen und erfahren alles, woran sie denken. Und ich wiederhole, das gilt auch für die noch im Körper wohnenden Seelen, nur daß sich hier die Resultate gewöhnlich nicht sofort zeigen. Und ebendiese Zeitspanne zwischen Gedanke und Schöpfung - die Tage, Wochen, Monate oder auch Jahre betragen kann - bewirkt die illusionäre Vorstellung, daß die Dinge nicht von dir verursacht worden sind, sondern dass sie dir zustoßen. Das ist eine Illusion, die dich vergessen läßt, daß du diese Sache herbeigeführt hast. Wie ich nun schon mehrmals ausgeführt habe, gehört dieses Vergessen zum System. Es ist Bestandteil des Prozesses. Denn du kannst erst erschaffen, wer du bist, wenn du vergessen hast, wer du bist. Von daher ist die zum Vergessen führende Illusion ein absichtlicher Effekt. Wenn du deinen Körper verläßt, wirst du also zu deiner großen Überraschung die ganz offensichtlich und unmittelbare Verbindung zwischen deinen Gedanken und Schöpfungen erkennen. Dies wird dich zunächst schockieren, doch wenn du dich allmählich daran erinnerst, daß du bei der Erschaffung deiner Erfahrung der Bewirkende und nicht nur das Bewirkte bist, wird es zu einer sehr vergnüglichen Überraschung. Warum gibt es eine solche Verzögerung zwischen Gedanke und Manifestation, bevor wir sterben und nichts nachdem wir gestorben sind ? Weil ihr innerhalb der Illusion von Zeit arbeitet. Wenn du dich vom Körper entfernt hast, gibt es keine Verzögerung zwischen Gedanke und Schöpfung, weil du dich dann auch von den Parametern der Zeit entfernt hast. Mit anderen Worten, die Zeit existiert nicht, wie du schon so oft gesagt hast. Nicht so, wie ihr sie versteht. Das Phänomen der Zeit ist in Wirklichkeit eine Funktion der Perspektive. Warum existiert sie, während wir uns im Körper aufhalten ? Ihr habt ihre Existenz bewirkt, indem ihr euch in eure gegenwärtige Perspektive hineinbegeben, sie angenommen habt. Diese Perspektive benutzt ihr als Instrument, mittels dessen ihr eure Erfahrungen sehr viel umfassender erforschen und untersuchen könnt, und zwar indem ihr sie nicht als einmaliges Ereignis wahrnehmt, sondern in Einzelteile zerlegt. Das Leben ist ein einmaliges Ereignis, ein Ereignis im Kosmos, das sich hier und jetzt zuträgt. Alles geschieht jetzt. Überall. Es gibt keine Zeit, nur das Jetzt. Es gibt keinen Ort, nur das Hier. Hier und jetzt ist alles, was es gibt. Alles-was-Ist. Doch ihr habt die Wahl getroffen, die Herrlichkeit dieses Hier und Jetzt in all seinen Einzelheiten und euer göttliches Selbst als den hier und jetzt existierenden Schöpfer dieser Realität zu erfahren. Dafür gab es nur zwei Möglichkeiten - zwei Erfahrungsfelder. Zeit und Raum. Der Gedanke war so großartig, daß ihr buchstäblich vor Wonne explodiert seid ! In dieser Explosion der Wonne wurde zwischen euren Teilen sowohl der Raum geschaffen wie auch die Zeit, die es brauchte, um sich von einem Teil eurer selbst zu einem anderen zu bewegen. Auf diese Weise habt ihr euer Selbst buchstäblich auseinandergerissen, um euch die Teile anzuschauen. Man könnte sagen, daß ihr so glücklich wart, daß es euch »zerrissen« hat. Seither sammelt ihr die Stücke wieder auf. Das ist mein Leben ! Ich setze nur die Stücke wieder zusammen und versuche zu erkennen, ob sie irgendeinen Sinn ergeben. Und mit diesem »Zeit« genannten Kunstgriff habt ihr es geschafft, die Stücke voneinander zu trennen, das Unteilbare zu teilen, um es, während ihr es erschafft, umfassender erkennen und erfahren zu können. So wie ihr, wenn ihr einen festen Gegenstand unter dem Mikroskop betrachtet, seht, daß er gar nicht fest ist, sondern in Wirklichkeit eine Ansammlung von Millionen verschiedener Teilchen und Wirkungen - die sich alle zugleich ereignen und so den größeren Effekt haben -, benutzt ihr auch die Zeit als Mikroskop für eure Seele. Denk über die Parabel vom Fels nach. Es war einmal ein Fels, voll von unzähligen Atomen, Protonen, Neutronen und subatomaren Materieteilchen. Diese Teilchen sausten nach einem bestimmten Muster ständig herum, jedes Teilchen bewegte sich von hier nach dort, aber in so rasender Geschwindigkeit, daß der Fels selbst völlig unbewegt schien. Er war einfach. Da lag er, trank das Sonnenlicht in sich hinein, schlürfte den Regen auf und bewegte sich überhaupt nicht. »Was bewegt sich da in meinem Innern?« fragte der Fels. »Das bist du«, sagte eine ferne Stimme. »Ich ? Aber das ist ganz unmöglich. Ich bewege mich überhaupt nicht. Jeder kann das sehen«, erwiderte der Fels. »Ja, aus der Ferne gesehen«, sagte die Stimme. »Von dort aus sieht es tatsächlich so aus, als wärst du fest und solide, still und unbeweglich. Aber wenn ich näher komme, sehe ich, daß sich alles, was dein Was-du-Bist ausmacht, bewegt. Es bewegt sich mit unglaublicher Geschwindigkeit in einem bestimmten Muster durch Zeit und Raum, wodurch es dich als das Ding namens »Fels« erschafft. Und das macht dich gleichsam zu einem Zauberkunststück ! Du bewegst dich und bewegst dich zugleich nicht.« »Aber was ist dann die Illusion?« fragte der Fels. »Das Einssein, die unbewegte Stille des Felsens oder die Getrenntheit und Bewegung seiner Teile?« Worauf die Stimme zur Antwort gab: »Was ist dann die Illusion ? Das Einssein, die unbewegte Stille Gottes ? Oder das Getrenntsein und die Bewegung seiner Teile?« Und ich sage euch: Auf diesen Fels werde ich meine Kirche bauen. Denn dies ist der Fels der Ewigkeit. Dies ist die ewige Wahrheit, die nichts unversucht läßt. Ich habe euch mit dieser kleinen Geschichte alles erklärt. Das ist die Kosmologie. Das Leben besteht aus einer Reihe von winzigen, unglaublich raschen Bewegungen. Diese Bewegungen beeinträchtigen nicht die Unbeweglichkeit und das Sosein von Allemwas-Ist. Doch wie bei den Atomen im Fels erschafft die Bewegung die Stille, die Bewegungslosigkeit, direkt vor euren Augen. Aus der Ferne gesehen gibt es keine Getrenntheit. Es kann sie nicht geben, denn Alles-was-Ist, ist Alles-was-es-Gibt, und es gibt nichts anderes. Ich bin der unbewegte Beweger. Aus der beschränkten Perspektive, aus der ihr Alles-was-Ist betrachtet, seht ihr euch selbst als vereinzelt und getrennt, seht ihr euch nicht als ein unbewegliches, sondern als sehr viele Wesen, die sich ständig in Bewegung befinden. Beide Beobachtungen sind zutreffend. Beide Realitäten sind real. Und wenn ich »sterbe«, sterbe ich gar nicht, sondern wechsle nur in ein Gewahrsein vom Makrokosmos über - wo es keine Zeit und keinen Raum, kein Jetzt und Dann, kein Davor und kein Danach gibt. Genau. Du hast es begriffen. Laß mich sehen, ob ich es wiedergeben, ob ich es beschreiben kann. Nur zu. Aus einer Makroperspektive gesehen gibt es keine Getrenntheit, und aus dieser Ferne betrachtet nehmen sich all die Teilchen von Allem wie das Ganze aus. Wenn du auf den Fels zu deinen Füßen blickst, siehst du ihn direkt vor dir als Ganzes, vollkommen und perfekt. Doch selbst in diesem Bruchteil eines Augenblicks, in dem du dir seiner gewahr bist, findet in ihm eine Menge statt - seine Teilchen bewegen sich mit unglaublicher Geschwindigkeit. Und was machen diese Teilchen ? Sie machen den Fels zu dem, was er ist. Wenn du den Fels betrachtest, siehst du diesen Vorgang nicht. Selbst wenn du dir theoretisch dieses Geschehens bewußt bist, ereignet sich doch für dich alles jetzt. Der Fels wird nicht zum Fels; er ist ein Fels hier und jetzt. Wenn du aber das Bewußtsein eines dieser submolekularen Teilchen in diesem Fels wärst, würdest du dich selbst als in irrer Geschwindigkeit befindlich erfahren, wärst du erst hier, dann dort. Und wenn dir eine Stimme von außerhalb des Felsens sagen würde: »Es geschieht alles zugleich«, würdest du sie einen Lügner oder Scharlatan nennen. Doch aus der Ferne gesehen würde die Aussage, daß irgendein Teil des Felsens von irgendeinem anderen seiner Teile getrennt ist und daß diese sich zudem mit irrer Geschwindigkeit bewegen, als die Lüge erscheinen. Aus der Ferne gesehen läßt sich erkennen, was sich aus der Nähe betrachtet nicht erkennen läßt - nämlich, daß alles eins ist und daß diese ganze Bewegung gar nichts bewegt hat. Du hast verstanden. Du hast es begriffen. Du sagst - und das ist richtig -, daß das ganze Leben eine Sache der Perspektive ist. Wenn du weiterhin dieser Wahrheit nachgehst, wirst du allmählich die Makrorealität Gottes verstehen. Und du wirst ein Geheimnis des ganzen Universums ergründet haben: Alles in ihm ist das gleiche Ding. Das Universum ist ein Molekül im Körper Gottes ! Das ist gar nicht so weit daneben gegriffen. Und wenn wir »sterben«, wie wir es nennen, kehren wir im Bewußtsein zur Makrorealität zurück ? Ja. Doch auch diese Makrorealität ist nur eine Mikrorealität einer noch größeren Makrorealität, die ein kleinerer Teil einer noch größeren Realität ist - und so weiter und so weiter und für immer und ewig und darüber hinaus, Welt ohne Ende. Wir sind Gott - das »Ist das Ist« -, wir befinden uns ständig im Erschaffungsprozeß unseres Selbst, sind ständig das, was wir jetzt sind... bis wir es nicht mehr sind und etwas anderes werden. Auch der Fels wird nicht ewig, sondern nur »scheinbar ewig« ein Fels sein. Bevor er ein Fels war, war er etwas anderes. Es versteinerte in einem Prozeß, der Hunderttausende von Jahren währte, zu diesem Fels. Er war einmal etwas anderes und wird wieder etwas anderes sein. Dasselbe gilt für dich. Du warst nicht immer das Du, das du jetzt bist. Du warst etwas anderes. Und heute, während du in deiner ganzen Großartigkeit dastehst, bist du in Wahrheit... wiederum etwas anderes. Wow, das ist erstaunlich ! Ich meine, das ist absolut erstaunlich ! Ich habe noch nie dergleichen gehört. Du hast die ganze Kosmologie des Lebens in Begriffe gefaßt, die ich verstehen kann. Das ist erstaunlich. Danke. Ich weiss das zu würdigen. Ich tue mein Bestes. Du machst deine Sache verdammt gut. Das ist hierfür wohl nicht die passende Wortwahl. 'tschuldigung. Ich mache nur Spaß. Das lockert die Dinge ein bißchen auf. Ich kann im Grunde gar nicht »beleidigt« werden. Doch deine Mitmenschen sind oft um meinetwillen beleidigt. Das ist mir auch schon aufgefallen. Aber um auf die Sache zurückzukommen, mir ist da gerade etwas eingefallen. Und das wäre ? Du hast das alles erklärt, weil ich eine einzige Frage stellte: »Wie kommt es, daß >ZeitRuhm< und >ein Vermögen< einbringt, gleich ob es von Wert ist oder nicht«. Dann haben HEWs ein »Wertesystem« ! O ja, natürlich ! Aber ein ganz anderes als die meisten Menschen. HEWs messen dem Wert bei, was allen Nutzen bringt, was sich auf alle positiv auswirkt. Das tun wir auch ! Ja, aber ihr definiert diesen »Nutzen« anders. Ihr seht einen größeren Nutzen darin, daß ihr einem Mann mit einem Schläger einen kleinen weißen Ball zuwerft oder euch auf einer großen Leinwand nackt präsentiert, als darin, daß ihr eure Nachkommen dazu bringt, sich auf die größten Wahrheiten des Lebens zu besinnen oder eine Gesellschaft mit spiritueller Nahrung zu versorgen. Also achtet und bezahlt ihr Ballspieler und Filmstars höher als Lehrer und Geistliche. Angesichts des von dir benannten Entwicklungsziels eurer Gesellschaft habt ihr hier den Rückwärtsgang eingelegt. Ihr habt eure Beobachtungsgabe nicht sehr geschärft. HEWs sehen immer, »was ist«, und tun, »was funktioniert«. Das tun Menschen sehr häufig nicht. HEWs ehren die, die lehren oder den Bedürfnissen anderer dienen, nicht, weil das »moralisch richtig« ist. Sie tun es, weil es »das ist«, was im Hinblick auf das angestrebte Entwicklungsziel ihrer Gesellschaft funktioniert. Dennoch muß es da, wo ein Wertesystem existiert, auch Reiche und Arme geben. Also sind in den HEW-Gesellschaften die Lehrer reich und berühmt und die Ballspieler arm. In einer HEW-Gesellschaft gibt es keine Armen. Niemand lebt in solchen erniedrigenden Verhältnissen, wie es sie bei euch gibt. Und niemand verhungert, so wie es auf eurem Planeten vierhundert Kinder pro Stunde und dreißigtausend Menschen pro Tag tun. Und es gibt auch kein Leben in »stiller Verzweiflung« wie in eurer Gesellschaft. Nein. In einer HEW-Gesellschaft gibt es keine Notleidenden oder Armen. Wie haben sie das vermieden ? Wie ! Durch die Anwendung zweier Grundprinzipien: Wir sind alle eins. Es ist genug da. HEWs wissen, daß genügend da ist, und sie haben ein Bewußtsein, das genau dafür sorgt. Da sie sich der wechselseitigen Verbundenheit aller Dinge bewußt sind, wird nichts von den Naturressourcen auf ihrem Heimatplaneten vergeudet oder zerstört. Damit bleibt mehr als genug für jedes Wesen -es ist »genug da«. Das menschliche Mangelbewußtsein - der Glaube, daß »nicht genug vorhanden ist« - ist die Grundursache aller Sorgen, allen Drucks, aller Konkurrenz, aller Eifersucht, aller Wut, aller Konflikte und letztlich allen Tötens auf eurem Planeten. Dies und euer beharrlicher Glaube an die Getrenntheit statt an die Einheit aller Dinge hat zu all dem Elend in eurem Leben und in eurer Geschichte und zu dem vergeblichen Bemühen um eine allgemeine Verbesserung der Dinge geführt. Eine Veränderung dieser beiden Elemente eures Bewußtseins würde alles verändern. Wie ? Ich würde das gerne verändern, aber ich weiß nicht, wie. Ich brauche ein Werkzeug, nicht nur Worte. Gut. Das ist fair. Also hier ist ein Werkzeug. »Handle als ob.« Handle, als wäret ihr alle eins. Fang einfach morgen schon damit an. Sieh jeden als »dich« an, der gerade eine schwierige Zeit durchmacht. Sieh jeden als »dich« an, der nur eine faire Chance haben will. Sieh jeden als »dich« an, der einfach nur eine andere Erfahrung macht. Versuch's. Lauf morgen herum und versuch's. Schau jeden mit neuen Augen an. Dann fang an, so zu handeln, als wäre »genug da«. Was würdest du anders machen, wenn du genug Geld, genug Liebe, genug Zeit hättest ? Würdest du großzügiger, freier, gerechter mit anderen teilen ? Das ist interessant, denn genau das machen wir mit unseren Naturressourcen und werden dafür von den Ökologen kritisiert: Ich meine, wir handeln, als ob »genug da« wäre. Wirklich interessant ist die Tatsache, daß ihr prinzipiell so handelt, als wären die Dinge knapp, die euch eurer Meinung nach von Nutzen sind, und deshalb hütet ihr euren Vorrat daran sehr sorgsam - ja ihr hortet sogar oft diese Dinge. Doch in bezug auf eure Umwelt, Naturressourcen und euer Okosystem betreibt ihr Raubbau. Man kann also nur annehmen, daß ihr eure Umwelt, eure Naturressourcen und euer Ökosystem als für euch nicht nützlich anseht. Oder wir handeln so, als ob genug vorhanden wäre. Nein, das tut ihr nicht. Wenn ihr das tätet, würdet ihr diese Ressourcen gerechter miteinander teilen. Im Moment verbraucht ein Fünftel der Weltbevölkerung vier Fünftel der globalen Ressourcen. Und ihr trefft keinerlei Anstalten, an dieser Gleichung etwas zu ändern. Es ist genug für jeden da, wenn ihr damit aufhört, alles gedankenlos an die wenigen Privilegierten zu verschwenden. Wenn alle Menschen weise mit den Ressourcen umgingen, würdet ihr weniger verbrauchen als jetzt, wo wenige Leute sie auf unkluge Weise nutzen. Macht Gebrauch von den Ressourcen, aber mißbraucht sie nicht. Nichts anderes sagen die Ökologen. Ich verfalle schon wieder in Depression. Du deprimierst mich ständig. Du bist vielleicht eine Marke, weißt du das ? Da fährst du eine einsame Straße entlang, hast dich verirrt und auch vergessen, wie du an dein Ziel kommst. Jemand kommt daher und beschreibt dir den Weg. Heureka ! Du bist selig, richtig ? Falsch ! Du bist deprimiert. Erstaunlich. Ich bin deprimiert, weil ich uns nicht diese Richtung einschlagen sehe. Ich sehe es uns nicht einmal wollen. Ich sehe uns direkt gegen eine Wand marschieren, und ja, das deprimiert mich. Dann schaust du nicht genau hin. Ich sehe Hunderttausende von Menschen Beifall klatschen, wenn sie das hier lesen. Ich sehe Millionen diese einfachen Wahrheiten erkennen. Und ich sehe, wie auf eurem Planeten eine neue Kraft der Veränderung immer stärker wird. Ganze Denksysteme werden aufgegeben. Methoden, euch selbst zu regieren, werden abgeschafft. Wirtschaftssysteme werden korrigiert. Spirituelle Wahrheiten werden neu überprüft. Die Menschen sind eine erwachende Rasse. Die Bemerkungen und Beobachtungen auf diesen Seiten müssen nicht unbedingt ein Quell der Entmutigung sein. Wenn ihr sie als wahr erkennt, kann euch das ungeheuer ermutigen, vorausgesetzt, ihr nutzt sie als Antriebsmotor für die Veränderung. Ihr seid die Urheber, ihr seid die Kraft der Veränderung. Ihr, jede und jeder einzelne von euch, seid diejenigen, die die Sache ändern, den Ausschlag dafür geben können, daß die Menschen ihr Leben anders erschaffen und erfahren. Wie ? Was kann ich tun ? Sei die Änderung. Sei die Veränderung. Verkörpere das Bewußtsein von »wir sind alle eins« und »es ist genug da«. Verändere dein Selbst, verändere die Welt. Du hast deinem Selbst dieses Buch und das ganze Material der Gespräche mit Gott gegeben, damit du dich wieder einmal daran erinnern kannst, wie es war, als ein hochentwickeltes Wesen zu leben. Wir haben schon einmal so gelebt, nicht wahr ? Du erwähntest bereits, daß wir schon einmal so gelebt haben. Ja. In alten Zeiten und Zivilisationen, wie ihr es nennen würdet. Eure Rasse hat das meiste von dem, was ich hier beschrieben habe, schon einmal erfahren. Ein Teil von mir wäre jetzt gerne noch deprimierter ! Du meinst, wir waren schon da und haben dann alles verloren ! Wo liegt der Sinn in all unserem »Sich-im-KreisDrehen« ? Evolution. Evolution bewegt sich nicht in einer geraden Linie. Ihr habt nun die Chance, die besten Erfahrungen eurer alten Zivilisationen wiederzuerschaffen und dabei deren schlimmsten Erfahrungen zu vermeiden. Ihr müßt diesmal nicht unbedingt zulassen, daß das eigene Ego und die fortgeschrittene Technologie eure Gesellschaft zerstört. Ihr könnt es anders machen. Ihr könnt - du kannst - etwas daran ändern. Das könnte, wenn ihr es zulaßt, sehr aufregend für euch werden. Okay. Ich verstehe. Und wenn ich mir in dieser Weise zu denken gestatte, bin ich aufgeregt ! Und ich werde etwas daran ändern ! Erzähl mir mehr ! Ich will mich soviel wie möglich daran erinnern, wie das mit uns in unseren fortgeschrittenen alten Zivilisationen war und wie das heute bei den hochentwickelten Wesen ist. Wie leben sie ? Sie leben in Gruppen oder Gemeinschaften, wie man das in eurer Welt nennen würde, aber zumeist haben sie ihre Version von euren »Städten« oder »Nationen« aufgegeben. Warum ? Weil die Städte zu groß wurden und dem Ziel des Gruppenzusammenhalts nicht länger dienlich waren, ja ihm entgegenarbeiteten. Sie produzierten »zusammengepferchte und beengte Individuen« statt eine Gemeinschaft. Dasselbe gilt für unseren Planeten ! Es findet sich mehr Gemeinschaftssinn in unseren Städtchen und Dörfern - ja sogar auch in unseren spärlich besiedelten ländlichen Gebieten - als in unseren meisten Großstädten. Ja, nur gibt es in dieser Hinsicht zwischen eurer Welt und den anderen Planeten, von denen wir gegenwärtig sprechen, einen Unterschied. Und der ist ? Die Bewohner dieser anderen Planeten haben daraus gelernt. Sie haben genauer beobachtet, »was funktioniert«. Wohingegen wir immer noch größere und größere Städte schaffen, obwohl wir erkennen, daß sie unsere Lebensweise zerstören. Ja. Wir sind sogar noch stolz darauf ! Wenn eine Stadt auf der Rangliste der weltweit größten Städte einen Platz vorrückt, gilt das allgemein als Grund zum Feiern ! Ja, es wird sogar damit geworben ! Es ist das Merkmal einer primitiven Gesellschaft, daß sie den Rückschritt als Fortschritt ansieht. Das hast du schon mal gesagt. Du läßt mich schon wieder in eine Depression verfallen ! Immer mehr von euch machen das nicht mehr mit. Immer mehr von euch schaffen aufs neue kleine »beabsichtigte« Gemeinschaften. Denkst du also, daß wir unsere Megastädte aufgeben und wieder zu unseren Städtchen und Dörfern zurückkehren sollten ? Ich habe da keine Vorlieben. Ich stelle nur eine Beobachtung an. Wie immer. Was beobachtest du also hinsichtlich der Frage, warum wir immer weiter in immer größere Städte ziehen, obwohl wir sehen, daß es nicht gut für uns ist ? Weil viele von euch nicht sehen, daß es nicht gut für euch ist. Ihr glaubt, daß das Zusammenglucken in großen Städten Probleme löst, wohingegen sie dadurch nur geschaffen werden. Es stimmt, daß es in den großen Städten Dienstleistungen, Jobs und Vergnügungsmöglichkeiten gibt, die sich in den kleineren Städten und Dörfern nicht finden. Aber ihr macht den Fehler, diese Dinge als wertvoll zu bezeichnen, während genau das Gegenteil der Fall ist. Aha ! Du hast hier also eine Meinung dazu ! fetzt hast du dich verraten ! Du hast gesagt, wir machen einen »Fehler«. Wenn du in Richtung San Jose fährst... Das schon wieder... Nun, du bestehst darauf, Beobachtungen als »Werturteile« und Aussagen über Tatsachen als »Vorlieben« zu bezeichnen. Doch da ich weiß, daß du hinsichtlich deiner Verständigungsmöglichkeiten und Wahrnehmungen größere Genauigkeit anstrebst, werde ich dich jedesmal darauf aufmerksam machen. Du fährst also in Richtung San Jose, möchtest aber deiner Aussage nach nach Seattle. Wenn du nun einen Passanten nach dem Weg fragst, sagt dieser, daß du »einen Fehler gemacht« hast. Bringt der Passant eine »Vorliebe« zum Ausdruck ? Vermutlich nicht. Vermutlich ? Okay, er tut es nicht. Was macht er dann ? Er sagt nur, »was so ist«. Ausgezeichnet ! Du hast es kapiert. Aber du hast diesen Punkt schon wiederholte Male klargestellt. Warum komme ich immer wieder auf diese Vorstellung zurück, daß du Präferenzen hast und Werturteile abgibst ? Weil es das von eurer Mythologie unterstützte Gottesbild ist und du mich, wann immer du kannst, in diese Kategorie einreihen wirst. Abgesehen davon würde es die Dinge für euch leichter machen, wenn ich tatsächlich Präferenzen hätte. Dann müßtet ihr nicht selber nachdenken und zu euren eigenen Schlußfolgerungen gelangen. Ihr brauchtet einfach nur das zu tun, was ich sage. Natürlich hättet ihr keine Möglichkeit, herauszufinden, was ich sage, da ihr glaubt, ich würde schon seit Jahrtausenden schweigen. Also habt ihr keine andere Wahl, als euch auf die zu verlassen, die das zu lehren behaupten, was ich in jenen Tagen sagte, als ich tatsächlich mit euch kommunizierte. Doch auch das ist ein Problem, weil es so viele verschiedene Lehrer und Lehren wie Haare auf deinem Kopf gibt. Somit seid ihr wieder am Anfang angelangt und müßt zu euren eigenen Schlußfolgerungen kommen. Gibt es einen Weg aus diesem Labyrinth - und dem Kreislauf des Elends, das es für die Menschheit geschaffen hat ? Werden wir die Dinge jemals »auf die Reihe kriegen- ? Es gibt einen »Weg hinaus« und ihr werdet es .»auf die Reihe kriegen«. Ihr müßt nur eure Beobachtungsgabe schärfen. Ihr müßt besser erkennen, was euch dient. Das nennt man Entwicklung, Evolution. Tatsache ist, daß ihr es gar nicht »Nicht auf die Reihe kriegen« könnt. Ihr könnt nicht scheitern. Es ist keine Frage des Ob, nur des Wann. Aber wird für uns auf diesem Planeten nicht allmählich die Zeit knapp ? Oh, wenn das eure Parameter sind - wenn ihr es auf diesem Planeten auf die Reihe kriegen wollt, das heißt, solange dieser spezielle Planet euch noch unterstützt -. dann solltet ihr euch besser beeilen. Wie können wir schneller vorankommen ? Hilf uns ! Ich helfe euch ja. Worum, glaubst du, geht es bei diesem Dialog ? Okay, dann laß uns noch ein bißchen mehr Hilfe zukommen. Du sagtest vor einer kleinen Weile, daß die Wesen in den hochentwickelten Kulturen auf anderen Planeten auch das Konzept von »Nationen« aufgegeben haben. Warum taten sie das ? Weil sie erkannten, daß sich das, was ihr als »Nationalismus« bezeichnen würdet, gegen ihr erstes Leitprinzip richtet: Wir sind alle eins. Andererseits unterstützt der Nationalismus unser zweites Leitprinzip: Die Stärksten überleben. Genau. Ihr teilt euch aus Gründen des Überlebens und der Sicherheit in Nationen auf - und produziert genau das Gegenteil. Hochentwickelte Wesen weigern sich, sich in Nationen zusammenzuschließen. Sie glauben ganz einfach an nur eine Nation. Man könnte sogar sagen, sie haben »eine unter Gott einige Nation« gebildet. Clever. Aber haben sie auch »Freiheit und Gerechtigkeit für alle« ? Habt ihr das ? Touche. Der Punkt ist der, daß sich alle Rassen und Spezies entwickeln und daß sich diese Evolution - deren Zweck darin besteht, daß ihr beobachtet, was euch dienlich ist, und dann euer Verhalten danach ausrichtet - in eine Richtung und weg von einer anderen zu bewegen scheint. Sie bewegt sich in Richtung Einheit und weg von der Trennung. Das ist an sich nicht überraschend, da Einheit die letzte Wahrheit und Evolution nur ein anderer Ausdruck für »Bewegung hin zur Wahrheit« ist. Ich stelle auch fest, daß die »Beobachtung dessen, was uns dienlich ist, und ein danach ausgerichtetes Verhalten« verdächtig nach »Überleben der Stärksten« klingt ! Ja, nicht wahr ? Also ist es jetzt an der Zeit, zu »beobachten«, daß euer Prinzip »die Stärksten überleben« nicht funktioniert, sondern daß diese Einstellung tatsächlich ganze Spezies zum Untergang verurteilt hat. Sie haben sich selbst zeistöit, indem sie einen »Prozeß« als »Prinzip« bezeichneten. Hoppla ! Da kann ich dir nicht mehr folgen. Der Prozess wird als »Evolution« bezeichnet. Das Prinzip, von dem der Prozeß geleitet wird, lenkt den Lauf eurer Evolution. Du hast recht. Evolution ist »Überleben der Stärksten«. Das ist der Prozeß. Aber ihr dürft nicht Prozeß und Prinzip verwechseln. Wenn »Evolution« und »Überleben der Stärksten« Synonyme sind und wenn ihr das »Überleben der Stärksten« zu einem Leitprinzip erhebt, dann sagt ihr damit: »Ein Leitprinzip der Evolution ist Evolution«. Doch das ist die Aussage einer Rasse, die nicht weiß, daß sie den Verlauf ihrer eigenen Evolution kontrollieren kann. Das ist die Aussage einer Spezies, die von sich glaubt, daß sie hinsichtlich ihrer eigenen Evolution nur einen Beobachterstatus einnimmt. Denn die meisten Leute glauben, daß Evolution ein Prozeß ist, der einfach stattfindet - kein Prozeß, den sie gemäß bestimmter Prinzipien lenken. Und so verkündet diese Spezies: »Wir entwickeln uns gemäß des Prinzips der... nun ja, Entwicklung«. Aber sie sagt nie, was dieses Prinzip ist, weil sie den Prozeß mit dem Prinzip verwechselt. Ist es einer Spezies hingegen klargeworden, daß Evolution ein Prozeß ist - aber ein Prozeß, über den sie Kontrolle hat -, verwechselt sie Prozeß nicht mehr mit Prinzip. Sie wählt statt dessen bewußt ein Prinzip, mittels dessen sie den Prozeß anleitet und lenkt. Das nennt man bewußte Evolution, und eure Spezies ist gerade an diesem Punkt angelangt. Wow ! Das ist ja eine unglaubliche Erkenntnis. Deshalb hast du Barbara Marx Hubbard dieses Buch gegeben ! Und wie ich schon sagte, hat sie es auch tatsächlich Conscious Evolution (»Bewußte Evolution«) genannt. Natürlich. Dazu habe ich sie angewiesen. Ah, ich liebe das ! Nun... würde ich gerne auf unsere Unterhaltung über HEWs zurückkommen. Wie, wenn nicht in Nationen, organisieren sich diese hochentwickelten Wesen ? Wie regieren sie sich ? Sie nehmen nicht die Evolution als ihr erstes Leitprinzip der Evolution, sondern haben statt dessen ein Prinzip geschaffen, das sich auf reine Beobachtung gründet. Sie haben ganz einfach die Beobachtung gemacht, daß sie alle eins sind, und haben politische, soziale, ökonomische und spirituelle Mechanismen entwickelt, die dieses erste Prinzip unterstützen, statt es zu unterminieren. Wie sieht das aus ? Zum Beispiel im Fall ihres Regierungswesens ? Wie regierst du dich, wenn es nur einen von dir gibt ? Wie war das ? Wie, wenn du der einzige bist, der da ist, steuerst du dein Verhalten ? Wer regiert dein Verhalten ? Wer außerhalb deiner selbst ? Niemand. Wenn ich ganz allein bin - wenn ich zum Beispiel irgendwo allein auf einer einsamen Insel wäre -, würde niemand »außerhalb meiner selbst« mein Verhalten steuern oder kontrollieren. Ich würde essen, mir anziehen und tun, was ich will. Wahrscheinlich würde ich mir gar nichts anziehen. Ich würde essen, wann immer ich hungrig bin, und was mir schmeckt und meinem Gefühl nach für mich gesund ist. Ich würde tun, wonach immer mir zumute ist, und einiges davon würde von den Überlebensnotwendigkeiten aus meiner Sicht bestimmt werden. Gut, wie üblich findest du alle Weisheit in dir. Wie ich schon sagte, braucht ihr nichts zu lernen, sondern euch nur zu erinnern. Das ist das Leben in fortgeschrittenen Zivilisationen ? Sie laufen nackt herum, pflücken Beeren und schnitzen Kanus ? Das klingt ja ziemlich barbarisch ! Wer, glaubst du, ist glücklicher - und Gott näher ? Das hatten wir schon. Ja. Es ist das Kennzeichen einer primitiven Gesellschaft, daß sie Einfachheit für barbarisch und Komplexität für weit fortgeschritten hält. Interessanterweise sehen es die, die hoch entwickelt sind, genau andersherum. Doch entwickeln sich alle Kulturen - ja der Evolutionsprozeß selbst - zu einem immer höheren und noch höheren Maß an Komplexität. In einer Hinsicht ja. Doch hier ist die größte göttliche Dichotomie: Die größte Komplexität ist größte Einfachheit. Je »komplexer« ein System ist, desto einfacher ist es. Ja, es ist in seiner Einfachheit äußerst elegant. Die Meisterinnen und Meister verstehen das. Deshalb leben hochentwickelte Wesen in äußerster Einfachheit. Deshalb sind alle hochentwickelten Systeme so außerordentlich einfach. Hochentwickelte Regierungssysteme, hochentwickelte Erziehungssysteme, hochentwickelte ökonomische oder religiöse Systeme sind alle auf eleganteste Weise einfach. Hochentwickelte Regierungssysteme weisen zum Beispiel, mit Ausnahme der Selbstverwaltung, praktisch gar keine Regierungselemente auf. Als ob nur ein Wesen daran beteiligt wäre. Als ob nur ein Wesen davon betroffen wäre. Was alles ist, was da ist. Was hochentwickelte Kulturen verstehen. Genau. Ich fange an, mir ein Bild zu machen. Gut. Wir haben nicht mehr viel Zeit übrig. Du mußt gehen ? Dies Buch wird sehr umfangreich.
(20) Kapitel 20
Warte ! Ich habe noch mehr Fragen zu den HEWs ! Werden sie eines Tages auf der Erde erscheinen, um uns »zu retten« ? Werden sie uns vor unserem Wahnsinn bewahren, indem sie uns neue Technologien bringen, damit wir unsere Atmosphäre reinigen, die Sonnenenergie nutzbar machen, unser Wetter zu regulieren, alle Krankheiten heilen und unsere Lebensqualität in unserem eigenen kleinen Nirwana verbessern können ? Ihr wollt möglicherweise gar nicht, daß das geschieht. HEWs wissen das. Sie wissen, daß ein solcher Eingriff euch nur ihnen unterwerfen, sie zu euren Göttern machen würde - anstelle eurer jetzigen »Götter«. In Wahrheit seid ihr niemandem unterworfen, und das würden euch die Wesen der weit fortgeschrittenen Kulturen gerne verstehen lassen. Von daher würden sie, wenn sie euch einige ihrer Technologien brächten, das in einer Weise tun, die euch eure eigenen Kräfte und Potentiale erkennen läßt. Und ebenso würden sie euch ihre Lehren in einer Weise übermitteln, die euch die größere Wahrheit und eure eigenen Kräfte und Potentiale erkennen läßt und euch nicht animiert, aus euren Lehrern Götter zu machen. Zu spät. Das haben wir bereits getan. Ja, das habe ich bemerkt. Was uns zu einem unserer größten Lehrer bringt, den Mann namens Jesus. Selbst die, die aus ihm keinen Gott gemacht haben, erkennen die Größe seiner Lehren an. Lehren, die weitgehend verzerrt und verdreht worden sind. War Jesus eines dieser HEWs - dieser hochentwickelten Wesen ? Meinst du, dass er hoch entwickelt war ? Ja. So wie auch Buddha, Krishna, Moses, Babaji, Sai Baba und Paramahansa Yogananda. Richtig. Und viele andere, die du nicht erwähnt hast. Du hast in Band 2 angedeutet, daß Jesus und diese anderen Lehrer möglicherweise aus dem »All« kamen, daß sie hier auf Erden Besucher waren und uns die Lehren und Weisheiten der hochentwickelten Wesen überbrachten. Jetzt möchte ich es genau wissen. War Jesus ein »Außerirdischer« ? Ihr seid alle »Außerirdische«. Was meinst du damit ? Ihr seid nicht Ureinwohner des Planeten, den ihr jetzt euer Zuhause nennt. Sind wir nicht ? Nein. Der genetische Stoff, aus dem ihr gemacht seid, wurde absichtlich auf euren Planeten gebracht. Er ist nicht einfach zufällig dort aufgetaucht. Die Elementekombination, aus der sich euer Leben formte, hat sich nicht aus einem Prozeß des biologischen Zufalls ergeben. Dem Ganzen lag ein Plan zugrunde. Hier geht etwas sehr viel Größeres vor. Glaubst du, daß sich die Milliarden biochemischen Reaktionen, die zur Hervorbringung des Lebens auf eurem Planeten, wie ihr es nennt, erforderlich waren, allesamt zufällig ergaben ? Betrachtest du das einfach als Resultat einer Kette von sich ganz und gar zufällig ergebenden glücklichen Umständen und Ereignissen ? Nein, natürlich nicht. Ich bin auch der Ansicht, daß da ein Plan war. Gottes Plan. Gut. Denn du hast recht. Es war alles meine Idee, und es war alles mein Plan und mein Prozeß. Also was nun - sagst du damit, daß du ein Außerirdischer bist ? Wohin richtest du normalerweise deinen Blick, wenn du dir vorstellst, mit mir zu sprechen ? Nach oben. Ich blickte immer hinauf. Warum nicht nach unten ? Ich weiß nicht. Alle blicken immer nach oben - zum »Himmel« hinauf. Von wo ich herkomme ? Vermutlich - ja. Macht mich das zum Außerirdischen ? Ich weiß nicht, tut es das ? Und würde, wenn ich ein Außerirdischer wäre, mich das irgendwie weniger zu einem Gott machen ? In Anbetracht dessen, was du laut Aussage der meisten von uns zu tun vermagst, nein. Ich denke nicht. Und macht, wenn ich ein Gott bin, mich das irgendwie weniger zu einem Außerirdischen ? Ich nehme an, das hinge alles von unseren Definitionen ab. Was, wenn ich im Grunde gar kein »Mensch« bin, sondern eine Kraft, eine Energie im Universum, die das Universum ist, also faktisch Alles-was-Ist. Was ist, wenn ich das Kollektiv bin ? Nun, genau das hast du in diesem Dialog gesagt. Du hast gesagt, daß du das bist. Ja, habe ich. Und glaubst du es ? Ja, ich denke schon. Zumindest in dem Sinn, daß ich Gott als Alles-was-Ist begreife. Gut. Und glaubst du nun, daß es das gibt, was ihr »Außerirdische« nennt ? Meinst du Wesen aus dem All, aus dem Weltraum ? Ja. Ja, das glaube ich. Ich denke, daß ich das schon immer geglaubt habe, und da du mir hier und jetzt gesagt hast, daß es sie gibt, bin ich fest davon überzeugt. Und sind diese Wesen aus dem All Teil von Allem-was-Ist ? Ja, natürlich. Und macht mich, wenn ich Alles-was-Ist bin, das nicht zu einem Außerirdischen ! Ja doch... aber so gesehen bist du auch ich. Bingo. Ja, aber du hast dich von meiner Frage weggeschlichen. Ich fragte dich, ob Jesus ein Außerirdischer war. Und ich glaube, du weißt, was ich meine. Ich meine, war er ein Wesen aus dem All, oder wurde er hier auf Erden geboren ? Deine Frage geht mal wieder von einem »Entweder-Oder« aus. Komm aus deinem Schubladendenken raus ! Verweigere dich dem »Entweder-Oder« und denke in den Kategorien von »Beides/Und«. Willst du damit sagen, daß Jesus zwar auf der Erde geboren wurde, aber sozusagen »außerirdisches Blut« hatte ? Wer war Jesu Vater ? Josef. Ja, aber wer war der Erzählung nach für die Empfängnis verantwortlich ? Manche Menschen glauben, daß es eine unbefleckte Empfängnis war. Sie sagen, daß die Jungfrau Maria von einem Erzengel besucht wurde. Daß Jesus durch den »Heiligen Geist empfangen und von der Jungfrau Maria geboren« wurde. Glaubst du das ? Ich weiß nicht, was ich in dieser Sache glauben soll. Nun, woher kam deiner Meinung nach dieser Erzengel, der Maria besucht haben soll ? Vom Himmel. Was meinst du mit »vom Himmel« ? Ich meine, aus einem anderen Reich. Von Gott. Ich verstehe. Und waren wir uns nicht gerade einig, daß Gott ein Außerirdischer ist ? Nicht ganz. Wir waren uns einig, daß Gott Alles ist, und da Außerirdische Teil von diesem Allem sind, ist Gott ein Außerirdischer im selben Sinn, wie er wir ist. Alle von uns. Gott ist alles. Gott ist das Kollektiv. Gut. Also kam dieser Erzengel, der Maria besuchte, aus einem anderen Reich. Einem himmlischen Reich. Ja. Ein Reich tief in deinem Selbst, denn der Himmel befindet sich in deinem Innern. Das habe ich nicht gesagt. Nun, dann ein Reich im Innenraum des Universums. Auch das würde ich nicht sagen, weil ich nicht weiß, was das bedeutet. Dann von wo ? Ein Reich im Weltraum ? (Lange Pause) Jetzt betreibst du Wortspielerei. Ich tue mein Bestes. Ich benutze Worte trotz ihrer schrecklichen Begrenztheit, um einer Idee möglichst nahezukommen, einer Konzeption von Dingen, die sich mit dem beschränkten Vokabular eurer Sprache eigentlich gar nicht beschreiben oder innerhalb der Grenzen eurer gegenwärtigen Wahrnehmungsebene gar nicht verstehen läßt. Ich möchte euch neue Wahrnehmungen erschließen, indem ich auf neue Art von eurer Sprache Gebrauch mache. Okay. Du sagst also, Jesus wurde von einem hochentwickelten Wesen aus einem anderen Reich gezeugt und war somit sowohl ein Mensch wie auch ein HEW ? Es gab viele hochentwickelte Wesen, die sich auf eurem Planeten aufhielten - und es gibt auch heute viele. Willst du damit sagen, daß es Marsmenschen, daß es Aliens, »fremde Wesen«, unter uns gibt ? Ich sehe, dass eure Zeitungen, Radiosender und Fernseh-Talk-Shows ganze Arbeit geleistet haben. Was meinst du damit ? Ihr findet immer eine Möglichkeit, alles zu einer Sensation aufzubauschen. Ich habe weder Jesus noch die hochentwickelten Wesen als »Marsmenschen« oder als »Aliens« bezeichnet. An Gott ist nichts Fremdartiges. Es gibt keine »fremden Wesen« auf der Erde. Wir sind alle eins. Wenn wir alle eins sind, ist sich keine unserer Individuationen selbst fremd. Manche jedoch - das heißt manche individuelle Wesen - erinnern sich an mehr als andere. Der Erinnerungsprozeß (die Wiedervereinigung mit Gott oder die neuerliche Einswerdung mit dem Allen, mit dem Kollektiv) ist ein Prozeß, den ihr Evolution nennt. Ihr alle seid in Entwicklung befindliche Wesen. Manche von euch sind hoch entwickelt. Das heißt, sie erinnern mehr, gliedern mehr ein. Sie wissen, wer sie wirklich sind. Jesus wußte es und tat es auch kund. Okay, also führen wir jetzt einen Eiertanz um diese Sache mit Jesus auf. Ganz und gar nicht. Ich sage dir klipp und klar: Der Geist des Menschen, den ihr Jesus nennt, war nicht von dieser Erde. Dieser Geist trat ganz einfach in einen menschlichen Körper ein, erlaubte sich, ein Kind zu sein und zu lernen, wurde ein Mann und gelangte zur Selbstverwirklichung. Er war nicht der einzige, der das getan hat. Alle Geister sind »nicht von dieser Erde«. Alle Seelen kommen aus einem anderen Reich und treten dann in den Körper ein. Doch nicht alle Seelen gelangen innerhalb einer bestimmten »Lebenszeit« zur Selbstverwirklichung. Jesus tat es. Er war ein hochentwickeltes Wesen. (Das, was manche von euch einen Gott nennen.) Und er kam aus einem ganz bestimmten Grund, mit einer Mission, zu euch. Um unsere Seelen zu retten. In gewisser Hinsicht ja. Aber nicht aus einer ewigen Verdammnis. So, wie ihr euch das vorgestellt habt, gibt es das nicht. Seine Mission bestand und besteht darin, euch davor zu retten, daß ihr nie wißt und nie erfahrt, wer ihr wirklich seid. Das wollte er euch demonstrieren, indem er euch zeigte, was ihr werden könnt. Ja, was ihr seid - wenn ihr es nur akzeptieren wolltet. Jesus war bestrebt, durch das Beispiel anzuleiten. Deshalb sagte er: »Ich bin der Weg und das Leben. Folgt mir.« Damit meinte er nicht, daß ihr ihm in dem Sinn folgen sollt, daß ihr alle seine »Anhänger« werdet, sondern daß ihr seinem Beispiel folgt und eins mit Gott werdet. Er sagte: »Ich und der Vater sind eins, und ihr seid meine Brüder.« Er hätte es nicht simpler ausdrücken können. Also kam Jesus nicht von Gott, er kam aus dem All. Dein Irrtum besteht darin, daß du beides voneinander trennst. Du beharrst auf einem Unterschied zwischen beiden, so wie du auch darauf beharrst, zwischen Menschen und Gott zu trennen und einen Unterschied zu machen. Und ich sage dir, da ist kein Unterschied. Hmmm. Okay. Kannst du mir, bevor wir zum Schluß kommen, noch ein paar letzte Dinge über die Wesen aus anderen Welten sagen ? Was tragen sie ? Wie verständigen sie sich untereinander ? Und bitte sag nicht, daß das alles müßige Neugier ist. Ich glaube gezeigt zu haben, daß wir etwas daraus lernen können. In Ordnung. Machen wir es kurz. Die Wesen in hochentwickelten Kulturen sehen keine Notwendigkeit, sich etwas anzuziehen, es sei denn zum Schutz vor den Elementen oder aufgrund von Umweltbedingungen, über die sie keine Kontrolle haben, oder wenn Schmuckstücke als Zeichen des »Rangs« oder als Auszeichnung getragen werden. Ein HEW würde nicht begreifen, warum es, wenn es nicht sein muß, seinen ganzen Körper bedecken sollte - und ganz sicher wären ihm die Begriffe »Scham« oder »Anstand« völlig fremd. Es könnte auch nichts mit der Idee anfangen, daß es sich mit irgend etwas umhüllt, um »hübscher« auszusehen. Für ein HEW gibt es nichts Schöneres als den nackten Körper, und die Vorstellung, etwas zu tragen, um sich ansehnlicher oder attraktiver zu machen, wäre ihm völlig unverständlich. Ebenso unverständlich wäre ihm die Vorstellung von einem Leben - einem mehr oder weniger dauerhaften Aufenthalt - in Schachteln... die ihr »Gebäude« oder «Häuser« nennt. HEWs leben in einer natürlichen Umgebung und würden sich nur dann in einer Schachtel aufhalten, wenn ihre Umwelt unwirtlich wird, was selten der Fall ist, weil hochentwickelte Zivilisationen ihre Umwelt erschaffen, kontrollieren, hegen und pflegen. HEWs wissen auch, daß sie mit ihrer Umwelt eins sind, daß sie mehr als nur den Raum mit ihr teilen, daß sie sich in wechselseitig abhängiger Beziehung mit ihr befinden. Ihnen wäre völlig unverständlich, warum man etwas beschädigen oder zerstören sollte, das einen nährt und unterstützt. Sie können daher nur zu dem Schluß kommen, daß ihr nicht begreift, daß ihr von eurer Umwelt ernährt und unterstützt werdet; daß ihr Wesen mit einer sehr beschränkten Beobachtungsgabe seid. Was die Wege der Verständigung angeht, so macht sich hier ein HEW auf der ersten Ebene den Wesensaspekt zunutze, den ihr Gefühle nennen würdet. HEWs sind sich ihrer Gefühle und der Gefühle anderer gewahr, und niemand macht den Versuch, die Gefühle zu verstecken. Sie würden es als selbstzerstörerisch betrachten und von daher unverständlich finden, wenn jemand seine Gefühle verbirgt und sich dann darüber beklagt, daß ihn niemand versteht. Gefühle sind die Sprache der Seele, und hochentwickelte Wesen wissen das. In einer HEW-Gesellschaft besteht das Kommunikationsziel darin, einander in Wahrheit kennenzulernen. Von daher ist ihnen das, was ihr Menschen Lüge nennt, völlig unbegreiflich. Die eigenen Interessen mit den Mitteln der Unwahrheit durchgesetzt zu haben wäre für ein HEW ein so schaler Sieg, daß es gar kein Sieg, sondern eine krasse Niederlage wäre. HEWs »sagen« nicht die Wahrheit, sie sind die Wahrheit. Ihr ganzes Seinswesen entspringt dem, »was so ist« und »was funktioniert«, und sie haben schon vor langer Zeit, vor undenklicher Zeit, als man sich noch über Laute verständigte, gelernt, daß Unwahrheit nicht funktioniert. Das habt ihr in eurer Gesellschaft noch nicht begriffen. Auf eurem Planeten, in eurer Gesellschaft, beruht vieles auf Geheimhaltung. Viele von euch glauben, daß das Leben durch das funktioniert, was ihr einander vorenthaltet, und nicht durch das, was ihr einander mitteilt. Geheimhaltung wurde so zu eurem Gesellschaftskodex, zu eurem Kodex ethischer Prinzipien - zu eurem Geheimcode im wahrsten Sinne des Wortes. Dies gilt nicht für alle von euch. Eure alten Kulturen zum Beispiel und eure Eingeborenenvölker leben nicht nach diesem Kodex. Und auch viele Einzelpersonen in eurer heutigen Gesellschaft weigern sich, sich so zu verhalten. Doch eure Regierung funktioniert nach diesem Kodex, eure Wirtschaft hat ihn sich zu eigen gemacht, und viele eurer BeZiehungen spiegeln ihn wider. Das Lügen - in großen wie in kleinen Dingen - ist weitgehend so akzeptabel geworden, daß viele von euch sogar hinsichtlich des Lügens lügen. Und so habt ihr einen geheimen Code in bezug auf euren Geheimcode entwickelt. Alle wissen, daß der Kaiser keine Kleider trägt, aber niemand spricht darüber. Ihr tut sogar so, als wäre es nicht so - und in dieser Hinsicht belügt ihr euch selbst. Diesen Punkt hast du schon einmal angesprochen. Ich wiederhole in diesem Dialog die wesentlichen Punkte, die Hauptpunkte, denn ihr müßt sie begreifen, wenn ihr, wie ihr sagt, die Dinge wirklich ändern wollt. Und deshalb sage ich noch einmal: Der Unterschied zwischen den Kulturen der Menschen und den Kulturen der hochentwickelten Wesen besteht darin, daß hochentwickelte Wesen: Alles voll und ganz beobachten. Ehrlich miteinander kommunizieren. Sie sehen, »was funktioniert«, und sagen, »was so ist«. Das ist ein weiterer winziger, aber tiefgreifender Schritt der Veränderung, der das Leben auf eurem Planeten unermeßlich verbessern würde. Und das ist übrigens keine Frage der Moral. In HEW-Gesell-schaften gibt es keine »moralischen Gebote«, ein Konzept, das ihnen ebenso rätselhaft wäre wie das Lügen. Es geht lediglich um die Frage, was funktioniert, was von Nutzen ist. HEWs haben keine moralischen Prinzipien ? Nicht so, wie ihr sie versteht. Der Gedanke, daß da irgendeine Gruppe eine Reihe von Wertvorstellungen erfindet, nach denen dann das einzelne HEW zu leben hat, verstößt gegen das, was ihrem Wissen nach »funktioniert« - nämlich, daß jedes Individuum letztlich und allein darüber entscheidet, was es für sich als angemessenes und unangemessenes Verhalten betrachtet. Die Diskussion dreht sich immer um das, was für eine HEW-Gesellschaft funktioniert - was funktionsfähig und für alle von Nutzen ist -, und nicht um das, was Menschen »richtig« oder »falsch« nennen würden. Aber ist das nicht das gleiche ? Haben wir nicht einfach das, was funktioniert, »richtig«, und was für uns nicht funktioniert, »falsch« genannt ? Ihr habt mit diesen Etikettierungen Schuld- und Schamgefühle verknüpft - für HEWs ebenfalls fremde Konzepte - und eine erstaunliche Anzahl von Dingen als »falsch« bezeichnet. Die meisten davon sind nicht etwa »falsch«, weil sie »nicht funktionieren«, sondern ganz einfach, weil ihr euch einbildet, daß sie ungehörig sind - und das zuweilen noch nicht einmal in euren Augen, sondern in den »Augen Gottes«. So habt ihr künstliche Definitionen von »was funktioniert« und »was nicht« geschaffen - Definitionen, die nichts mit dem, was wirklich ist, zu tun haben. Der ehrliche Ausdruck von Gefühlen wird zum Beispiel in der menschlichen Gesellschaft oft als falsch erachtet. Ein HEW käme nie zu einem solchen Schluß, da die präzise Wahrnehmung von Gefühlen das Leben in jeder Gemeinschaft oder Gruppe erleichtert. Also würde, wie ich schon sagte, ein HEW seine Gefühle nie verbergen und dies auch noch gesellschaftlich korrekt finden. Es wäre in jedem Fall auch unmöglich, weil ein HEW Vibes -Schwingungen - von anderen Wesen empfängt, die ihre Gefühle klar genug zum Ausdruck bringen. So wie ihr manchmal die Atmosphäre spüren könnt, wenn ihr ein Zimmer betretet, kann ein HEW fühlen, was ein anderes HEW denkt und erlebt. Tatsächliche Äußerungen - das, was ihr Worte nennen würdet - kommen, wenn überhaupt, nur selten vor. Diese »telepathische Verständigung« findet zwischen allen hochentwickelten fühlenden Wesen statt. Ja, man könnte sagen, daß der Entwicklungsgrad einer Spezies - oder der Beziehungen zwischen Angehörigen derselben Spezies - am Maß abgelesen werden kann, in dem diese sich der Worte zur Übermittlung von Gefühlen, Wünschen oder Informationen bedienen muß. Und um deiner Frage zuvorzukommen, ja, Menschen können dieselbe Fähigkeit entwickeln und manche haben sie entwickelt. Tatsache ist, daß dies vor Tausenden von Jahren ganz normal war. Seither habt ihr euch zurückentwickelt und benutzt nun zur Verständigung Urlaute. Aber viele von euch kehren zu einer saubereren, einer präziseren und eleganteren Kommunikationsform zurück. Das gilt vor allem für die Verständigung zwischen sich liebenden Personen, und das unterstreicht eine wesentliche Wahrheit: Zuwendung und Fürsorge schaffen Kommunikation. Wo tiefe Liebe ist, werden Worte praktisch unnötig. Der Umkehrschluß ist ebenfalls richtig: Wenn Fürsorge und Zuwendung Kommunikation schaffen, dann bleibt euch, je mehr Worte ihr wechselseitig benützen müßt, um so weniger Zeit für die wechselseitige Fürsorge. Letztlich geht es bei jeder wirklichen Kommunikation um die Wahrheit. Und letztlich ist Liebe die einzige wirkliche Wahrheit. Deshalb ist, wenn Liebe präsent ist, auch Kommunikation präsent. Und wenn die Kommunikation schwierig ist, ist es ein Zeichen dafür, daß die Liebe nicht vollkommen präsent ist. Das ist sehr schön ausgedrückt. Ich sollte sagen, sehr schön kommuniziert. Danke. Um also das Lebensmodell in einer hochentwickelten Gesellschaft zusammengefaßt darzustellen: Die Wesen leben in Gruppen oder in kleinen, beabsichtigten Gemeinschaften. Diese Gruppen sind nicht weiter in Städten, Staaten oder Nationen organisatorisch zusammengefaßt, sondern interagieren mit anderen auf einer Grundlage des gleichberechtigten Miteinanders. Es gibt keine Regierungen, wie ihr sie versteht, und keine Gesetze. Es gibt Ratsversammlungen oder Konklaven, die gewöhnlich von den Ältesten abgehalten werden. Und es gibt das, was man in eurer Sprache am besten mit »wechselseitigen Übereinkünften« übersetzen könnte. Diese reduzieren sich auf einen Dreieckskodex: Gewahrsein, Ehrlichkeit, Verantwortung. Hochentwickelte Wesen haben schon vor langem entschieden, daß sie in dieser Weise zusammenleben wollen. Sie trafen diese Wahl nicht aufgrund einer moralischen Struktur oder einer spirituellen Offenbarung, die irgendein Wesen oder eine Gruppe entwickelte oder verkündete, sondern aufgrund der simplen Beobachtung dessen, was so ist und was funktioniert. Und es gibt wirklich keine Kriege und/oder Konflikte ? Nein. Hauptsächlich deshalb nicht, weil ein hochentwickeltes Wesen alles, was es hat, mit anderen teilt, und dir alles geben würde, was du dir ansonsten mit Gewalt zu nehmen versuchen würdest. Es tut das aus dem Bewußtsein heraus, daß sowieso allen alles gehört und daß es sich immer mehr von dem, was es »weggegeben« hat, erschaffen kann, wenn es das wirklich will. In einer Gesellschaft von HEWs gibt es keinen Begriff von Eigentum oder die Vorstellung von Verlust, da sie wissen, daß sie keine physischen Wesen sind, sondern als Wesen im Physischen leben. Und sie wissen auch, daß alle Wesen aus derselben Quelle hervorgehen und daß wir somit alle eins sind. Ich weiß, du hast es schon einmal gesagt... aber gäbe es auch dann keine Konflikte, wenn jemand das Leben eines HEWs bedroht ? Es gäbe keinen Streit. Es würde ganz einfach seinen Körper abstreifen - ihn dir buchstäblich überlassen. Es würde sich dann, wenn es das möchte, einen anderen Körper erschaffen, indem es entweder in bereits voll ausgebildeter Gestalt oder als neu empfangener Nachkomme eines liebenden Paars in die Physikalität zurückkehrt. Letzteres ist die bei weitem bevorzugte Methode, wieder in die Physikalität einzutreten, weil in hochentwickelten Gesellschaften niemand mehr Achtung erfährt als die neu erschaffene Nachkommenschaft. Ihre Möglichkeiten für Wachstum und Weiterentwicklung sind unvergleichlich. HEWs haben keine Angst vor eurem »Tod«, weil sie wissen, daß sie ewig leben und daß es nur um die Frage geht, welche Form sie annehmen wollen. Sie können gewöhnlich unendlich lange in einem physischen Körper leben, weil sie gelernt haben, sich um ihren Körper und die Umwelt zu kümmern. Wenn der Körper eines HEWs aus irgendeinem Grund, der mit den physischen Gesetzen zu tun hat, seine Funktionen nicht länger erfüllt, verläßt es ihn einfach und gibt seine physische Materie freudig dem Allem von allem zum »Recyceln« zurück. (Euer »Staub zu Staub«.) Laß mich noch einmal auf einen Punkt zurückkommen. Ich weiß, du sagtest, daß es an sich keine »Gesetze« gibt. Aber was passiert, wenn sich jemand nicht an den Dreieckskodex - Gewahrsein, Ehrlichkeit, Verantwortung-hält ? Was dann ? Gibt's dann eins auf die Mütze ? Nein. Es »gibt nichts auf die Mütze«. Es gibt keinen Prozeß und auch keine Bestrafung, nur eine einfache Beobachtung dessen, »was so ist« und »was funktioniert«... Es wird sorgfältig erklärt, daß »was so ist« - was das Wesen getan hat - dem widerspricht, »was funktioniert«, und daß, wenn etwas für die Gruppe nicht funktioniert, es das letztlich auch nicht für das Individuum tut, weil das Individuum die Gruppe und die Gruppe das Individuum ist. Alle HEWs kapieren das sehr rasch, gewöhnlich schon in ihrer Jugend, wie ihr es nennen würdet, und so ist nur äußerst selten ein erwachsenes HEW anzutreffen, das mit seinem Verhalten ein »was so ist« produziert, das nicht das ist, »was funktioniert«. Und wenn es doch so ist ? Dann wird ihm einfach gestattet, seine Fehler zu korrigieren. Auf der Grundlage des Dreieckskodexes werden ihm zunächst alle Resultate zu Bewußtsein gebracht, die sich mit dem, was es dachte, sagte oder tat, verbinden. Dann darf es seine Rolle am Herbeiführen dieser Ergebnisse beurteilen und darlegen. Schließlich wird ihm die Gelegenheit gegeben, die Verantwortung für diese Resultate zu übernehmen, indem es korrigierende, abhelfende oder heilende Maßnahmen ergreift. Was ist, wenn es sich weigert, das zu tun ? Ein hochentwickeltes Wesen würde sich dem nie verweigern. Das ist unvorstellbar. Dann wäre es kein hochentwickeltes Wesen. Wir sprechen hier von fühlenden Wesen auf einer völlig anderen Seinsebene. Wo lernt ein HEW all das Zeug ? In der Schule ? In einer HEW-Gesellschaft gibt es kein »Schulsystem«, nur einen Erziehungs- und Ausbildungsprozeß, der der Nachkommenschaft das, »was so ist« und »was funktioniert« in Erinnerung bringt. Die Nachkommen werden von den Ältesten aufgezogen, nicht von denen, die sie zur Welt gebracht haben, wobei sie hier aber nicht unbedingt von den »Eltern« getrennt werden. Diese können bei ihnen sein, wann immer sie wollen, und mit ihnen so viel Zeit verbringen, wie sie möchten. In der »Schule«, wie ihr sie nennen würdet (was eigentlich am besten mit »Lernzeit« zu übersetzen wäre), setzen die Nachkommen ihren eigenen »Lehrplan« fest. Sie entscheiden, welche Fähigkeiten sie sich aneignen wollen, statt daß ihnen gesagt wird, was sie zu lernen haben. Somit sind sie überaus stark motiviert und erwerben sich rasch, leicht und mit Freuden die Fähigkeit, die sie zum Leben brauchen. Der Dreieckskodex (wobei es sich hier nicht wirklich um festgelegte »Statuten« handelt, aber es ist der beste Begriff, den ich dafür in eurer Sprache finden kann) wird den jungen HEWs nicht »eingehämmert«, sondern sie erwerben sich ihn - fast durch Osmose - über das Verhaltensmodell, das die »Erwachsenen« den »Kindern« vorleben. Anders als in eurer Gesellschaft, in der die Erwachsenen ein Verhaltensmodell vorleben, das im Gegensatz zu dem steht, was sie ihre Kinder lernen lassen wollen, wissen die Erwachsenen in hochentwickelten Kulturen, daß die Kinder das tun, was sie andere tun sehen. Es würde HEWs nie einfallen, ihre Nachkommen stundenlang vor einen Apparat zu setzen, der Bilder von Verhaltensweisen zeigt, die diese möglichst vermeiden sollten. Eine solche Entscheidung ist einem HEW völlig unbegreiflich. Und gleichermaßen unbegreiflich wäre es, wenn ein HEW tatsächlich so etwas täte und dann bestreiten würde, daß diese Bilder irgend etwas mit dem plötzlichen Fehlverhalten seiner Kinder zu tun haben. Ich möchte noch einmal wiederholen, daß sich der Unterschied zwischen einer Gesellschaft von HEWs und der menschlichen Gesellschaft letztlich auf ein ganz einfaches Element zurückführen läßt: auf »getreue Wahrnehmung«. Die Wesen in HEW-Gesellschaften erkennen alles an, was sie sehen. In den menschlichen Gesellschaften streiten viele ab, was sie sehen. Sie sehen, daß das Fernsehen ihre Kinder ruiniert, und ignorieren es. Sie sehen, daß Gewalt und »Verlieren« als Elemente der Unterhaltung eingesetzt werden, und leugnen den Widerspruch, der darin liegt. Sie beobachten, daß Tabak den Körper schädigt, und geben vor, daß es nicht so ist. Sie sehen einen Vater, der trinkt und mißhandelt und mißbraucht, und die ganze Familie leugnet es ab und läßt niemanden ein Wort darüber sagen. Sie beobachten, daß die Religionen über Tausende von Jahren hinweg rein gar nichts am kollektiven Verhalten zu ändern vermochten, und streiten es ab. Sie sehen ganz klar, daß ihre Regierungen mehr zur Unterdrückung beitragen, als daß sie Hilfestellung leisten, und auch das ignorieren sie. Sie sehen ein Gesundheitswesen, das im Grunde ein Krankheitswesen ist und ein Zehntel seiner Ressourcen für die Gesundheitsvorsorge und neun Zehntel für das Management von Krankheit ausgibt. Aber sie bestreiten, daß aus Profitgier verhindert wird, daß die Menschen wirklich effektiv darüber aufgeklärt werden, wie sie handeln, essen und leben sollen, um gesund zu bleiben. Sie sehen, daß der Verzehr des Fleisches von Tieren, die vor dem Schlachten mit Chemikalien vollgepumpt wurden, ihrer Gesundheit abträglich ist, aber sie leugnen, was sie sehen. Sie tun noch mehr als das. Sie versuchen, Talk-Show-Gäste zu verklagen, die es wagen, dieses Thema auch nur anzusprechen. Du weißt, es gibt da ein wunderbares Buch mit hervorragenden Erkenntnissen zu dieser ganzen Thematik, nämlich Ernährung für ein neues Jahrtausend von John Robbins. Die Menschen werden dieses Buch lesen und vehement abstreiten, daß es stimmt. Und das ist der Punkt. Ein Großteil eurer Rasse lebt in der Verleugnung. Die Menschen leugnen nicht nur die offensichtlichen Beobachtungen, die ihre Mitmenschen machen, sondern auch das, was sie mit eigenen Augen sehen. Sie verleugnen ihre persönlichen Gefühle und schließlich auch ihre eigene Wahrheit. Hochentwickelte Wesen - zu denen manche von euch werden - verleugnen nichts. Sie beobachten, »was so ist«. Sie sehen klar, »was funktioniert«. Durch den Gebrauch dieser einfachen Werkzeuge wird das Leben einfach. Wird »dem Prozeß« Achtung erwiesen. Ja, aber wie funktioniert »der Prozeß« ? Um darauf zu antworten, muß ich auf etwas verweisen, das ich im Verlauf dieses Dialogs schon wiederholte Male klargestellt habe. Alles hängt davon ab, wer zu sein ihr denkt und was ihr zu tun versucht. Wenn ein Leben in Frieden, Freude und Liebe euer Lebensziel ist, dann funktioniert Gewalt nicht. Das ist bereits bewiesen worden. Wenn gute Gesundheit und ein langes Leben euer Ziel ist, dann funktionieren der Verzehr von totem Fleisch, das Rauchen von nachweislich krebserregenden Substanzen und das Trinken einer Unmenge von nervabtötenden, gehirngrillenden Flüssigkeiten nicht. Das ist bereits bewiesen worden. Wenn die Erziehung eurer Nachkommenschaft in einer ge-walt- und wutfreien Atmosphäre euer Ziel ist, dann funktioniert es nicht, wenn ihr sie jahrelang eindrücklichen Darstellungen von Gewalt und Wut aussetzt. Das ist bereits bewiesen worden. Wenn die Pflege und Sorge um die Erde und der kluge Umgang mit ihren Ressourcen euer Ziel ist, dann funktioniert es nicht, wenn ihr euch so verhaltet, als seien diese Ressourcen unerschöpflich. Das ist bereits bewiesen worden. Wenn die Entdeckung und Kultivierung einer Beziehung mit einem liebenden Gott euer Ziel ist, so daß die Religion in der Tat bei den Menschen und in eurer Gesellschaft etwas Positives bewirken kann, dann funktioniert es nicht, wenn ihr die Lehre von einem strafenden und schreckliche Vergeltung übenden Gott verkündet. Auch das ist bereits bewiesen worden. Der Beweggrund ist alles. Ziele bestimmen das Endergebnis. Das Leben entwickelt sich aus eurer Absicht heraus. Eure wahre Absicht offenbart sich in euren Handlungen, und eure Handlungen werden von eurer wahren Absicht bestimmt. Es ist, wie alles im Leben - und wie das Leben selbst - ein Kreislauf. HEWs sehen den Kreislauf. Menschen nicht. HEWs reagieren auf das, was so ist; Menschen ignorieren es. HEWs sagen immer die Wahrheit. Menschen lügen sich selbst wie auch andere zu oft an. HEWs tun, was sie sagen. Menschen sagen oft das eine und tun das andere. Tief in eurem Innern wißt ihr, daß etwas nicht stimmt - daß ihr »nach Seattle wolltet«, aber in »San Jose« gelandet seid. Ihr erkennt die Widersprüche in eurem Verhalten und seid jetzt wirklich bereit, sie aufzugeben. Ihr seht ganz klar, »was so ist« und »was funktioniert«, und seid nicht länger willens, die Spaltung zwischen beidem zu unterstützen. Ihr seid eine erwachende Rasse. Eure Zeit der Erfüllung ist gekommen. Ihr braucht euch nicht durch das, was ihr hier gehört habt, entmutigen zu lassen, denn das Fundament für eine neue Erfahrung, eine umfassendere Realität ist gelegt worden, und dies alles war nur die Vorbereitung darauf. Ihr seid nun bereit für den Schritt durch die Tür. Dieser Dialog war dazu gedacht, euch diese Tür aufzutun. Erst einmal auf sie zu deuten. Seht ihr ? Da ist sie ! Denn das Licht der Wahrheit wird euch immer den Weg zeigen. Und es ist das Licht der Wahrheit, das euch hier gegeben wurde. Nehmt nun diese Wahrheit und lebt sie. Nehmt nun diese Wahrheit und teilt sie mit anderen. Akzeptiert jetzt diese Wahrheit und haltet sie für immer in Ehren. Denn in diesen drei Büchern - der Trilogie der Gespräche mit Gott - habe ich zu euch von dem gesprochen, was so ist. Es ist nicht nötig, noch weiter zu gehen. Es ist nicht nötig, noch mehr Fragen zu stellen, noch mehr Antworten zu hören, noch mehr Neugierde zu befriedigen, noch mehr Beispiele anzuführen oder noch mehr Beobachtungen anzubieten. Alles, was ihr braucht, um ein Leben nach eurem Wunsch zu erschaffen, habt ihr hier in dieser Trilogie, so wie sie jetzt vorliegt, gefunden. Es ist nicht nötig, noch weiter zu gehen. Ja, ihr habt noch mehr Fragen. Ja, ihr habt noch mehr »Aber, was wenn's«. Ja, ihr seid mit dieser Erkundung, die wir genossen haben, nicht »fertig«. Weil ihr nie mit irgendeiner Erkundung fertig seid. Es ist schon klar, daß dieses Buch sich ewig fortsetzen könnte. Das wird es nicht. Euer Gespräch mit Gott wird sich fortsetzen, nicht aber dieses Buch. Denn die Antwort auf jegliche andere Frage, die ihr stellen könntet, wird sich in dieser nun vollendeten Trilogie finden. Wir können nichts weiter tun, als dieselbe Wahrheit immer und immer wieder zu wiederholen, zu verstärken, zu ihr zurückzukehren. Selbst diese Trilogie war eine Übung darin. In ihr steht nichts Neues, nur ganz einfach eine uralte Weisheit, die wieder aufgesucht wurde. Es ist gut, sie wieder aufzusuchen. Es ist gut, sich wieder mit ihr vertraut zu machen. Das ist der Prozeß des Erinnerns, von dem ich so oft gesprochen habe. Ihr habt nichts zu lernen. Ihr braucht euch nur zu erinnern... Also sucht diese Trilogie oft auf; blättert immer mal wieder in ihren Seiten. Wenn ihr eine Frage habt, die hier eurem Gefühl nach nicht beantwortet wurde, dann lest die Seiten noch einmal genauer. Und wenn ihr dann wirklich meint, daß sie nicht beantwortet wurde, dann sucht nach euren eigenen Antworten. Führt euer eigenes Gespräch. Erschafft eure eigene Wahrheit. So werdet ihr erfahren, wer ihr wirklich seid.
(21) Kapitel 21
Ich will nicht, daß du gehst ! Ich gehe nirgendwohin. Ich bin immer bei dir. Auf allen Wegen. Bitte, noch ein paar Fragen, bevor wir aufhören. Ein paar letzte, abschließende Fragen. Du weisst, dass du dich jederzeit nach innen wenden, zum Sitz der ewigen Weisheit zurückkehren und dort deine Antworten finden kannst, nicht wahr ? Ja, das weiß ich, und ich bin aus tiefstem Herzen dankbar, daß es so ist, daß das Leben so erschaffen worden ist, daß mir diese Hilfsquelle immer zur Verfügung steht. Aber das hier hat für mich funktioniert. Dieser Dialog war ein großes Geschenk für mich. Kann ich nicht einfach ein paar letzte Fragen stellen ? Natürlich. Ist unsere Welt wirklich in Gefahr ? Flirtet unsere Spezies mit der Selbstzerstörung - mit tatsächlicher Auslöschung ? Ja. Und solange ihr nicht diese sehr reale Möglichkeit ins Auge faßt, könnt ihr ihr auch nicht aus dem Wege gehen. Dem ihr euch widersetzt, das bleibt bestehen. Nur das, was ihr begreift, erfaßt, kann verschwinden. Denkt auch an das, was ich euch über Zeit und Ereignisse erzahlt habe. Alle Ereignisse, die ihr euch vorstellen könnt - ia. vorgestellt habt -, finden jetzt, im ewigen Moment, statt. Dies ist der heilige Augenblick. Dies ist der Moment, der eurem Gewahrsein vorausgeht. Es ist das, was geschieht, bevor euch das Licht erreicht. Das ist der gegenwärtige Moment, der von euch erschaffen, euch geschickt wird, noch bevor ihr es wißt ! Ihr nennt das die Gegenwart, »Präsens«. Und ein »Präsent« ist sie, ein Geschenk. Es ist das größte Geschenk, das euch von Gott gegeben wurde. Ihr habt die Fähigkeit, aus allen euch je vorgestellten Erfahrungen die auszuwählen, die ihr jetzt erfahren möchtet. Du hast es schon gesagt, und jetzt fange ich trotz meines beschränkten Wahrnehmungsvermögens allmählich an, es zu begreifen. Nichts davon ist wirklich "real-, nicht wahr ? Nein. Ihr lebt eine Illusion. Dies ist eine große Zaubervorstellung. Und ihr tut so, als würdet ihr die Tricks nicht kennen - obwohl ihr die Zauberer seid. Es ist wichtig, das im Gedächtnis zu behalten, denn sonst laßt ihr alles außerordentlich real werden. Aber was ich sehe, fühle, rieche, berühre, scheint sehr real zu sein. Was, wenn das nicht »Realität« ist, ist es dann ? Denk immer daran, daß du das, was du anschaust, nicht wirklich »siehst«. Dein Gehim ist nicht die Quelle deiner Intelligenz. Es ist einfach ein Datenverarbeitungsinstrument. Es nimmt über seine Rezeptoren, eure Sinne, Daten auf. Es interpretiert diese formatierte Energie gemäß der Daten, die es früher zu diesem Thema erhalten hat. Es sagt dir, was es wahrnimmt, nicht, was wirklich ist. Du denkst, daß du auf der Grundlage dieser Wahrnehmungen die Wahrheit von etwas kennst, aber in Wirklichkeit kennst du sie nicht mal zur Hälfte. In Wirklichkeit erschaffst du die Wahrheit, die du kennst. Einschließlich dieses ganzen Dialogs mit dir. Ganz sicher. Ich fürchte, das wird denen weiteren Zündstoff liefern, die sagen: »Er spricht nicht mit Gott. Er erfindet das alles.« Sag ihnen auf sanfte Weise, daß sie versuchen könnten, ihr Schubladendenken aufzugeben. Sie denken in der Kategorie von »Entweder-Oder«. Sie könnten es mal mit einem »Beides/Und« probieren. Ihr könnt Gott nicht begreifen, wenn ihr innerhalb des beschränkten Rahmens eurer gegenwärtigen Wertvorstellungen, Konzeptionen und Erkenntnisse denkt. Wenn ihr Gott begreifen wollt, müßt ihr bereit sein zu akzeptieren, daß ihr gegenwärtig nur über begrenzte Informationen verfügt, statt darauf zu beharren, daß ihr über dieses Thema alles wißt, was es zu wissen gibt. Ich möchte eure Aufmerksamkeit auf die Worte von Werner Erhard lenken, der sagte, daß man nur dann zu wahrer Klarheit gelangen kann, wenn man bereit ist, folgendes zu beachten: Da ist etwas, das ich nicht weiß. Wenn ich es wüßte, könnte das alles verändern. Es ist ganz einfach möglich, daß du »mit Gott sprichst« und »alles erfindest«. Ja, hier ist die größte Wahrheit: Du erfindest alles. Das Leben ist der Prozeß, durch den alles erschaffen wird. Gott ist die Energie - die reine rohe Energie -, die ihr Leben nennt. Durch diese Vergegenwärtigung gelangen wir zu einer neuen Wahrheit. Gott ist ein Prozeß. Ich dachte, du hättest gesagt, daß Gott ein Kollektiv, daß Gott das Alles ist. Habe ich. Und das ist Gott. Und Gott ist auch der Prozeß, durch den alles erschaffen wird und sich selbst erfährt. Das habe ich dir schon offenbart. Ja. Ja. Diese Weisheit hast du mir übermittelt, als ich das Büchlein Re-creating Yourself schrieb. Richtig. Und nun sage ich es hier für ein sehr viel größeres ublikum. Gott ist ein Prozeß. Gott ist keine Person, kein Ort oder Ding. Gott ist genau das, as du immer dachtest - aber nie verstanden hast. Wie war das ? Du hast immer gedacht, daß Gott das Supreme Being, das höchste Wesen, das höchste Sein ist. Ja. Und damit hattest du recht. Genau das bin ich. Ein »Being« ein Sein, ein seiendes Wesen, ein Wesen in Seinswerdung. »Being« ist kein Ding, es ist ein Prozeß. Ich bin das Supieme Being, das heißt das höchste Sein im Weiden. Ich bin nicht das Ergebnis eines Prozesses; ich bin der Prozeß. Ich bin der Schöpfer und ich bin der Prozeß, durch den ich erschaffen werde. Alles, was du im Himmel und auf Erden siehst, bin ich im Prozeß des Eischaffenweidens. Der Schöpfungsprozeß ist nie zu Ende. Er ist nie vollendet. Ich bin nie »fertig«. Damit wird nur auf andere Weise ausgedrückt, daß sich alles fortwährend verändert und wandelt. Nichts steht still. Nichts - gar nichts -ist ohne Bewegung. Alles ist Energie in motion - in Bewegung. Ihr nennt das kurzerhand »Emotion«\ Ihr seid Gottes höchste Emotion ! Wenn du ein Ding betrachtest, siehst du nicht auf ein statisches »irgend etwas«, das in Zeit und Raum »dort steht«. Nein ! Du bist Zeuge eines Ereignisses. Weil sich alles bewegt, verändert, entwickelt. Alles. Buckminster Fuller sagte: »Ich scheine ein Verb zu sein.« Er hatte recht. Gott ist ein Ereignis. Ihr nennt dieses Ereignis Leben. Das Leben ist ein Prozeß. Dieser Prozeß läßt sich beobachten, erkennen, vorhersagen. Je mehr ihr beobachtet, desto mehr erkennt ihr und desto mehr könnt ihr vorhersagen. Das ist eine harte Nuß für mich. Ich dachte immer, Gott sei das Unveränderliche. Die einzige Konstante. Der Unbewegte Beweger. In dieser unergründlichen absoluten Wahrheit über Gott fand ich meine Sicherheit. Aber das ist die Wahrheit ! Die einzige unveränderliche Wahrheit ist, daß Gott sich immer verändert. Das ist die Wahrheit - und daran könnt ihr nichts ändern. Das einzige, was sich nie ändert, ist die Tatsache, daß sich alles immer ändert. Leben ist Veränderung. Gott ist Leben. Daraus folgt, Gott ist Veränderung. Aber ich möchte glauben, daß das eine, das sich nie verändert, Gottes Liebe zu uns ist. Meine Liebe zu euch verändert sich immer, weil ihr euch immer verändert und ich euch so liebe, wie ihr seid. Da ich euch so liebe, wie ihr seid, muß sich meine Liebe, meine Vorstellung vom »Liebenswerten«, verändern, da sich auch eure Vorstellung von Wer-ihr-Seid verändert. Du meinst, du findest mich selbst dann liebenswert, wenn ich beschließe, daß Wer-ichBin ein Mörder ist ? Das haben wir alles schon durchgekaut. Ich weiß, aber ich kapiere es einfach nicht. Niemand tut im Kontext seiner eigenen Weltsicht etwas Unpassendes. Ich liebe euch immer - auf allen Wegen. Ihr könnt auf keinem »Weg« sein, der mich dazu brächte, euch nicht zu lieben. Aber du wirst uns bestrafen, richtig ? Du wirst uns liebevoll bestrafen. Du wirst uns mit Liebe in deinem Herzen und in Trauer darüber, daß du es tun mußt, in die ewige Qual schicken. Nein. Ich empfinde niemals Trauer, weil es nichts gibt, das »ich tun muß«. Wer sollte mich dazu bringen, »es tun zu müssen« ? Ich werde euch nie bestrafen, obschon ihr die Wahl treffen mögt, euch in diesem oder einem anderen Leben selbst zu bestrafen, bis ihr diese Wahl nicht mehr trefft. Ich werde euch nicht bestrafen, weil ich nicht verletzt oder beschädigt worden bin - und ihr auch keinen Teil von mir, der ihr alle seid, verletzen oder beschädigen könnt. Es mag sich einer von euch dazu entscheiden, sich verletzt oder beschädigt zu fühlen, doch wenn ihr in das ewige Reich zurückkehrt, werdet ihr sehen, daß ihr in keiner Weise beschädigt worden seid. In diesem Augenblick werdet ihr jenen vergeben, die euch, wie ihr meintet, beschädigt haben, denn dann werdet ihr den größeren Plan verstanden haben. Was ist der größere Plan ? Erinnerst du dich an die Parabel von der kleinen Seele und der Sonne in Band 1 ? Ja. Diese Parabel hat noch einen zweiten Teil. Hier ist er: »Du kannst dir aussuchen, was für ein Teil von Gott du sein möchtest«, sagte ich zu der kleinen Seele. »Du bist absolute Göttlichkeit, die sich selbst erfährt. Welchen Aspekt der Göttlichkeit möchtest du nun als dein Selbst erfahren?« »Du meinst, ich habe die Wahl?« fragte die kleine Seele. »Ja«, antwortete ich. »Du kannst dir jeden Aspekt der Göttlichkeit aussuchen, den du in deinem, als und durch dein Selbst erfahren möchtest.« »Okay«, sagte die kleine Seele, »dann wähle ich Vergebung. Ich möchte mein Selbst als jenen Aspekt Gottes erfahren, den man vollkommene Vergebung nennt.« Nun, das war keine geringe Herausforderung, wie du dir vorstellen kannst. Es gab niemanden, dem man hätte vergeben können. Alles, was ich geschaffen habe, ist Vollkommenheit und Liebe. »Keiner, dem zu vergeben wäre?« fragte die kleine Seele etwas ungläubig. »Keiner«, bestätigte ich. »Schau dich um. Siehst du irgendwelche Seelen, die weniger vollkommen, weniger wunderbar sind als du?« Die kleine Seele wirbelte herum und sah sich zu ihrer Überraschung von allen Seelen im Himmel umgeben. Sie waren von fern und nah aus dem ganzen Reich gekommen, weil sie gehört hatten, daß die kleine Seele ein außergewöhnliches Gespräch mit Gott führte. »Ich sehe niemanden, der weniger vollkommen wäre als ich!« rief die kleine Seele. »Wem soll ich denn dann vergeben?« Da trat eine andere Seele aus der Menge vor. »Du kannst mir vergeben«, sagte diese freundliche Seele. »Wofür?« fragte die kleine Seele. »Ich werde in deinem nächsten physischen Leben zu dir kommen und etwas tun, wofür du mir vergeben kannst», erwiderte die freundliche Seele. »Aber was ? Was könntest du, ein Wesen so vollkommenen Lichts, tun, das ich dir vergeben wollte?« erkundigte sich die kleine Seele. »Oh«, gab die freundliche Seele lächelnd zurück. »Ich bin sicher, wir können uns da was einfallen lassen.« »Aber warum würdest du das tun wollen?« Der kleinen Seele war es ein Rätsel, warum ein Wesen von solcher Vollkommenheit tatsächlich etwas »Schlechtes« tun wollte. »Ganz einfach, ich würde es tun, weil ich dich liebe«, erklärte die freundliche Seele. »Du möchtest dein Selbst als vergebend erfahren, nicht wahr ? Abgesehen davon hast du dasselbe für mich getan.« »Das habe ich?« fragte die kleine Seele. »Natürlich. Erinnerst du dich nicht mehr ? Wir sind alles davon gewesen, du und ich. Wir sind das Oben und das Unten, das Linke und das Rechte davon gewesen. Wir waren das Hier und das Dort und das Jetzt und das Dann. Wir waren das Große und das Kleine, das Männliche und das Weibliche, das Gute und das Schlechte davon. Wir alle waren das Alles davon. Und das taten wir aufgrund einer Vereinbarung, damit jede von uns sich, wir alle uns, als den großartigsten Teil Gottes erfahren konnten. Denn wir haben verstanden, daß in der Abwesenheit dessen, was du nicht bist, das, was du bist, nicht ist. In der Abwesenheit von >kalt< kannst du nicht >warm< sein. In der Abwesenheit von >traurig< kannst du nicht >glücklich< sein, ohne ein Ding, das man das >Böse< nennt, kann die Erfahrung, die man das >Gute< nennt, nicht existieren. Wenn du die Wahl triffst, etwas zu sein, dann muß irgend etwas oder irgend jemand im Gegensatz dazu irgendwo in deinem Universum auftauchen, um das zu ermöglichen.« Dann erklärte die freundliche Seele, daß diese Wesen Gottes »Spezialengel« und diese speziellen Umstände Gottes Geschenke sind. »Ich bitte dich nur um eines im Austausch dafür«, sagte sie schließlich. »Alles, was es auch sei!« rief die kleine Seele. Das Wissen, daß sie die Erfahrung von jedem göttlichen Aspekt Gottes machen konnte, machte sie ganz aufgeregt. Sie verstand nun den Plan. »In dem Augenblick, in dem ich dich schlage und peinige, in dem Moment, in dem ich dir das Schlimmste antue, das du dir je vorstellen kannst - genau in diesem Augenblick«, so sagte die freundliche Seele, »...solltest du dich daran erinnern, wer ich wirklich bin.« »Oh, ich werde es nicht vergessen!« versprach die kleine Seele. »Ich werde dich in all der Vollkommenheit erkennen, in der ich dich jetzt sehe, und ich werde mich immer daran erinnern, wer du bist.« Das ist... das ist eine außergewöhnliche Geschichte, eine unglaubliche Parabel. Und das Versprechen der kleinen Seele ist das Versprechen, das ich euch gebe. Das ist es, was unveränderlich bleibt. Doch hast du, meine kleine Seele, dieses Versprechen anderen gegenüber gehalten ? Nein. Es macht mich traurig, sagen zu müssen, daß ich es nicht getan habe. Sei nicht traurig. Sei glücklich in deiner Wahrnehmung von dem, was wahr ist, und voller Freude in deiner Entscheidung, eine neue Wahrheit zu leben. Denn Gott ist ein Werk im Werden, und ihr seid das auch. Und denk immer daran: Wenn du dich so sehen würdest, wie Gott dich sieht, würdest du sehr häufig lächeln. Also geht nun und seht einander als die, die ihr wirklich seid. Beobachtet. Beobachtet. Beobachtet ! Wie ich euch schon sagte - einer der Hauptunterschiede zwischen euch und hochentwickelten Wesen ist der, daß letztere mehr beobachten. Wenn ihr das Tempo eurer Entwicklung beschleunigen wollt, dann seid bestrebt, mehr zu beobachten. Das ist für sich genommen eine wundervolle Beobachtung. Und ich möchte, daß ihr nun beobachtet, daß auch ihr ein Ereignis seid. Ihr seid ein menschliches Wesen in der Seinswerdung. Ihr seid ein Prozeß. Und ihr seid in jedem gegebenen "Moment« das Produkt eures Prozesses. Ihr seid der Schöpfer und das Geschaffene. Ich sage euch diese Dinge in diesen letzten Momenten, die wir zusammen haben, immer und immer wieder. Ich wiederhole sie, damit ihr sie hört, sie versteht. Nun, dieser Prozeß, der wir - ihr und ich - sind, ist ewiger Natur. Er fand immer statt, findet jetzt statt und wird immer stattfinden. Er braucht dazu keine »Hilfe« von euch. Er ereignet sich »automatisch«. Und wenn man ihn sich selbst überläßt, vollzieht er sich in perfekter Weise. Es gibt noch einen anderen Spruch vom Werner Erhard: Das Leben bildet sich im Lebensprozeß selbst um. Das meinen manche spirituelle Bewegungen mit »Laß los und laß Gott zu«. Das ist eine gute Einsicht. Wenn ihr einfach loslaßt, habt ihr euch selbst als Hindernis aus dem »Weg« geräumt. Der »Weg« ist der Prozeß - den man das Leben selbst nennt. Aus diesem Grund haben alle Meister und Meisterinnen gesagt: »Ich bin das Leben und der Weg.« Sie haben perfekt verstanden, was ich hier geagt habe. Sie sind das Leben, und sie sind der Weg - das Ereignis im Werden, der Prozeß. Weisheit verlangt nur von euch, daß ihr dem Prozeß vertraut. Das heißt, daß ihr Gott vertraut. Oder wenn ihr so wollt, daß ihr euch selbst vertraut, denn ihr seid Gott. Denkt daran, wir sind alle eins. Wie kann ich »dem Prozeß vertrauen«, wenn er - das Leben -mir immer wieder Dinge bringt, die ich nicht mag ? Mag die Dinge, die dir das Leben immer wieder bringt ! Wisse und verstehe, daß du sie deinem Selbst bringst. Sieh die Vollkommenheit ! Sieh sie in allem, nicht nur in den Dingen, die du vollkommen nennst. Ich habe in dieser Trilogie sorgfältig erklärt, wie und warum die Dinge so passieren, wie sie passieren. Du mußt das Material jetzt hier nicht noch einmal lesen - obwohl du davon profitieren könntest, wenn du es oft durchliest, so lange, bis du es gründlich verstanden hast. Bitte - nur zu diesem einen Punkt - eine zusammenfassende Erklärung. Bitte. Wie kann ich »die Vollkommenheit« von etwas sehen, das ich gar nicht als vollkommen erlebe ? Niemand kann deine Erfahrung von irgend etwas erschaffen. Andere Wesen können die äußeren Umstände und die Ereignisse eures gemeinschaftlichen Lebens miterschaffen und tun es auch, aber eines vermag kein anderer zu tun, nämlich dich gegen deine Wahl eine Erfahrung von irgend etwas machen zu lassen. In dieser Hinsicht seid ihr ein höchstes Wesen. Und niemand - nicht einer - kann euch sagen, »wie ihr sein sollt«. Die Welt kann euch mit Umständen konfrontieren, aber nur ihr entscheidet darüber, was diese Umstände bedeuten. Denk an die Wahrheit, die ich dir vor langer Zeit übermittelte: Nothing matters. Nichts ist von Bedeutung. Ja. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das damals wirklich verstand. Diese Einsicht kam mir 1980 während einer außerkor-perlichen Erfahrung. Ich kann mich noch lebhaft daran erinnern. Und woran erinnerst du dich ? Zunächst war ich verwirrt. Wie konnte es sein, daß »nichts von Bedeutung« ist ? Wo befände sich die Welt, wo befände ich mich, wenn nichts von irgendwelcher Bedeutung ist. Welche Antwort hast du auf diese sehr gute Frage gefun-den ? Ich »bekam«, daß an und für sich genommen nichts von Bedeutung ist, daß ich aber den Ereignissen eine Bedeutung hinzufüge, wodurch sie Bedeutung erlangen. Ich bekam das auf einer sehr hohen metaphysischen Ebene, die mir auch eine immense Einsicht in den Schöpfungsprozeß selbst eröffnete. Und worin bestand diese Einsicht ? Ich »bekam«, daß alles Energie ist und daß sich diese Energie, je nachdem, wie ich über sie dachte, in »Materie« umwandelt - das heißt in physischen »Stoff« und in »Ereignisse«... Da verstand ich, daß dieses nothing matters - »nichts ist von Bedeutung« meint, daß sich nichts in Materie umwandelt, nichts zur Materie wird, es sei denn so, wie wir es unserer Wahl nach haben möchten. Dann vergaß ich diese Erkenntnis zehn Jahre lang, bis du mich an früherer Stelle in diesem Dialog wieder daran erinnert hast. Alles, was ich dir in diesem Dialog übermittelt habe, hast du schon zuvor gewußt. Ich habe dir alles schon zuvor durch andere, die ich dir geschickt habe, oder durch deren Lehren übermittelt. Hier steht nichts Neues, und du hast nichts zu lernen. Du brauchst dich nur zu erinnern. Deine Erkenntnis, daß »nichts von Bedeutung ist«, ist sehr tiefgründig und dir sehr dienlich. Es tut mir leid, aber ich kann diesen Dialog nicht enden lassen, ohne auf einen eklatanten Widerspruch hinzuweisen. Und der ware ? Du hast mich immer und immer wieder gelehrt, daß das »Böse«, wie wir es nennen, existiert, um uns einen Kontext zu liefern. innerhalb dessen wir das »Gute« erfahren können. Du sagtest, daß was ich bin nicht erfahren werden kann, wenn es nicht so etwas gäbe wie was ich nicht bin. Mit anderen Worten, keine Wärme ohne Kälte, kein Oben ohne Unten und so weiter. Das ist richtig. Mit Hilfe dieser Tatsache hast du mir sogar erklärt, daß ich somit jedes Problem als einen Segen und jeden Übeltäter als Engel ansehen könnte. Wieder richtig. Wie kommt es dann, daß in jeder Beschreibung vom Leben hochentwickelter Wesen praktisch jegliches »Böse« fehlt ? Du hast immer nur ein Paradies beschrieben ! Oh , gut. Sehr gut. Du denkst wirklich nach. Es war Nancy, die darauf hinwies. Ich habe ihr einiges von dem Material vorgelesen und sie sagte: »Ich glaube, du mußt danach fragen, bevor der Dialog zu Ende ist: Wie erfahren sich HEWs als die, die sie wirklich sind, wenn alles Negative aus ihrem Leben verschwunden ist?« Ich hielt das für eine gute Frage. Ich weiß, du sagtest, wir brauchten keine weiteren Fragen, aber ich denke doch, daß du auf diese eingehen solltest. Okay. Eins zu Null für Nancy. Tatsächlich ist das eine der besten Fragen im Buch. Ähem. Nun, so ist es... Ich bin überrascht, daß dir das während unseres Gesprächs über die HEWs entging. Ich bin überrascht, daß du nicht daran gedacht hast. Habe ich. Hast du ? Wir sind alle eins, nicht wahr ? Nun, der Teil von mir, der Nancy ist, hat daran gedacht ! Ah, ausgezeichnet ! Und natürlich wahr. Wie ist nun deine Antwort ? Ich will zu meiner ursprünglichen Aussage zurückkehren. In der Abwesenheit dessen, was du nicht bist, ist das, was du bist, nicht. Das heißt, in der Abwesenheit von Kälte kannst du das, was als Wärme bezeichnet wird, nicht erfahren. In der Abwesenheit von oben ist unten ein leerer bedeutungsloser Begriff. Das ist eine Wahrheit des Universums. Ja, das erklärt, warum das Universum ist, wie es ist, mit seiner Kälte und Wärme, seinen Aufs und Abs, und ja, seinem »Guten« und »Bösen«... Doch wißt: Ihr erfindet das alles. Ihr entscheidet, was kalt und was warm, was oben und was unten ist. (Begebt euch in den Weltraum und schaut, wie sich eure Definitionen verflüchtigen!) Ihr entscheidet, was gut und was böse ist. Und eure Vorstellungen über alle diese Dinge haben sich im Lauf der Jahre verändert - ja sogar auch mit den Jahreszeiten. An einem Sommertag würdet ihr fünf Grad Celsius als kalt empfinden. Doch im Winter würdet ihr sagen: »Mann, was für ein warmer Tag!« Das Universum liefert euch nur ein Erfahrungsfeld - sozusagen ein Spektrum objektiver Phänomene. Ihr entscheidet, mit welchem Etikett ihr sie versehen möchtet. Das Universum ist ein ganzheitliches System solcher physikalischer Phänomene. Und das Universum ist gewaltig. Riesengroß. Unermeßlich. Endlos. Und hier ist nun ein großes Geheimnis: Zur Herstellung eines Kontextes, innerhalb dessen ihr die Realität erfahren könnt, die ihr eurer Wahl nach erfahren wollt, muß die gegensätzliche Bedingung nicht notwendigerweise gleich neben euch existieren. Die zwischen den Gegensätzen liegende Distanz ist irrelevant. Das gesamte Universum liefert den Kontext, innerhalb dessen alle gegensätzlichen Elemente existieren und somit alle Erfahrungen möglich gemacht werden. Das ist der Sinn und Zweck des Universums. Das ist seine Funktion. Aber wenn ich persönlich nie erfahren habe, was Kälte ist, sondern nur sehe, daß es irgendwo anders, weit weg von mir, kalt ist, wie weiß ich dann, was Kälte ist ? Du hast die Erfahrung von Kälte gemacht. Du hast alles davon erfahren. Wenn nicht in diesem Leben, dann im letzten. Oder im vorletzten. Oder in einem der vielen anderen Leben. Buhast die Erfahrung von Kälte gemacht. Und von »groß« und »klein«, »oben« und »unten«, »hier« und »dort« und von jedem gegensätzlichen Element, das es gibt. Und diese Erfahrungen sind in dein Gedächtnis eingebrannt. Du mußt diese Erfahrungen nicht wieder machen, wenn du nicht willst. Du brauchst dich nur an sie zu erinnern - zu wissen, daß sie existieren -, um das universelle Gesetz der Relativität aufzurufen. Ihr alle. Ihr alle habt alles erfahren. Das gilt für alle Wesen im Universum, nicht nur für die Menschen. Nicht nur habt ihr alles erfahren, ihr seid auch alles. Ihr seid das alles. Ihr seid das, was ihr erfahrt. Ja, ihr verursacht die Erfahrung. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das ganz verstehe. Ich bin dabei, es dir in mechanischen Begriffen zu erklären. Für den Moment möchte ich, daß du verstehst, daß ihr euch jetzt einfach an alles erinnert, was ihr seid, und euch daraus den Teil auswählt, den ihr in diesem Moment, in diesem Leben, auf diesem Planeten, in dieser physischen Form erfahren möchtet. Mein Gott, das hört sich bei dir alles so einfach an ! Es ist einfach. Ihr habt euer Selbst vom Körper Gottes, von dem allen, vom Kollektiv abgetrennt und werdet nun wieder ein Glied dieses Körpers. Das ist der Prozeß, den man »Erinnern« oder »Wiedereingliederung« nennt. Im Verlauf dieser »Erinnerung« verschaffst du deinem Selbst wieder einmal alle Erfahrungen dessen, wer du bist. Das ist ein zyklischer Kreislauf. Ihr macht das immer und immer wieder und nennt es »Evolution«. Ihr sagt, daß ihr euch »entwickelt«, doch im Grunde dreht ihr euch, kreist ihr ! So wie die Erde um die Sonne kreist. Wie die Galaxie um ihren Mittelpunkt kreist. Alles dreht sich, alles kreist. Die Drehung ist die Grundbewegung allen Lebens. Die Lebensenergie kreist, wälzt sich um. Ihr befindet euch in einer Umwälzbewegung, einer Revolution. Wie machst du das ? Wie findest du immer wieder Worte, die alles so klarmachen ? Du bist der, der es klarmacht. Du hast das getan, indem du deinen »Empfänger klargemacht«, die Störungen ausgeblendet hast. Du hast eine neue Bereitschaft, alles zu wissen. Diese neue Bereitschaft wird alles ändern, für dich und für eure Spezies. Denn in deiner neuen Bereitschaft bist du zu einem wahren Revolutionär geworden - und die größte spirituelle Revolution eures Planeten hat eben erst begonnen. Die sollte mal besser mehr Tempo vorlegen. Wir brauchen eine neue Spiritualität, jetzt. Wir schaffen unglaubliches Elend um uns herum. Das ist so, weil zwar alle Wesen schon alle gegensätzlichen Erfahrungen durchlebt haben, manche das aber nicht wissen. Sie haben es vergessen und sind noch nicht bereit, sich wieder daran zu erinnern. Bei hochentwickelten Wesen ist das nicht so. Sie brauchen die Gegensätze nicht direkt vor sich, nicht in ihrer eigenen Welt zu haben, um zu wissen, wie »positiv« ihre Zivilisation ist. Sie sind sich »positiv bewußt«, wer sie sind, ohne zum Beweis Negatives produzieren zu müssen. HEWs nehmen einfach zur Kenntnis, wer sie nicht sind, indem sie dies anderswo im allgemeinen Kontext beobachten. So ist euer eigener Planet einer, den sich hochentwickelte Wesen anschauen, wenn sie nach einem Kontrast suchen. Das bringt ihnen in Erinnerung, wie es war, als sie die Erfahrungen machten, die ihr nun macht, und schaffen sich damit einen kontinuierlichen Bezugsrahmen, der sie erkennen und verstehen lassen kann, was sie nun erfahren. Begreifst du nun, warum HEWs das »Böse« oder die Gegensätze in ihrer eigenen Gesellschaft nicht brauchen ? Ja. Aber warum brauchen wir sie dann in der unseren ? Ihr braucht sie nicht ! Das ist es, was ich dir im Verlauf dieses ganzen Dialogs gesagt habe. Ihr müßt innerhalb eines Kontexts leben, in dem Was-ihr-nicht-seid existiert, um erfahren zu können, was ihr seid. Das ist das universelle Gesetz, dem ihr nicht entkommen könnt. Doch ihr lebt schon in einem solchen Kontext. Ihr müßt ihn nicht erschaffen. Diesen allgemeinen Zusammenhang, in dem ihr lebt, nennt man das Universum. Ihr braucht euch keinen kleineren Kontext in eurem eigenen Hinterhof zu erschaffen. Das bedeutet, ihr könnt das Leben auf eurem Planeten in diesem Moment verändern und alles beseitigen, was ihr nicht seid, ohne euch in irgendeiner Weise in eurer Fähigkeit, zu erkennen und zu erfahren, was ihr seid, zu gefährden. Wow ! Das ist die großartigste Offenbarung in diesem Buch ! Was für ein Weg, es zu beenden ! Ich muß also nicht immer wieder das Gegenteil heraufbeschwören, um die nächste großartigste Version der allergrößten Vision, die ich je von Wer-ich-Bin hatte, erschaffen und erfahren zu können ! Das ist richtig. Das ist es, was ich dir von Anfang an sagte. Aber so hast du das nicht erklärt ! Du hättest es nicht verstanden. Ihr müßt nicht das Gegenteil von Wer-ihr-Seid und Was-ihr-Wählt erschaifen, um es erfahren zu können. Ihr braucht nur zu beobachten, daß es schon erschaffen wurde - anderswo. Ihr braucht euch nur zu erinnern. daß es existiert. Das bewirkt die »Frucht vom Baum der Erkenntnis«, die, wie ich dir erklärte, kein Fluch war, keine Ur-sünde, sondern ein Ursegen, wie Matthew Fox es nannte. Und um euch in Erinnerung zu bringen, daß es existiert, daß ihr schon alles - Alleswas-Ist - in physischer Form erfahren habt... braucht ihr nur hinaufzuschauen. Du meinst »nach innen schauen«... Nein, ich meine genau das, was ich sagte. Schaut hinauf ! Blickt zu den Sternen hinauf. Zu den himmlischen Mächten. Beobachtet das Feld des allgemeinen Zusammenhangs. Ich sagte bereits, daß ihr nur eure Beobachtungsgabe schärfen müßt, um hochentwickelte Wesen zu werden. Seht, »was so ist« und tut dann, »was funktioniert«. Ich kann also, indem ich mich anderswo im Universum umschaue, sehen, wie die Dinge an anderen Orten sind. Diese gegensätzlichen Elemente kann ich benutzen, um zu einem Verständnis von dem zu gelangen, wer ich im Hier und letzt bin. Ja. Das nennt man »erinnern«. Nun, nicht ganz. Man nennt es »beobachten«. Was glaubst du zu beobachten ? Das Leben auf anderen Planeten. In anderen Sonnensystemen. In anderen Galaxien. Wenn wir die entsprechende Technologie hätten, würden wir das wohl beobachten. Ich gehe davon aus, daß die HEWs mit ihrer fortgeschrittenen Technologie die Möglichkeit haben, solche Beobachtungen anzustellen. Du sagtest selbst, daß sie uns hier auf der Erde beobachten. Also würden wir dies ebenfalls tun. Aber was würdet ihr eigentlich beobachten ? Ich verstehe die Frage nicht. Dann will ich dir die Antwort geben. Ihr beobachtet eure eigene Vergangenheit. Was ! ! ! Wenn du hinaufschaust, siehst du die Sterne - so wie sie vor Hunderten, Tausenden, Millionen von Lichtjahren waren. Was du siehst, ist nicht gegenwärtig dort. Du siehst, was dort war. Du siehst die Vergangenheit. Und es ist eine Vergangenheit, an der du teilgenommen hast. Sagst du das noch mal ? ? ? Du warst dort, hast diese Dinge erfahren, hast diese Dinge getan. Ich ? Habe ich dir nicht gesagt, daß du viele Leben gelebt hast ? Ja, aber... aber was, wenn ich zu einem dieser so viele Lichtjahre entfernten Orte reisen würde ? Was, wenn ich die Möglichkeit hätte, mich tatsächlich dort hinzubegeben ? Wenn ich in »diesem Moment« dort sein könnte, in einem Moment, den ich von der Erde aus Hunderte von Lichtjahren lang gar nicht »sehen« könnte ? Was würde ich dann sehen ? Zwei »Ichs« ? Willst du damit sagen, daß ich dann mein Selbst sehen würde, das an zwei Orten zugleich existiert ! Natürlich ! Und du würdest entdecken, was ich dir schon die ganze Zeit über sagte - daß Zeit nicht existiert und daß du gar nicht »die Vergangenheit« siehst ! Das heißt, es geschieht alles »jetzt«. Das Leben, das du »jetzt in diesem Moment« lebst, wäre also nach Erdenzeit in deiner Zukunft. Die Distanz zwischen deinen vielen »Selbst« ist es, die es dir ermöglicht, die Erfahrung von einzelnen Identitäten und »Augenblicken in der Zeit« zu machen. Somit sind die »Vergangenheit«, die du erinnerst, und die Zukunft, die du sehen würdest, das »Jetzt«, das einfach »ist«. Das ist ja unglaublich ! Ja, und es ist auch auf einer anderen Ebene wahr. Es ist so, wie ich dir schon sagte: Es gibt nur einen von uns. Wenn du also zu den Sternen hinaufschaust, siehst du, was du »unsere Vergangenheit« nennen würdest. Da komme ich nicht mehr mit ! Halte durch. Es gibt noch eines, das ich dir sagen muß. Du siehst immer das, was ihr in euren Begriffen als »Vergangenheit« definieren würdet, auch wenn du auf etwas blickst, das sich direkt vor dir befindet. Tatsächlich ? Es ist unmöglich, die Gegenwart zu sehen. Die Gegenwart »ereignet sich«, verwandelt sich dann durch sich zerstreuende Energie in eine Lichtexplosion, und dieses Licht erreicht deine Rezeptoren, deine Augen, und dazu braucht es Zeit. Und während das Licht zu dir unterwegs ist, geht das Leben weiter, bewegt es sich weiter. Das nächste Ereignis findet statt, während das Licht des vorangegangenen Ereignisses bei dir anlangt. Der Energieausbruch erreicht deine Augen, deine Rezeptoren schicken ein Signal an dein Gehirn, das die Daten interpretiert und dir sagt, was du siehst. Aber das ist ganz und gar nicht das, was sich in diesem Moment vor deinen Augen befindet. Es ist das, was du zu sehen denkst. Das heißt, du denkst über das nach, was du gesehen hast, sagst dir, was es ist, entscheidest dann, wie du es benennen willst, während das, was »jetzt« geschieht, deinem inneren Prozeß vorausgeht und auf ihn wartet. Um es einfach auszudrücken, ich bin dir immer einen Schritt voraus. Mein Gott, das ist unglaublich ! Nun hör zu. Je mehr Distanz du zwischen dein Selbst und dem physischen Ort eines jeglichen Ereignisses legst, desto weiter zieht sich dieses Ereignis in die »Vergangenheit« zurück. Versetze dich ein paar Lichtjahre zurück, und das, was du anschaust, hat sich vor sehr, sehr langer »Zeit« ereignet. Aber es hat sich nicht »vor langer Zeit« ereignet. Die physische Distanz hat nur die Illusion von »Zeit« geschaffen und dir erlaubt, dein Selbst als »hier, jetzt« seiend zu erfahren, während du »dann, dort« bist ! Eines Tages werdet ihr sehen, daß, was ihr Zeit und Raum nennt, dasselbe sind. Dann werdet ihr erkennen, daß sich alles hier und jetzt ereignet. Das ist... das ist... irre. Ich meine, ich weiß nicht, was ich damit anfangen soll. Wenn du verstehst, was ich dir gesagt habe, wirst du begreifen, daß nichts, was du siehst, wirklich ist. Du siehst das Bild von etwas, das einmal ein Ereignis war, doch selbst dieses Bild, dieser Energieausbruch, ist etwas, das du interpretierst. Deine persönliche Interpretation dieses Bildes nennt man deine Imaginationsfähigkeit, deine Einbildungskraft. Und du kannst deine Einbildungskraft benutzen, um was auch immer zu erschaffen. Weil - und dies ist das größte aller Geheimnisse - deine Einbildungskraft nach beiden Richtungen hin arbeitet. Wie bitte ? Ihr interpretiert nicht nur Energie, ihr erschafft sie auch. Imagination ist eine Funktion eures Geistes, der ein Drittel eures dreiteiligen Wesens ausmacht. Ihr stellt euch in eurem Geist etwas vor, und es beginnt eine physische Form anzunehmen. Je länger ihr es euch vorstellt (und je mehr von euch es sich im Geiste vorstellen), desto physischer wird diese Form, bis die sich steigernde und intensivierende Energie, die ihr ihr gegeben habt, buchstäblich in Licht ausbricht und ein Bild von sich in das hineinschickt, was ihr Realität nennt. Dann »seht« ihr das Bild und entscheidet wieder einmal, was es ist. So setzt sich der Kreislauf fort. Das ist es, was ich den Prozeß genannt habe. Das ist, was ihr seid. Ihr seid dieser Prozeß. Das ist, was Gott ist. Gott ist dieser Prozeß. Das ist es, was ich meinte, als ich sagte, daß ihr der Schöpfer und das Geschaffene seid. Ich habe für dich nun alles zusammengebracht. Wir kommen zum Schluß dieses Dialogs, und ich habe dir die Wirkungsweise des Universums, das Geheimnis allen Lebens erklärt. Das... haut mich um. Ich bin... platt. Nun möchte ich eine Möglichkeit finden, das alles in meinem Alltagsleben anzuwenden. Du wendest es in deinem Alltagsleben an. Du kannst gar nicht anders. Das ist es, was passiert. Die Frage ist nur, ob du es bewußt oder unbewußt anwendest, ob du der Wirkung des Prozesses ausgeliefert oder dessen Ursache bist. Sei in allem die Ursache. Kinder verstehen das vollkommen. Fragst du ein Kind, warum es das getan hat, wird es dir antworten: »Darum«. Das ist der einzige Grund, um irgend etwas zu tun. Das ist erstaunlich. Das ist ein erstaunlicher Endspurt zu einem erstaunlichen Ende dieses erstaunlichen Dialogs. Am wirkungsvollsten kannst du dein neues Verständnis bewußt einsetzen, indem du die Ursache deiner Erfahrung bist, statt nur deren Auswirkung wahrzunehmen. Und wisse, daß du in deinem persönlichen Umfeld oder deiner persönlichen Erfahrung nicht das Gegenteil von Wer-du-Bist erschaffen mußt, um zu erkennen und zu erfahren, wer du wirklich bist und wer zu sein du wählst. Mit diesem Wissen ausgerüstet kannst du dein Leben und deine Welt verändern. Und das ist die Wahrheit, die mit allen von euch zu teilen ich gekommen bin. Wow ! Ich hab's begriffen. Ich hab's kapiert ! Gut. Nun wisse, daß es drei fundamentale Weisheiten gibt, die sich durch den Dialog hindurchziehen. Diese sind: 1. Wir sind alle eins. 2. Es ist genug da. 3. Es gibt nichts, was wir zu tun haben. Wenn ihr euch dazu entscheiden würdet, daß »wir alle eins sind«, würdet ihr aufhören, euch so zu behandeln, wie ihr es tut. Wenn ihr euch dazu entscheiden würdet, daß »genug da ist«, würdet ihr alles mit allen teilen. himmels-engel.de Wenn ihr euch dazu entscheiden würdet, »daß es nichts gibt, was wir zu tun haben«, würdet ihr mit eurem Versuch aufhören, mit »Tun und Machen« eure Probleme zu lösen. Ihr würdet euch statt dessen in einen Seinszustand hineinbewegen und aus einem Seinszustand kommen, der eure Erfahrung von diesen »Problemen« zum Verschwinden brächte und somit deren Bedingungen und Umstände sich in Luft auflösen ließe. Das ist vielleicht die allerwichtigste Wahrheit, die ihr in eurem gegenwärtigen Evolutionsstadium begreifen müßt, und es ist eine gute Stelle, um diesen Dialog zum Ende zu bringen. Denkt immer daran und macht es zu eurem Mantra: Es gibt nichts, was ich haben muß, nichts, was ich tun muß, und nichts, was ich sein muß, außer genau das, was ich in diesem Moment bin. Das bedeutet nicht, daß »Haben« und »Tun« aus eurem Leben verschwunden sind. Es bedeutet, daß das, was ihr als euer Haben oder Tun erfahrt, aus eurem Sein kommt - statt euch zu ihm zu führen. Wenn ihr aus dem »Glücklichsein« kommt, tut ihr gewisse Dinge, weil ihr glücklich seid - im Gegensatz zum alten Paradigma, wo ihr Dinge tatet, von denen ihr hofftet, daß sie euch glücklich machen würden. Wenn ihr aus der »Weisheit« kommt, tut ihr gewisse Dinge, weil ihr weise seid, nicht weil ihr versucht, zur Weisheit zu gelangen. Wenn ihr aus der »Liebe« kommt, tut ihr gewisse Dinge, weil ihr Liebe seid, nicht weil ihr Liebe haben wollt. Alles verändert sich; alles kehrt sich um, wenn ihr aus dem »Sein« kommt, statt zu »sein« bestrebt seid. Ihr könnt euren Weg zum Sein nicht tun. Ihr könnt, ob ihr nun glücklich, weise, Liebe - oder Gott - zu sein versucht, nicht durch Tun dahin gelangen. Und doch ist es wahr, daß ihr wunderbare Dinge tun werdet, wenn ihr erst einmal dort anlangt. Hier haben wir die göttliche Dichotomie. Um »dort hinzugelangen« müßt ihr »dort sein«. Seid einfach da, wo ihr eurer Wahl nach hinkommen wollt ! So einfach ist das. Es gibt nichts, was ihr tun müßt. Ihr wollt glücklich sein ! Seid glücklich. Ihr wollt weise sein ? Seid weise. Ihr wollt Liebe sein ? Seid Liebe. Es ist in jedem Falle das, was ihr seid. Ihr seid meine Geliebten. Oh ! Ich bin ganz außer Atem. Du kannst die Dinge so wunderbar ausdrücken. Die Wahrheit ist eloquent. Die Wahrheit ist von verblüffender Eleganz, die das Herz wiedererweckt. Das ist es, was diese Gespiäche mit Gott bewirkt haben. Sie haben das Herz des Menschengeschlechts berührt und es wiedererweckt. Nun führen sie euch zu einer entscheidenden Frage. Es ist eine Frage, die sich die ganze Menschheit stellen muß. Könnt und wollt ihr eine neue Kulturgeschichte erschaffen ? Könnt und wollt ihr einen neuen kulturellen Urmythos ersinnen, auf den sich alle anderen Mythen gründen ? Ist die menschliche Rasse von Natur aus gut oder von Natur aus böse ? Das ist der Kreuzweg, an dem ihr angekommen seid. Die Zukunft des Menschengeschlechts hängt davon ab, welche Richtung ihr einschlagt. Wenn ihr und eure Gesellschaft glaubt, daß ihr von Natur aus gut seid, werdet ihr Entscheidungen treffen und Gesetze erlassen, die lebensbejahend und konstruktiv sind. Wenn ihr und eure Gesellschaft glaubt, daß ihr von Natur aus böse seid, werdet ihr Entscheidungen treffen und Gesetze erlassen, die lebensverneinend und destruktiv sind. Lebensbejahende Gesetze sind Gesetze, die euch erlauben, zu sein, zu tun und zu haben, was ihr euch wünscht. Lebensverneinende Gesetze sind Gesetze, die euch davon abhalten, zu sein, zu tun und zu haben, was ihr euch wünscht. Die von euch, die an die Ursünde glauben, und daran, daß der Mensch von Natur aus böse ist, behaupten, daß Gott Gesetze geschaffen hat, die euch davon abhalten, zu tun, was ihr wünscht - und befürworten menschliche Gesetze (in endloser Zahl), die dasselbe bewirken sollen. Die von euch, die an den Ursegen glauben, und daran, daß der Mensch von Natur aus gut ist, verkünden, daß Gott Naturgesetze geschaffen hat, die euch erlauben, zu tun, was ihr wünscht - und befürworten menschliche Gesetze, die dasselbe bewirken sollen. Was ist deine Anschauung von der menschlichen Rasse ? Was ist deine Selbstanschauung ? Glaubst du, daß man dir, wenn du ganz und gar dir selbst überlassen bleibst, vertrauen kann ? In allem ? Wie steht es mit den anderen ? In welchem Licht siehst du sie ? Wovon gehst du grundsätzlich aus, solange sie sich dir noch nicht auf die eine oder andere Weise offenbart haben ? Nun, antworte darauf. Fördern deine Grundannahmen einen Zusammenbruch oder einen Durchbruch deiner Gesellschaft ? Ich sehe mein Selbst als vertrauenswürdig an. Früher sah ich das nicht so, aber jetzt schon. Ich wurde vertrauenswürdig, weil ich meine Vorstellungen von der Art von Person, die ich bin, verändert habe. Ich bin mir jetzt auch klar darüber, was Gott will und was Gott nicht will. Ich bin mir über dich im klaren. Diese Gespräche mit Gott haben bei dieser Veränderung eine gewaltige Rolle gespielt, sie machten diesen Umschwung möglich. Und nun sehe ich in der Gesellschaft, was ich in mir selbst sehe. Ich sehe nicht etwas, das zusammenbricht, sondern etwas, das zu einem Durchbruch gelangt. Ich sehe eine menschliche Kultur, die endlich für ihr göttliches Erbe erwacht, die sich ihres göttlichen Ziels gewahr und sich ihres göttlichen Selbst zunehmend bewußter wird. Wenn es das ist, was du siehst, dann wirst du das erschaffen. Einst warst du verloren, aber jetzt bist du gefunden. Du warst blind, aber jetzt bist du sehend. Und dies war ein erstaunlicher Akt der Gnade. Manchmal warst du in deinem Herzen von mir getrennt, aber jetzt sind wir wieder heil und ganz und können es für immer sein. Denn was du vereint hast, kann niemand außer dir voneinander trennen. Denk daran: Ihr seid immer Teil davon, weil ihr nie »abgeteilt«, nie abgetrennt seid. Ihr seid immer ein Teil von Gott, weil ihr nie von Gott getrennt seid. Das ist die Wahrheit eures Seins. Wir sind ein Ganzes. So, nun weißt du die ganze Wahrheit. Diese Wahrheit war Nahrung für die hungrige Seele. Nehmt und eßt davon. Die Welt hat nach dieser Freude gedürstet. Nehmt und trinkt davon. Tut dies in Erinnerung an mich. Denn Wahrheit ist der Körper und Freude das Blut Gottes, der Liebe ist. Wahrheit. Freude. Liebe. Diese drei sind austauschbar. Eins führt zum anderen, und es spielt keine Rolle, in welcher Reihenfolge sie auftauchen. Sie alle führen zu mir. Alle sind ich. Und so beende ich diesen Dialog, wie er begonnen hat. Wie auch im Leben selbst schließt sich der Kreis. Euch ist hier Wahrheit gegeben worden. Euch sind hier Antworten auf die größten Rätsel des Lebens gegeben worden. Jetzt bleibt nur noch eine Frage. Es ist die Frage, mit der wir begannen. Die Frage ist nicht, zu wem ich spreche, sondern wer zuhört. Ich danke dir. Ich danke dir, daß du zu allen von uns gesprochen hast. Wir haben dich gehört, und wir werden darauf hören. Ich liebe dich. Und ich bin nun am Ende dieses Dialogs von Wahrheit, Freude und Liebe erfüllt. Ich bin von dir erfüllt. Ich fühle mein Einssein mit Gott. Dieser Ort des Einsseins ist Himmel. Ihr seid jetzt dort. Ihr seid nie nicht dort, weil ihr nie nicht eins mit mir seid. Ich möchte, daß ihr das wißt. Ich möchte, daß ihr zumindest das aus diesem Gespräch mitnehmt. Und hier ist meine Botschaft, die Botschaft, die ich der Welt hinterlassen möchte: Meine Kinder, die ihr im Himmel seid, geheiligt ist euer Name. Euer Reich ist gekommen, und euer Wille wird geschehen wie auf der Erde, so im Himmel. Euch wird an diesem Tag euer täglich Brot gegeben, und euch werden eure Schulden und eure Vergehen genau in dem Maße vergeben, wie ihr denen vergeben habt, die sich gegen euch vergehen. Führt euer Selbst nicht in Versuchung, sondern erlöst euer Selbst von den Übeln, die ihr geschaffen habt. Denn euer ist das Reich und die Macht und die Herrlichkeit, in alle Ewigkeit. Amen. Und Amen. Geh nun und verändere deine Welt. Geh nun und sei dein höchstes Selbst. Du verstehst nun alles, was du zu verstehen brauchst. Du weißt nun alles, was du zu wissen brauchst. Du bist nun alles, was du zu sein brauchst. Du warst nie weniger als das. Du wußtest es nur nicht. Du hast dich nicht daran erinnert. Nun erinnerst du dich. Trachte danach, diese Erinnerung immer in dir zu tragen. Trachte danach, sie mit allen zu teilen, deren Leben du berührst. Denn du hast eine größere Bestimmung, als du dir je vorgestellt hast. Du bist in den Raum gekommen, um den Raum zu heilen. Du bist ins All gekommen, um das All zu heilen. Aus keinem anderen Grund bist du hier. Und wisse dies: Ich liebe dich. Meine Liebe gehört immer dir, und nunmehr euch beiden, jetzt und in alle Ewigkeit. Ich bin immer bei euch. Auf allen Wegen. Leb wohl, Gott. Hab Dank für diesen Dialog. Hab Dank, hab Dank, hab Dank ! Und du, meine wundervolle Schöpfung. Hab Dank. Denn du hast Gott wieder eine Stimme gegeben - und einen Platz in deinem Herzen. Und das ist alles, was wir je wirklich wollten. Wir sind wieder beisammen. Und es ist sehr gut. (***) Zum Abschluß... Wie Sie sich vorstellen können, war dies eine außergewöhnliche Erfahrung für mich. Die Übermittlung dieser Trilogie dauerte sechs Jahre - vier davon beanspruchte dieser letzte Band. Ich tat mein Bestes, nicht im Wege zu stehen und den Prozeß seine Wunder wirken zu lassen. Ich glaube, daß mir das meistenteils gelungen ist, obschon ich bereitwillig zugebe, daß ich kein perfekter Filter war. Manches von dem, was durch mich durchkam, ist zweifellos verzerrt. Von daher wäre es ein Fehler, dieses - oder irgendein anderes - Buch über spirituelle Angelegenheiten als buchstäbliche Wahrheit zu nehmen. Davon möchte ich jedermann, der dies in Erwägung zieht, dringend abraten. Machen Sie nicht mehr daraus, als es ist. Machen Sie aber andererseits auch nicht weniger daraus. Was sich hier findet, ist eine wichtige Botschaft. Eine Botschaft, die die Welt verändern könnte. Das GMG-Material hat bereits viele Leben verändert. Mittlerweile in vierundzwanzig Sprachen übersetzt, Monat für Monat in internationalen Bestsellerlisten aufgeführt, hat es seinen Weg zu Millionen von Menschen überall auf dem Globus gefunden. Es haben sich in über hundertfünfzig Städten spontan GMGStudiengruppen gebildet, und ihre Zahl wächst mit jedem Monat. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erhalten wir in der Woche zwischen vierhundert und sechshundert Briefe von Menschen, die von den Erkenntnissen, der Weisheit und der Wahrheit dieser Schriften so tief berührt waren, daß sie sich dazu bewegt fühlten, persönlich mit mir Kontakt aufzunehmen. Um auf diese überwältigende Reaktion eingehen zu können, haben Nancy und ich eine gemeinnützige Stiftung gegründet, die einen monatlichen Newsletter mit Antworten auf Leserfragen, Nachrichten über Vorträge, Retreats und weiterem GMG-Lehrmaterial herausbringt. Wenn Sie gerne mit der Energie dieser Botschaft in Verbindung bleiben und helfen möchten, sie weiter zu verbreiten, ist ein Abonnement des Newsletters eine wunderbare Möglichkeit dafür. Von jedem Abonnementbeitrag fließt ein Teil in unseren Stipendienfond, der es jenen, die es sich ansonsten nicht leisten könnten, ermöglicht, an unseren Veranstaltungen teilzunehmen oder ein Gratisabonnement zu erhalten. Übersenden Sie für ein (internationales) Einjahresabonnement US-$ 45 an:
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Sie können noch mehr tun, wenn Sie sich wirklich an der Aktivierung der Botschaft, die Sie hier gefunden haben, beteiligen möchten. Als ersten Schritt können Sie anderes wichtiges Material zu den in der Trilogie angesprochenen Themen lesen. Einem entsprechenden Vorschlag in diesem Dialog Folge leistend, habe ich nachgeforscht, bin fündig geworden und möchte Ihnen nun eine kurze, aber beeindruckende Leseliste ans Herz legen. Ich habe die Liste »Acht Bücher, die die Welt verändern können« genannt. Ich empfehle nicht nur die Lektüre dieser Bücher, ich fordere Sie persönlich dazu auf. Warum ? Weil ich glaube, daß das Erdenvolk in eine außergewöhnliche Zeit eintritt. In den nächsten paar Jahren werden Entscheidungen getroffen werden, die unseren Kurs und unsere Richtung für Jahrzehnte bestimmen. Die Wahl, vor die sich die menschliche Gemeinschaft nun gestellt sieht, ist von enormer Bedeutung, und die Entscheidungen von morgen werden sogar noch folgenschwerer sein, da unsere Optionen immer begrenzter werden. Alle von uns werden eine Rolle in diesem Entscheidungsprozeß spielen. Er wird nicht irgend jemand anderem überlassen werden. Wir sind dieser jemand anderer. Die Entscheidungen, von denen ich spreche, können und werden nicht von irgendeiner politischen Machtstruktur, der einflußreichen Elite oder den Konzerngiganten getroffen werden. Sie werden weltweit in den Herzen und in den Heimen von Einzelpersonen und Familien gefällt. Was sollen wir unsere Kinder lehren ? Wofür sollen wir unser Geld ausgeben ? Welche unserer Träume und Bestrebungen, Bedürfnisse und Wünsche sollen unser höchstes Ziel, unsere oberste Priorität sein ? Wie sollen wir mit unserer Umwelt umgehen ? Wie können wir am besten gesund bleiben und wie können wir unser Ernährungswesen verbessern ? Worum sollen wir unsere Führungspersonen bitten - was von ihnen fordern ? Wie sollen wir die Dinge beurteilen, wenn das Leben gut verläuft ? Was soll unser Maßstab für Erfolg sein ? Wie sollen wir lieben lernen ? Die Summe der Auswirkungen dieser ganz persönlichen Entscheidungen wird das schaffen, was der Wissenschaftler und Autor Rupert Sheldrake das »morphogenetische Feld« nennt -eine »Resonanz«, die den Ton für das Leben auf globaler Ebene angibt. Es ist also wichtig - ja, entscheidend -, daß sich jedes Individuum seiner Rolle ganz bewußt ist. Wir können unsere Entscheidungen nicht in einem Vakuum treffen. Und auch wenn manche von uns sich für gut informiert halten (und weil es manche von uns nicht sind), glaube ich, daß Sie von der Lektüre dieser Bücher außerordentlich profitieren werden. Ich weiß, es gibt viele wunderbare Bücher, und die Liste könnte länger sein. Diese Titel sind meine ganz persönliche Wahl, manche Bücher wurden von Personen geschrieben, die ich selbst kennengelernt habe, andere von Personen, denen ich nie begegnet bin. Aber jedes dieser Bücher ist sehr eindrucksvoll, bedeutsam und wichtig. Ich hoffe, Sie werden diese »Acht Bücher, die die Welt verändern können« lesen.
1. The Healing of America von Marianne Williamson. Ein wichtiges Buch voll mit treffenden Einsichten und starken Lösungsvorschlägen. Es bietet all denen reiche Nahrung, die ernsthaft darüber nachdenken, wo wir als Individuen, als Nation und als Spezies stehen, und wohin wir gehen wollen. Es ist das neueste Buch von einer Frau von ungewöhnlichem Mut und sozialem Engagement, ein Buch, das sich an alle wendet, die eine neue Welt anstreben.
2. Unser ausgebrannter Planet von Thom Hartmann. Ein Buch, das Sie schockieren und wachrütteln... und vielleicht auch verärgern wird. Was auch immer, es wird Sie keinesfalls unberührt lassen. Sie werden Ihr Leben und das Leben auf diesem Planeten nie wieder auf dieselbe Weise erfahren können - und das wird für Sie und den Planeten gut sein. Leicht zu lesen, dringlich und eindringlich.
3. Conscious Evolution - Awakening the Power of Our Social Potential von Barbara Marx Hubbard. Ein Dokument von atemberaubender Weitsicht und Visionskraft - eloquent, unwiderstehlich und klug in seiner Beschreibung, wo wir als Homo sapiens herkommen und worauf wir zugehen. Ein Buch, das uns mit einem Satz auf eine neue Bewußtseinsebene unserer Möglichkeiten hebt. Ein inspirierender Aufruf an unser höchstes Selbst, jetzt, da wir in eine Zeit der gemeinsamen Erschaffung des neuen Jahrtausends eintreten.
4. Reworking Success von Robert Theobald, der als einer der zehn wichtigsten und einflußreichsten Futuristen unserer Zeit bezeichnet wurde. Ein kleines Buch mit einer großen Botschaft: Wenn wir nicht aufs neue darüber entscheiden, was wir in dieser Kultur »Gewinnen« nennen wollen, wird es unsere Kultur bald nicht mehr geben. Unsere alten Vorstellungen, was gut für uns ist, bringen uns um.
5. Prophezeiungen von Celestine von James Redfield. Dieses Buch bietet einen Wegweiser in eine neue und mögliche Zukunft, es zeigt einen Pfad in ein wundervolles Morgen auf, wenn wir ihn nur gehen wollten. Die einfachsten und tiefsten Wahrheiten werden uns vor Augen geführt, um sie als Werkzeug für die Erschaffung eines Lebens zu nutzen, das wir uns alle schon so lange erträumt haben. Plötzlich rückt dieser Traum in Reichweite.
6. The Politics of Meaning von Michael Lerner. Bodenständig und doch wundervoll erhebend tritt dieses Buch beredt für Vernunft, Mitgefühl und einfache menschliche Liebe in der Politik, Wirtschaft und Welt der Konzerne ein. Es enthält verblüffende Ideen und wunderbare Visionen in bezug darauf, wie unsere Welt funktionieren könnte, wenn wir nur die Mächtigen dazu bringen könnten, Interesse zu bezeugen und Fürsorge walten zu lassen - samt Vorschlägen, wie wir das bewirken könnten.
7. The Puture of Love von Daphne Rose Kingma. Dies ist eine glänzende Erforschung eines neuen Wegs, einander zu lieben - ein Weg der Anerkennung der Seelenkraft in intimen Beziehungen. Mit seinen tiefen Erkenntnissen und in seiner wagemutigen Frische entfernt sich dieses Buch in einem atemberaubenden Schritt vom traditionellen Denken und eröffnet uns die Möglichkeit, zum wahrsten, tiefsten Verlangen unseres Wesens ja zu sagen: voll und ganz zu lieben.
8. Ernährung für ein neues Jahrtausend von John Robbins. Eine sehr komplexe Abhandlung über ein einfaches Thema: Ernährung. Eine Offenbarung. Die Gifte, die wir zu uns nehmen, und die armselige Qualität unserer Nahrungsmittel werden auf eine Weise erforscht, die Ihre Einstellung gegenüber dem, was Sie Ihrem Körper zuführen, grundlegend verändern wird. Dieses Buch ficht die Annahme an, daß es gut ist, Fleisch von toten Tieren zu essen, und legt verblüffende Beweise dafür vor, daß ein Verzicht auf Fleisch wirtschaftlich wie auch gesundheitlich von Nutzen ist.
Alle diese Bücher präsentieren einen Entwurf für das Morgen. Sie ähneln sich in ihren Formulierungen oft erstaunlich. Man kann sich kaum vorstellen, daß sich diese Autorinnen und Autoren nicht zusammensetzten und vereinbarten, was sie und wie sie es sagen würden. Aber das haben sie natürlich nicht getan, und darum ist dieses Ausmaß an Übereinstimmung um so überraschender. Die Vision dieser acht Autorinnen und Autoren ist unglaublich klar und aufregend, sie bietet einen Ausblick auf eine sehr viel bessere zivilisierte Gesellschaft als unsere gegenwärtige. Sie werden voller Tatendrang sein, sicher sofort wissen wollen, wie Sie helfen können, damit die Dinge in Bewegung kommen. Zum Glück für uns alle werden in den Büchern spezifische und solide Vorschläge gemacht, wie wir von hier aus weitermachen können. Alle Bücher sind randvoll mit Ideen, was Sie, jetzt, unternehmen können, um die Dinge zum Besseren zu wenden und eine langfristige Veränderung in unserer Welt herbeizuführen. Ich möchte Sie auch auf drei Organisationen aufmerksam machen, die gegenwärtig aktiv mit der Arbeit befaßt sind, zu der die Trilogie Gespräche mit Gott uns aufruft. Vielleicht stimmen Sie mit der Philosophie dieser Gruppen überein. Möglicherweise stellen Sie fest, daß Sie schon Dinge in die Wege geleitet haben, mit deren Hilfe sich Ihre eigenen Visionen und Entscheidungen verwirklichen lassen. Im Bereich der Spiritualität: The Emissaries. Dies ist ein Zusammenschluß von Menschen von vielen Ländern, deren vorrangiges Interesse darin besteht, alle Aspekte der Alltagserfahrung darauf abzustimmen, wie das Leben »funktioniert«, die bestrebt sind, das Wesen Gottes im praktischen Leben zu offenbaren. Wenn dies beständig und im Verein mit anderen getan wird, wird die daraus folgende kollektive Einsicht in das göttliche Wesen einen Ton in der Menschheit zum Erklingen bringen, der ein Erwachen und die Rückkehr zur wahren Identität bewirkt - so glaubt die Gruppe. The Emissaries begreifen sich als »Abgesandte des göttlichen Lichts« und beziehen dies auf jede Person, die beständig einen stabilen, wahrhaftigen und liebevollen Geist zum Ausdruck bringt. Das bedeutet auch, daß sie Verantwortung übernehmen und daß sie sich mit Einstellungen und Grundannahmen die eine Freisetzung des spirituellen Potentials behindern, konfrontieren und sie aufgeben. Natürlich gibt es Tausende von Menschen, die noch nie von The Emissaries gehört haben, und die, wo immer sie sind, durch ihre bloße Gegenwart die Menschen zum Strahlen bringen und ihnen Aufschwung geben. Auch sie sind Abgeordnete des göttlichen Lichts und strahlen durch ihr Leben Autorität und Kraft aus. The Emissaries liefern mit ihrem bewußten Zusammenschluß und ihren Aktivitäten wie Fernkursen, Seminaren und regelmäßigen wöchentlichen Treffen einen kontinuierlichen Bezugsrahmen für gemeinsame spirituelle und kreative Arbeit. Kontaktadresse: The Emissaries 5569 North County Road, # 29 Loveland, Colorado 80538 USA Telefon: 001-970-679-4200 E-mail: sunrise@emnet.org Im Bereich der Politik: The Natural Law Party. 1992 gegründet, um eine Lücke in der politischen Struktur der Vereinigten Staaten zu schließen, hat sich die Natural Law Party nun in vielen Ländern auf der Welt etabliert. Sie glaubt, daß wir unsere Allianz mit dem »Naturgesetz« verstärken müssen, wenn wir weiterhin menschliche Fortschritte erzielen und als planetarische Gemeinschaft gedeihen wollen. Unter »Naturgesetz« werden die »Gesetze der Natur - Ordnungsprinzipien, die das Leben im ganzen physischen Universum regieren«, verstanden. Der Präsidentschaftskandidat der Natural Law Party bei den letzten Wahlen in den Vereinigten Staaten, der Physiker John Hagelin, sagt: »Leider ist es wahr, daß viele unserer Institutionen, modernen Technologien und Verhaltensmuster in zunehmendem Maße gegen die Gesetze der Natur verstoßen. Unsere Medikamente mit ihren gefährlichen Nebenwirkungen, chemische Pestizide, künstliche Düngemittel, unser genmanipuliertes Saatgut und sogar auch einige unserer Institutionen des Finanzwesens säen die Saat für künftige Epidemien, Klassenkriege und Umweltkatastrophen.« Natürlich weisen auch die Gespräche mit Gott immer wieder darauf hin. Die Natural Law Party bietet eine politische Plattform an, von der aus diese Probleme angesprochen werden können.
Kontaktadresse:
The Natural Law Party 1946 Mansion Drive
P.O. Box 1900
Fairfield, IA 52556 USA
Telefon: 001-515-472-2040
Online: www.natural-law.org
Im Bereich der spirituell-politischen Aktivitäten in den Vereinigten Staaten: The American Renaissance Alliance. Dies ist eine Organisation, die ich gemeinsam mit der Autorin, Vortragsrednerin und Visionärin Marianne Williamson ins Leben gerufen habe. Sie schreibt: »Mit der in uns aufsteigenden Kraft des Geistes wächst auch unser Verlangen, der Welt zu dienen. Die Abläufe der Demokratie können uns dieses Dienen erleichtern, indem sie allen Bürgerinnen und Bürgern die Gelegenheit bieten, unseren spirituellen Werten im politischen Bereich Ausdruck zu geben.« Liebe, Erbarmen, Friede und Gerechtigkeit werden sich an vorderster Front unserer globalen politischen Landschaft ausbreiten, wenn genügend Menschen beschließen, sie an diese Stelle zu setzen. In den USA liefert die American Renaissance Alliance ein organisiertes Netzwerk für philosophische Forschung und politische Aktion, und sie bringt gleichgesinnte Menschen im Dienst des Gemeinwohls zusammen. Unser Ziel ist die Einbindung der spirituellen Kraft in den Kern der amerikanischen Demokratie als machtvolles Zeugnis für die Liebe Gottes in uns allen. Marianne und ich haben die Vision, daß sich überall in den Vereinigten Staaten zwei oder mehr versammeln werden, um für Frieden zu beten und für Gerechtigkeit zu arbeiten. Wie Marianne in unserer Broschüre schreibt: »Dem Gedanken verpflichtet, daß Seelenstärke machtvoller ist als brutale Gewalt, fördert die Allianz aktiv eine Vision von einem aus den Klauen der Gier erlösten, auf Frieden gegründeten Amerika, das sich zu immer mehr Liebe hin entwickelt. Wir glauben, daß dies auch global die Bestimmung unserer Spezies ist und werden ähnliche Organisationen unterstützen, die sich weltweit aufbauen. Die American Renaissance Alliance ist keine traditionelle politische problemorientierte Organisation. Unserer Ansicht nach sind die Probleme nicht das Problem. Die Probleme Amerikas speisen sich in ihrer Mehrheit aus einer tiefer liegenden Quelle: der Abkehr des Normalbürgers von einer Beteiligung an den politischen Prozessen seines Landes. Und das läßt sich überall auf der Welt beobachten.« Ich glaube, die Botschaft in Gespräche mit Gott enthält nicht nur eine Einladung, sondern einen Aufruf zum Handeln. Ich hoffe, er wird überall gehört. Was die USA angeht, so hoffen Marianne Williamson und ich, daß unsere American Renaissance Alliance ein Modell ist, das weltweit kopiert werden kann. »Das Modell einer unparteiischen Organisation«, wie Marianne schreibt, »die den großen politischen Stellenwert hochgesinnter konservativer wie auch hochgesinnter liberaler Werte betont. Unser Wunsch ist es, daß die politische Kraft eines jeden Individuums nach Maßgabe seines eigenen Gewissens und in Unterstützung seines eigenen Glaubens nicht eingeschränkt, sondern freigesetzt wird. Kurz gesagt, wir sind bestrebt, Menschen dabei zu helfen, daß sich ihre Seelenkraft auf ihre Umwelt auswirken kann.« Wenn Sie mehr Informationen über unsere Arbeit an einer ho-listischen Politik und an dem Umsetzen von Prinzipien erhalten wollen, dann wenden Sie sich bitte an: The American Renaissance Alliance
P.O. Box 15712
Washington, D. C. 20003 USA
Telefon: 001-202-544-1219
Online: www.renaissancealliance.org
Und schließlich kann Ihnen nicht entgangen sein, daß in diesem dritten Band der GMG-Trilogie immer wieder von dem, »was funktioniert«, gesprochen wird. Es wurde mehrmals in diesem Dialog auf den Punkt hingeweisen, daß hochentwickelte Wesen ständig beobachten, »was so ist« und »was funktioniert«. In unserer Gesellschaft gibt es allmählich so manche Bemühungen, sich mit Programmen und Unternehmungen zu beschäftigen, die sich bereits mit vielen unserer aktuellen Probleme befassen. Eine davon, die mir persönlich auffiel, ist die Campaign for Positive Solutions, eine Initiative zur Unterstützung des Aufbaus einer neuen Zivilisation, die sich auf das gründet, was bereits funktioniert. Ihr Ziel ist es, diese Durchbrüche ausfindig zu machen, zu kartographieren, sie miteinander zu verknüpfen, sie bekannt zu machen und zu ihrer Nachahmung zu ermuntern. Wenn diese Durchbrüche auf breiterer Basis in jeweils passender Form aufgenommen werden, werden wir Milliarden Dollar sparen und die Lebensqualität von Millionen Menschen verbessern. Ich arbeite mit dieser Kampagne eng zusammen und hoffe durch sie Menschen unterstützen zu können, die in ihre Gemeinschaft das Bestfunktionierende einbringen und Projekte aufbauen möchten, die zur Heilung und positiven Entwicklung unserer Welt beitragen können. Die Leiterin der Campaign for Positive Solutions ist Eleanor Mulloney LeCain, die mit den Futuristinnen Barbara Marx Hubbard, Nancy Carroll und Patricia Ellsberg zusammenarbeitet. Die Campaign ist ein Projekt von Barbaras gemeinnütziger Stiftung. Einzelpersonen, Gruppen und Organisationen sind eingeladen, ihre funktionierenden Projekte auf ihrer Webseite vorzustellen und so ihr Wissen mit anderen zu teilen und aus den Erfolgen anderer zu lernen. Sie können die Webseite aufsuchen unter: www.cocreation.org. Sie können auch eine kleine Gruppe in Ihrer Gemeinde, Kirche, Organisation oder unter Ihren Freunden aufbauen und einen Prozeß der Synergie und gemeinsamen Erschaffung in Gang setzen. Stellen Sie sich folgende Fragen: Was möchte ich im Moment leidenschaftlich gerne erschaffen ? Was sind meine Bedürfnisse; wo fühle ich mich blockiert und daran gehindert, den nächsten Schritt zu tun ? Welche Ressourcen möchte ich großzügig mit anderen teilen ? Was funktioniert, wie ich weiß, bereits in meinem Leben, in meiner Arbeit und in der Welt ? Stellen Sie dann Ihre und andere Projekte, von denen Sie wissen, daß sie funktionieren, auf der Webseite vor. Weitere Informationen zu dieser Initiative können Sie unter folgender Kontaktadresse erhalten:
The Foundation for Conscious Evolution
P.O. Box 6397
San Rafael, CA 94903-0397 USA
Telefon: 001-415-8191
E-mail: fce@peaceroom.org
Ich hoffe, daß Ihnen einiges von diesen Informationen nützlich ist. Ich will Ihnen damit eine Starthilfe für die Umsetzung der Botschaft von GMG geben, falls Sie das möchten. Ich weiß, daß nicht alle von Ihnen mit den von mir hier erwähnten Autorinnen, Autoren und Organisationen einig sein werden. Das ist in Ordnung. Selbst wenn sie nichts weiter bewirken sollten, als uns innehalten und nachdenken zu lassen, haben sie uns schon einen großen Dienst erwiesen. Jetzt, am Ende dieses dreibändigen Dialogs, möchte ich mich bedanken. Ich danke Ihnen für Ihre Toleranz gegenüber dem freien Gedankenfluß, der durch mich durchkam. Sicherlich sind nicht alle von Ihnen mit allem einverstanden, was hier geschrieben steht. Und nochmals, das ist in Ordnung. Tatsächlich ist dies vorzuziehen. Ich fühle mich unbehaglich bei allem, was einfach nur so geschluckt wird. Und die letzte Botschaft von Gespräche mit Gott lautet, daß wir alle unseren eigenen Dialog mit dem Göttlichen führen, Kontakt mit unserer eigenen inneren Weisheit aufnehmen und unsere eigene innere Wahrheit finden können. Dort liegt die Freiheit. Dort finden sich die Gelegenheiten. Dort erfüllt sich der Sinn und Zweck des Lebens. Sie und ich, wir haben nun die Chance, uns aufs neue in der nächsten großartigsten Version unserer allergrößten Vision, die wir je über Wer-wir-Sind hatten, zu erschaffen. Wir haben die Chance, unser Leben und die Welt wirklich zu verändern. George Bernard Shaw sagte: »Da gibt es die, die die Welt so sehen, wie sie ist, und fragen: Warum ? Und dann gibt es die, die die Welt so sehen, wie sie sein könnte, und fragen: Warum nicht?« Heute, da Sie und ich diese Reise durch die GMG-Tri-logie gemeinsam beenden, möchte ich Sie dazu einladen, Ihre höchste Vision von sich selbst und der Welt in Liebe zu akzeptieren und zu fragen: Warum nicht ? Gesegnet seid ihr